Wenn ab 2009 Wertpapiere vererbt werden, fällt dann später Abgeltungssteuer an?

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4 Antworten

Für den Veräußerungsgewinn ("Spekulationsgewinn") gilt der Tag der Anschaffung durch den Erblasser.

http://www.wer-weiss-was.de/app/archive/show/4853889?special=id#4853889

Für die Erbschaftsteuer der Kursd am Todestag.

Der Erbe muß natürlich für die geerbten Wertpapiere Abgeltungssteuer zahlen (wie alle anderen Inhaber auch). Auf die Kursgewinne muß er keine Abgeltungssteuer bezahlen, wenn der Erblasser die Wertpapiere vor dem 01.01.2009 erworben hat und die 12monatige Spekulationsfrist abgelaufen ist.

Der Erbe muß allerdings einen Nachweis über den Wertpapiererwerb des Erblassers vor dem o.a. Datum erbringen. Diesen Nachweis kann er unter Vorlage des Erbscheins bei der bislang depotführenden Bank des Erblassers beantragen, die dementsprechend die Bank des Erben informiert.

Die Aspekte der Erbschaftssteuer spielen m.E. für die Frage der Abgeltungssteuer keine gesonderte Rolle.

Hallo, ich hänge mal meine Frage hier an, da sie gleicher Natur ist.

Gibt es im Falle einer Übertragung der Aktien auf das Depot des Kindes (ob nun als vorgezogenes Erbe oder als Schenkung) zu Lebzeiten des Vaters eine gleiche Behandlung der vor 2009 erworbenen Bestände? Ist eine Veräußerung durch den Sohn später auch von der Abgeltungssteuer frei?

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@atzeAli

Eine vor 2009 angeschaffte Aktie verwahrt der Vater sicherlich in dem sog. Passivdepot. Dieses Wertpapier kann der Vater (als Schenkung) in das Depot des Kindes übertragen. Dessen Depot sollte dann auch in ein Aktiv- und ein Passivdepot aufgeteilt werden. Zwischen den beiden Depotbanken (Vaters Depotbank und Sohnemanns Depotbank) erfolgt ein Datenaustausch über die sog. "Tax Box" ("Steuerinformationssystem") hinsichtlich der historischen Anschaffungskosten und -jahre.

Das übertragene Wertpapier behält also seinen historischen Anschaffungskurs bei einer Schenkung und der Sohn kann es später verkaufen, ohne das der Kursgewinn der vor 2009 gekauften (und nach 2008 geschenkten) Aktie mit Abgeltungsteuer belastet wird.

Der Aspekt des vorgezogenen Erbes ist sicherlich als ein Unterthema/Variante einer Schenkung gemeint oder? Bei einer solchen Schenkung würde deren Wert (die Wertermittlung zum Schenkungs- oder Erbfallzeitpunkt müßte bei der Schenkung festgelegt werden) bei einem späteren Erbfall dem Gesamterbe zugerechnet und dann auf den dann ermittelten Erbteil angerechnet werden.

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ja

und Erbschaftssteuer, selbst dann, wenn die Aktein zum Zeitpunkt des Todes viel höher standen, als zum Zeitpunkt, wenn die Aktien "den Erben" erreichen - also tatsächlich verfügbar sind

Für den Vererbenden gilt der Erwerbszeitpunkt. Der Erbe zahlt dann ggf. Erbschaftssteuer.

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