Wenn 2 weibliche eineiige Zwillinge schwanger werden von 2 männlichen eineiigen Zwillingen, sehen dann die Kinder gleich aus??

3 Antworten

Die Kinder sähen nicht identisch aus, weil es noch die Rekombination gibt.

Jeder Mensch besitzt bekanntlich einen doppelten Chromosomensatz, vererbt aber nur einen einfachen (haploiden) Chromosomensatz an seine Nachkommen. Das heißt, dass bei der Meiose die homologen Chromosomenpaare auf die Tochterzellen aufgeteilt werden. Von jedem der 46 Chromosomenpaare landet jeweils eines der Chromosomen eines Paares in der einen Zelle, das andere in der anderen. Außerdem können Chromosomen während des Crossing Over Teile untereinander austauschen.

Die Rekombination führt deshalb dazu, dass jeder Gamet am Ende in seiner chromosomalen Ausstattung einzigartig ist und daher auch jedes Kind einzigartig aussehen wird. Am einfachsten kannst du dir das anhand der Geschlechtschromosomen vorstellen, von denen ein Mann je ein X- und ein Y-Chromosom besitzt, Frauen haben zwei X-Chromosomen. Während der Meiose wird beim Mann zunächst das X-Chromosom auf eine Zelle aufgeteilt, das Y-Chromosom auf die andere. Aus beiden Zellen entstehen anschließend durch eine zweite mitotische Teilung je zwei Gameten, sodass am Ende der Meiose je zwei Gameten mit dem X-Chromosom vorhanden sind und zwei Gameten mit dem Y-Chromosom. Dass die Kinder dann nicht genetisch identisch sind, wird dadurch deutlich, dass bei der Befruchtung der einen Sorte (die mit dem X-Chromosom) ein Mädchen gezeugt wird und bei Befruchtung mit der anderen Sorte ein Junge. Und ganz offensichtlich unterscheiden sich Jungen und Mädchen in ausreichendem Maß voneinander, um sagen zu können, dass sie genetisch nicht identisch sind.

Eine Besonderheit gibt es in diesem Fall aber dennoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind von einem seiner Eltern ein ganz bestimmtes Allel erbt, beträgt aus den oben erläuternden Gründen der Meiose 50 %. Die Verwandtschaft wird genetisch durch den Verwandtschaftskoeffizienten r ausgedrückt. Er beträgt zwischen Eltern und Nachkommen 0.5. Auch zwischen Geschwistern ist der Verwandtschaftskoeffizient 0.5 - denn man kann erwarten, dass beide Geschwister 25 % der vom Vater geerbten Allele und 25 % der mütterlich ererbten Allele miteinander teilen, wohingegen sie mit den anderen je 25 % von ihren Eltern wahrscheinlich die anderen Allele geerbt haben. Zwischen Onkel/Tante und Neffe/Nichte beträgt er für gewöhnlich 0.25 und zwischen Cousins/Cousinen und Cousinen/Cousins beträgt er im Normalfall 0.125.
Da nun aber bei eineiigen Zwillingen die Allele identisch sind, sind in diesem speziellen Fall jeweils der Vater und der Onkel sowie die Mutter und die Tante eines Kindes genetisch identisch. Dadurch sind in diesem speziellen Fall z. B. Nichte und Onkel -rein genetisch- genauso nahe miteinander verwandt wie dieses Kind mit seinem Vater. Und Cousins und Cousinen sind genetisch gesehen so nah miteinander verwandt wie Vollgeschwister.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig

Die warscheinlichkeit, dass geschwister geleich aussehen ist 2^23 x 2^23 und bei geschwistern ist da nichts anders nur doppelt so hoch

Nicht unbedingt. Geschwister sehen ja auch nicht immer gleich aus, und genetisch wären diese Kinder dann (fast) Geschwister.

Wieso nur fast? Haben doch theoretisch die selbe DNA.

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@LolitaGirlYuri

Ja schon klar, aber warum nicht? Wären sie Geschwister, wenn man die befruchtete Eizelle von der einen in die andere einpflanzt und sie es dann gebärt? Das ist doch ein Paradoxon.

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