Wem gehört eine Limited?

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Entscheidungsträger ist immer der Geschäftsführer, einfach mal von Deiner Schilderung ausgehend. Der GF kann auch Gesellschafter sein, muss es aber nicht. Sonderfälle könnten noch konzessionierte Betriebe sein. Da ists zwar üblich, dass der GF die Konzession besitzt, muss aber nicht sein. Eine Konzession ist für gewöhnlich personenbezogen.

Die Ltd. ist quasi die englische Form einer GmbH, hat im Gegensatz zu letzterer den Vorteil, dass man kein Stammkapital braucht. Die deutlich jüngere Deutsche Antwort darauf ist die UG, von daher auch wohl unkomplizierter zum Eintragen.

Bei der UG wird ein fixer Anteil am Gewinn zurückgehalten bis man mit 25000 Euro den eigentlichen Stammkapitalbetrag einer GmbH erreicht hat. Dann kann man in eine GmbH umwandeln. Oders passiert automatisch, das weiß ich nicht genau.

Fragenheini2 30.06.2017, 05:29

Ok, der Geschäftsführer ist der Entscheidungsträger. Aber die Gesellschafter (so stehts bei wiki jedenfalls) können den Geschäftsführer absetzen und einen neuen benennen. Und genau das finde ich etwas verwirrend? Also ist der Geschäftsführer doch eher sowas wie ein "leitender" Angestellter oder wie ist das zu verstehen?

0
mrmccaughy 30.06.2017, 05:52
@Fragenheini2

"Leitender Angestellter" kommt glaube ich in der Begrifflichkeit nur im Arbeitsrecht vor. Aber wenn Du damit meinst, dass der GF angestellt ist, liegste richtig. Aber Irgendwer muss ja das sagen haben. Das ist nun mal der Geschäftsführer. In einer KG wäre das z.B. der Kommanditist. Bei allen Kapitalgesellschaften ist irgendwer nötig, wer die Firma vertritt bzw. anführt. Können ja nicht tausende Aktionäre einer AG im Tagesgeschäft mitmischen.

Die Vorgaben zum Absetzen und neu ernennen kenne ich nicht. Aber ja, prinzipiell wird das so gemacht.

1

im Prizinzip sind die Regeln gleich wie bei einer GmbH, nur dass man einen "Briefkasten" in Grossbrittanien hat. 

es gibt einen Gesellschaftervertrag, und einen oder mehrere Gesellschafter, die natürlich oder juristische Personen sein können.

Vorteile sollen sein: günstigere Gebühren für den Notar (aber dann ist es wohl auch ein Standard Vertrag in dem nur der Gesellschafter eingetragen wird). Bei uns kostet sowas mit Beratung 1000-2000 Euro, Null wird es sicher auch in UK nicht sein. Handelsregistereintragung kostet bei uns auch keine 50 Euro, Gewerbeanmelung am Sitz des Gewerbes und der Steuerpflicht ist auch unverändert. Zusätzlich fallen bei der Ltd. natürlich noch Gebühren für die Briefkastenadresse an.

Ungewiss ist die Zukunft, EU war einmal, und einen Firmensitz ausserhalb der EU könnte die Sache zukünftig nur komplizierter machen.. Steuern für Ausländer könnten eingeführt werden. Regeln könnten sich ändern.

Ein Scheinvorteil ist der Verzicht auf Eigenkapital, bei der GmbH muss man 25.000 "Zeichnen" die aber nur zur Hälfte bei Gründung eingebracht werden müssen, das auch als Sacheinlage, wie Auto,  PC. Wer das nicht hat, sollte sich die Selbstständigkeit gut überlegen, bzw. warum er eine Kapitalgesellschaft braucht,

Einzelunternehmen sind ausserdem noch einfacher zu gründen. Und da jeder weiss wie das funktioniert, und dass der Gründer nicht mal 12,500 Gründungskapital aufbringen konnte, ist das Firmenschild Ltd. für mich sowas wie eine negative Schufa für Unternehmen. Eine Ltd bekommt nie eine Kreditlinie oder einen Lieferantenkredit. 

Darum mein Rat: FINGER WEG

FordPrefect 30.06.2017, 11:20

im Prizinzip sind die Regeln gleich wie bei einer GmbH

Fast. Man benötigt in UK ein registered office. Und einen Secretary.

Vorteile sollen sein: günstigere Gebühren für den Notar

Das ist tatsächlich eher weniger relevant. Immerhin benötigt man den i.d.R. nur zur Gründung.

Null wird es sicher auch in UK nicht sein.

Das ist in UK zwar billiger zu haben als hier, wobei die reine Eintragung nicht viel kostet. Aufwendiger ist aber - wenn man in D eine Ltd nutzen will - die zur Eintragung ins HR notwendige apostillierte Übersetzung der Dokumente.

Handelsregistereintragung kostet bei uns auch keine 50 Euro, Gewerbeanmelung am Sitz des Gewerbes
und der Steuerpflicht ist auch unverändert. Zusätzlich fallen bei der
Ltd. natürlich noch Gebühren für die Briefkastenadresse an.

Ein registered office mit Secretary kostet jährlich mindestens um die € 300.--. Und man darf nicht vergessen, dass man in UK jährlich Unterlagen einzureichen hat, nach englischem Gesellschafts- und Bilanzrecht. Dazu benötigt man entweder einen Dienstleister, oder mindestens einen im GAAP erfahrenen StB. Alleine wird das nichts. Zusatzkosten je nach Beaufragung jährlich mindestens € 800.-- (geschätzt).

Ungewiss ist die Zukunft

Für britische Limited Companies, ja. Mit Austritt aus der EU entfällt die Rechtssicherheit und somit kann eine UK Ltd. nach dem Ausscheiden der Briten in D (respektive in der EU) nicht mehr genutzt werden, wenn sich nicht der tatsächliche Firmensitz in UK befindet. Das gilt aber nicht für Limited Companies in IRL o.ä.

Ein Scheinvorteil ist der Verzicht auf Eigenkapital,

Wenn man das so macht, ja. Aber es wird ja auch niemand gezwungen, eine 1-GBP-Ltd zu gründen. Man kann (und sollte) auch bei einer Ltd ein vernünftige EK einbringen (so ab € 5000.-- wenigstens).

bei der GmbH muss man 25.000 "Zeichnen" die aber nur zur Hälfte bei Gründung eingebracht werden müssen,

Falsch. Tatsächlich muss man nur das Vorhandensein von € 25000.-- / € 12500.-- beim Notar zum Gründungstermin nachweisen. Was man danach damit macht, ist prinzipiell völlig egal, solange man es im Unternehmenssinn ausgibt. Soviel zur vermeintlichen Sicherheit der GmbH.

das auch als Sacheinlage, wie Auto,  PC.

Augenauswischerei.

Der eigentliche Vorteil der Ltd gegenüber der GmbH ist, dass sie eben nicht dem GmbHG unterliegt. Somit vereinfacht sich für den Inhaber / Director sowohl die Anforderungen an die Buchführung gradezu dramatisch, als auch die in der GmbH stetig gegebene Gefahr der Durchgriffshaftung für den GmbH-GF, selbst bei sorgfältiger Geschäftsführung. Davon abgesehen muss die Ltd ihre Abschlüsse nicht testieren lassen, was alleine im Jahr schonmal lockere € 3000.-- bis € 5000.-- Kosten spart.

2
juergen63225 30.06.2017, 20:47
@FordPrefect

Naja bzgl GmbH Recht ist mir in 6 Jahren als GmbH GF noch nichts begegnet, was uns irgendwie eingeschränkt hätte.

Den Jahresabschluss und die Steuererklärung muss man für einen Geschäftsbetrieb in D auch nach deutschem Recht machen. Und zusätzlich nach dem Recht der Ltd.

Dass bei groben Verstössen eine Haftung des GF nicht auszuschliessen ist ... glaube nicht, dass die Ltd was dran ändert in der Realität.

Und einen Wirtschaftgutachter zum testieren, selbst wenn das FA bei der Ltd drauf verzichten  würde ... die Plicht besteht erst ab einer gewissen Bilanzgrösse, ich glaube 6 Mio ... 

0

Die Limeted ist die GB-Variante der GmbH. Allerdings werden da weniger Sicherheiten gefordert und Anforderung gestellt, so dass sie von einigen nicht ganz so koscheren Unternehmungen gewählt wird undvdaher hierzulande einen eher schlechten Ruf genießt.

Der Geschäftsführer leitet die das Unternehmen. Im Gegensatz zum leitenden Angestellten hat er in der Regel die Voll-Prokura, kann also so handeln, als würde ihm das Unternehmen gehören. Allerdings ist das nicht zwingend so.

Eigentümer sind die Gesellschafter. Diese können gemeinschaftlich den Geschäftsführer berufen bzw. abberufen. Geschäftsführer werden gerne in zu (Minderheits-)Gesellschaftern gemacht, da sie so direkt den (Miss-)Erfolg des Unternehmens zu Spüren bekommen und vermeintlich mehr Interesse haben, es erfolgreicher zu machen, statt in die eigene Tasche zu wirtschaften.

Die Limited gehört den Gesellschaftern. Das ist bei allen Unternehmen so. Ein Geschäftsführer ist letzten Endes nur der höchste Angestellte. Bei kleinen Unternehmen ist aber der Gesellschafter gleichzeitig der Geschäftsführer

Der, der die Mehrheit des Kapitals der Limited einbringt, entweder bei Gründung oder später.

cheerio

es gab vor unseren neuen UG Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt mal über entsprechende Makler & Vermittler die Möglichkeit, eine englische Limited z. B. in England zu gründen mit 1 Pfund Sterling Kapital

http://deu.panlegis.com/ltd-co-kg/?utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=809773108&utm_term=englische%20limited%20in%20deutschland&utm_content=203748869412&utm_network=g&utm_device=c&utm_target=&utm_placement=&gclid=Cj0KEQjw7dfKBRCdkKrvmfKtyeoBEiQAch0egZLAOiaPk7Gl4oFu160eK2MSGTP95IYdPIS0YE7ZXr4aAhd18P8HAQ

So muß man sich dort eintragen im Handelsregister sowie auch hier. Man ist auch bilanzierungspflichtig

Nach Erlaubnis dieser "Mikro GmbHs" mit 1 € Stammkapital als UG ist die Ltd aber bei uns aus der Mode

Eine UG hat einen Geschäftsführer, das Ziel ist, so lange aufzustocken, bis man auch eine GmbH mit 25.000 € erreichen kann

eine Ltd. ist wie eine GmbH eine Kapitalgesellschaft - da gibt es keinen "Inhaber" - nur denjenigen der das Geld gibt (Gesellschafter) und einen der die Geschäfte führt (Geschäftsführer)

Wie bei jeder Kapitalgesellschaft "gehört" die Ltd demjenigen, der die Mehheit der Anteile besitzt. Das kann, muss aber keinesfalls der director sein.

Was möchtest Du wissen?