Weltreise-Vorbereitung - Soll ich mich arbeitslos melden? Was passiert mit der Krankenversicherung?

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14 Antworten

wann wollt ihr den aufbrechen???? übermorgen?nächste woche?nächsten monat?

Der Fall, dass jemand bewusst für eine begrenzte Zeit aus dem System aussteigt, um eine längere Reise zu machen, wird in der Gesetzgebung in aller Regel gar nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Deshalb bewegst Du Dich hier manchmal in einer rechtlichen Grauzone.

Hinweis: Auf dieser Seite geht es um den Umgang mit Ämtern und Behörden. Da hier vor allem gesetzliche Regelungen eine Rolle spielen, gilt fast alles auf dieser Seite in dieser Form nur für Deutschland.

http://weltreise-info.de/organisation/behoerden.html

hier hast du alles von der planung bis zur abreise

Du kannst dich weder arbeitslos noch arbeitssuchend melden, da du der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung stehst- oder möchtest du aus dem Himalaya mal kurz nach Hause jetten, um deinen Beratungstermin beim Arbeitsamt wahrzunehmen? Geht gar nicht, zumal dir bei Anspruch auf Arbeitslosengeld nur 21 Tage Urlaub im Jahr zustehen- und melden musst du jede Ortsabwesenheit. Du kannst unbezahlten Urlaub im Betrieb nehmen, bist dann aber nicht versichert. Wenn du deinen Wohnsitz in Deutschland behältst, musst du dich freiwillig bei deiner derzeitigen KK versichern, ist Gesetz seit 2007. Der Mindestbeitrag liegt bei rund 140,--€, dann steigend mit dem Einkommen oder den Rücklagen, so ohne Geld wirst du ja das Abenteuer nicht angehen. Eine Auslandsreiseversicherung benötigst du zusätzlich, da du bei einer Weltreise ja auch in Länder kommen wirst, mit denen kein Sozialversicherungsabkommen besteht. Geh zu deiner KK und lass dich beraten- die sind kompetent genug. Viel Spaß und viel Glück für die Zukunft- ich bin ein bisschen neidisch!!!

Das Thema ist zwar schon 5 Jahre alt, aber immer mal wieder aktuell, wie ich in meiner Beratungstätigkeit immer wieder feststelle. Deshalb hier der Versuch einer stichwortartigen Antwort auf die relevanten Fragen:

Du kannst kein Arbeitslosengeld beziehen, wenn du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst. Du kannst dich aber sehr wohl vor der Reise für einen Tag arbeitlos melden und dann bei Aufbruch wieder bei der Bundesagentur abmelden. Welchen Sinn hat das?

Ganz einfach: Dein ALG- Anspruch besteht normalerweise dann, wenn du in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt warst. Das bedeutet, dass dein ALG- Anspruch verfällt, wenn du länger als ein Jahr weg bist.

Meldest du dich aber vor Reiseantritt schon mal arbeitslos- und sei es nur für einen Tag- verlängert sich diese Rahmenfrist von 24 Monaten auf 48 Monate. Du musst dann also in den letzten 4 Jahren ein Jahr beschäftigt gewesen sein.

Nehmen wir an, nach zwei Jahren gefällt es dir nicht mehr im Ausland und du kommst zurück nach Deutschland. Dann hast du im zweiten Fall Anspruch auf ALG, weil du dich schon vor Reiseantritt einmal arbeitslos gemeldet hast. Fragt nicht nach dem Sinn dieser Regelung, aber es ist so...

Thema Krankenversicherung: hat nix mit Staatsbürgerschaft zu tun sondern mit dem Wohnsitz. Meldest du dich in Deutschland ab (was du bei einer Abwesenheit von mehr als 6 Monaten eh tun musst), bist du nicht mehr krankenversicherungspflichtig.

Mehr zum Thema gibt es hier: backpacker-weltreise.de/organisatorisches-vor-der-weltreise/arbeitslosengeld-nach-der-weltreise/

Oh achja und ich sollte noch erwähnen, dass wir dann auf Reisen auch arbeiten wollen. Mein Freund hat das schon jahrelang gemacht bevor er mich kennen gelernt hat (also reisen und arbeiten in allen möglichen Ländern). Ich hätte dann also schon ein Einkommen. Aber blöd wäre es halt trotzdem da ich meine KV gar nicht geltend machen könnte wenn mir in Amerika oder so was passiert. Und zwei Versicherungen zu bezhalen ist ja schön blöd. Die SAche wäre eigentlich total einfach wenn ich irgendwohin fest auswandern würde, mit festem Wohnsitz, aber wenn wir alle paar Monate oder Wochen woanders sind ist das echt schwierig.

Ich will der Gesellschaft die Kosten ja gar nicht aufs Auge drücken. Nicht wenn es nicht sein MUSS. Aber wenn ich kündige muss ich ja irgendetwas machen. In Deutschland ist das doch immer noch so oder? Am Liebsten würde ich einfach gehen (natürlich nach Kündigung und einfach "nicht mehr erreichbar sein". Aber das ist ja auch blöd. Und sparen tue ich zwar. Aber in der ersten Zeit habe ich natürlich kein Einkommen und dann 150€ im Monat zu bezhalen für eine Leistung die ich nicht einmal beanspruchen kann ist ja auchz sinnlos. Solange ich aber deutsche Saatsangehörige bin muss ich mich in Deutschland krankenversichern. Ich weiß nicht inwiefern es Sinn macht mich privat zu versichern? Auf der einen Seite bin ich jung und muss nicht sehr oft zum Arzt. Aber natürlich kann auf Reisen immer etwas passieren und dann müsste ich ein Vermögen bezahlen.

Meine Arbeitskollegin hat schon vorgeschlagen meinen Freund nur wegen der Staatsbürgerschaft zu heiraten weil die neuseeländischen Gesetze etwas lockerer sind.

Stimmt, ihr werdet in vielen Ländern sein, in denen das Sozialversicherungsabkommen nicht greift, aber ist so. Und solange du in Deutschland gemeldet bist, brauchst du eine KV. Was, wenn die Pläne ins Wasser fallen und ihr nicht auswandert? Dann kämre eine dicke Nachzahlung auf dich zu, auch nicht schön. Wenn alles sicher ist, kannst du dich in Deutschland auch abmelden, dann ist das Thema erledigt. Wenn hir hinterher eh in Neuseeland bleibt, warum dann nicht?

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Warum würdest du vorgeben zu wollen, arbeitssuchend zu sein, wenn du noch nicht einmal für ein Vorstellungsgespräch zur Verfügung stehst? Ein 'sabbatical', also ein Forschungs- oder Fortbildungsjahr ist keine Seltenheit heutzutage. Dass du dann für die Krankenkasse aufkommen musst, ist selbstverständlich. Du hast ja den Job nicht unverschuldet verloren, sondern willst schön schick ein Jahr durch die Weltgeschichte reisen. Wenn du dir das leisten kannst, solltest du auch in der Lage und vor allem willens sein, die Krankenkasse zu zahlen. Es gibt nämlich genügend Leute, die die Krankenkasse wirklich nicht zahlen können. Du kannst es wohl, willst es aber nicht, was kein sonderlich sozialer Akt ist.

Und die Fragen zum Auswandern solltest du im Forum stellen. Und zwar jede einzeln. Kein Mensch kann alles gleichzeitig beantworten.

Gott im Himmel, das war ja eine sehr hilfreiche Antwort. Ich habe nur eine Frage:

Kann ich meine deutsche Krankenversicherung kündigen oder nicht?

Ich bin nicht willen die Krankenversicherung zu bezahlen. Nicht weil ich asozial bin, sondern weil ich sie nicht in Anspruch nehmen kann. Ich bezhale auf Reisen zwar 150€ pro Monat (mindestens) aber wenn mir in z.B. Mexico was passiert kommt die DEUTSCHE Krankenversicherung NICHT dafür auf. Dafür braucht es schon eine Auslandskrankenversicherung.

 

Und da ich keine Einkommen habe, wäre es natürlich nett wenn ich eine australische oder südamerikanische Krankenversicherung nehmen könnte die nur 30€ im Monat kosten. Ich kenne da schon welche. Mehr will ich doch gar nicht wissen.

Wieso schreiben hier so viele ich sei asozial? Oder dass ich Vater Staat auf der Tasche liegen wollen würde? Ich will eben GAR NIX von diesem Staat (für diese 5 Jahre), auch keine Krankenversicherung, das ist ja der Gag.

 

lg

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Du kannst doch die Allgemeinheit nicht belasten, nur weil du auf Weltreise gehen willst! Du hast schon richtig erkannt: sollte es dir gelingen, dich arbeitslos zu melden, hast du "greifbar" zu sein. Einen "Urlaub" musst du beim Arbeitsamt anmelden. Für dein Vergnügen kann und darf die Allgemeinheit nicht belastet werden.

Das ist ein wenig verzwickt. Also zunächst einmal musst du beachten, das wenn du selbst kündigst, dir Vater Staat erstmal 3 Monate kein Arbeitslosengeld genehmigt, wenn du kündigst. Du könntest dann allenfalls deinen Chef fragen ob er so nett ist, dich wegen Arbeitsmangel zu kündigen.

Wenn du dann erst einmal arbeitslos bist ist es, wie du gesagt hast, so das du auf etwaige Maßnahmen bzw. Jobangebote eingehen musst.

Du kannst allerdings auch beim Amt Urlaub beantragen, ich weiß es zwar nicht genau, aber ich glaube du musst es 3 Monate vor Beginn tun und hast dann maximal 3 Wochen Urlaubsgenehmigung.

Ich weiße jetzt nicht wie lange du geplant haßt zu reisen, aber selbst mit 3 Wochen wird das meiner Meinung nach ganz schön knapp.

Ich würde daher sagen, das Beste ist es, unbezahlten Urlaub zu nehmen oder zu warten bis du in Rente bist.

Alles Gute.

Vor einiger Zeit habe ich mich mit einem Bekannten (Langzeitarbeitslos) unterhalten und dieser meinte, die Möglichkeit vom Amt Urlaub zu nehmen gäbe es nicht mehr.

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@keksi3313

Hmm, also meines Wissens nach gibt es das noch, jedenfalls mindestens noch letztes Jahr. Ob das mittlerweile geändert wurde weiß ich nicht.

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@Yugeuner

Ihr verwechselt da den urlaub mit der genehmigten Ortsabwesenheit. Und die gibt es sehr wohl noch! Muss vorher beantragt und genehmigt werden.

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@keksi3313

In einigen Städten bekommen ALG-II er keinen Urlaub, in anderen wie ALG I 21 Tage.

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Wenn Du eine große und lange Weltreise machen kannst und willst, so kannst Du für diese Zeit nicht der Allgemeinheit die Kosten für eine Krankenversicherung aufs Auge drücken.

Wer sich arbeitslos meldet, der muss auch dem Arbeitsmarkt für eine Vermittlung zur Verfügung stehen.

Die Kosten Deiner Versicherung solltest Du schon selbst tragen. Vor allem weil Du eh bald ganz weg willst.

Wer auf Weltreise gehen will, muss nun mal an sein Erspartes. Wie bereits richtig erkannt: Arbeitslos melden geht nicht, da du der Vermittlung nicht zur Verfügung stehst. Das ist auch richtig so. Wäre ja noch schöner. Sorry - unbezahlter Urlaub ist der Weg dafür - nach dem nachgehenden Anspruch bei der Krankenkasse von 1 Monat, Beiträge bitte selber bezahlen!

Auswandern geht extrem ins Geld, es entstehen meist weit mehr Kosten, als man vorher kalkuliert hat. Wenn da die Kosten fuer die Krankenversicherung ins Gewicht fallen, hat man nicht genug Geld zum Auswandern und sollte es vorerst bleiben lassen.

Ich weis wovon ich spreche, bin selber sogar mehrmals Ausgewandert.

Der einfache Denkfehler an dem ganzen ist dieser: Du kannst dich in Deutschland nicht arbeitslos melden, sondern nur arbeitssuchend.

Wenn du das tust, übernimmt Vater Staat die Kosten, aber wie du richtig vermutest, musst du dann auch verfügbar sein.

Eine Weltreise kannst du halt nur machen, wenn du es dir leisten kannst und nicht weil du Lust drauf hast.

Du kannst reisen wohin du willst.

Das kostet natürlich.

Krankenkasse läuft weiter.

Ist davon abhängig ob der Arbeitgeber bezahlt oder du.

Wenn Du: das kostet.

Andererseits: was willst Du mit einer Krankenkasse und bist nicht im Lande?

Da versichere Dich in Neuseeland.

Das ist ja der Witz. So einfach geht das nicht. Schließlich bin ich immer noch deutsche Staatsbürgerin. Und als solche bin ich verpflichtet eine Krankenversicherung vorzuhalten. Und zwar eine deutsche KV, und wenn es eine ausländische ist muss sie diesselben Sachen abdecken wie eine deutsche (schon schwer genug) und es muss ein Abkommen zwischen den beiden Ländern bestehen.

lg

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...klar, das solltest du machen, und gleichzeitig einen antrag auf die übernahme des flugtikets , mit einem kleinen taschengeld, beantragen....ggg

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