Weltbevölkerung 2100

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8 Antworten

Was diese Experten sagen, läßt sich erstens auf eine leicht zu erklärende Tatsache stützen, die man an jedem Fischteich und an jeder Bakterienkultur beobachten kann: Nirgendwo wachsen Populationen unbegrenzt. Nur solange die Population klein ist im Verhältnis zu den für sie essentiellen Ressourcen, kann sie exponentiell wachsen. Sobald sich die Begrenztheit der Ressourcen bemerkbar macht, nimmt die Steigung der Wachstumskurve wieder ab und sie geht in eine S-Kurve über.

http://de.wikipedia.org/wiki/Logistische_Funktion

Zweitens ist die Geburtenrate in reichen Ländern wie Deutschland, Italien und Japan nicht deshalb so drastisch zurückgegangen, weil man die Bevölkerung durch Gesetze vom Kinderzeugen abgehalten hätte. Die Einführung von Sozialversicherungen und Renten hat dazu geführt, daß die Menschen nicht mehr existenziell auf ihre Kinder angewiesen sind, um im Alter oder bei Arbeitsunfähigkeit zu überleben. Auch die Angleichung des Lebensstandards zwischen Stadt und Land im Zuge des industriellen Wachstums trug dazu bei, die Landflucht zu verlangsamen. In Ländern der Dritten Welt, wo der Anreiz stark ist, von den Dörfern in die Megacities abzuwandern, bleiben dem Bauern von seinen Kindern um so weniger, die noch da sind, wenn er sie braucht und das verstärkt den Anreiz, viele Kinder zu haben. Um das Bevölkerungswachstum zu bremsen, sind die Verbesserung der Lebensbedingungen und Einkommensmöglichkeiten auf dem Land, insbesondere für Frauen, und ein Sozialversicherungswesen sinnvoller als Gesetze, die das Recht zur Fortpflanzung behördlicher Kontrolle unterwerfen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Urbanisierung

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@Franz1957

Hallo. Ich denke, du hast im zweiten Teil deiner Antwort alle wichtigsten Faktoren zusammengefasst. Danke vielmals.

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Das kann man mit Bakterienwachstum vergleichen, das wird in folgende Phasen aufgeteilt:

Latenzphase: Die Bevöllerung ist klein, vermehrt sich manchmal, stirbt manchmal, alles in geregeltem Zustand. Bei dem Menschen gab es auch eine solche Phase, ich denke mir hier eine kleine Grenze mit dem entstehen erster Ziviliationen.

Exponentielle Phase: Die Bevölkerung der Bakterien vermehrt sich immer weiter exponentiell, (bei Bakterien sind unter guten Voraussetzungen 40 min Standard), also verdoppelt sich die Bevölkerung in einem gewissen Abstand. Also: Je mehr Einwohner, desto größer ist auch das Wachstum. In DIESER PHASE befindet sich die Menschheit in etwa.

Stationäre Phase: Die Bevölkerung sollte sich immernoch weiter vermehren, jetzt nehmen aber Umweltfaktoren den Großteil weg, wie Platz/Nahrung/Hygienische Probleme. Heißt, dass genauso viele Individuen (normalerweise Bakterien, mein Vergleich dient auch dem Menschen) geboren werden wie sterben. Die Menschheit geht in den nächsten Jahren in diese Phase über, das Bevölkerungswachstum wird etwa gegen 0 gehen.

Absterbephase: Wenn diese Faktoren überhand gewinnen, stirbt die Kultur mit der Zeit ab. Diese Phase wird beim Menschen hoffentlich nie eintreten, aber es wäre durchaus möglich. Stell dir vor, auf der Erde leben im Jahr 2200.. sagen wir mal hypothetisch 11,5 Milliarden Menschen. Länder wie Indien oder China sind voller Menschen, Übersiedlungen auf andere Länder erhöhen da auch die Bevölerungsdichte, bis sich alles ausgleicht. Wenn ein Umweltfaktor zugreift (der wahrscheinlichste Fall wäre ein Pathogen), wären die Infrastrukturen wie Krankenhäuser o.ä. eh schon geschwächt durch die hohe Bevölerungsdichte, bei einer wirklich agressiven Krankheit wie bei Multi- oder Totalresistenten Bakterien könnte in einer kurzen Zeit ein beträchtlicher Teil der Menschheit sterben. Das ist natürlich nur Hypothese, aber resistente Keime sind meiner Meinung nach der wahrscheinlichste Auslöser der nächsten großen Seuche.

Interessante Analogie! Danke!

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In den westlichen Industrieländern war im 19. Jahrhundert während der frühen Indusrialisierung zunächst ein sehr starker Anstieg der Bevölkerung zu verzeichnen, weil durch die massenhafte Verarmung ehemaliger Handwerker und Bauern eine neue Schicht entstand, die zur Sicherung der eigenen Existenz auf nichts zurückgreifen konnte als auf die eigenen Nachkommen (lat. proles, daher "Proletariat").

Die Minderung dieser Wachstumsdynamik geschah (lange vor Erfindung der hormonellen Empfängnisverhütung oder auch brauchbarer Präservative) gleichzetig zur sozialen Absicherung der genannten Schichten, in Deutschland z.B. auch wesentlich durch die Bismarcksche Sozialgesetzgebung.

Das ist zunächst eine Koinzidenz; ein inhaltlicher Zusammenhang beider Veränderungen liegt nahe, weil er in vergleichbaren Gesellschaften zu unterschiedlichen Zeitpunkten ähnliche auftrat. Es könnte nun sein, dass sich das augenblicklich anderswo wiederholt.

Hallo. Die Entstehung entsprechender sozialer Strukturen scheint wohl der wichtigste Grund für die Minderung der Geburtenrate zu sein. Wenn man diese Korrelation, wie du es erwähnst, schon mehrmals in der Geschichte beobachtet hat, so können wir anscheinend mit großer Sicherheit darauf schließen, dass derartige Änderungen auch in den Industrieländern zu erwarten sind, was damit diese Statistik erklären würde.

Danke für deine Antwort.

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Hauptursachen für das Sinken des Bevölkerungszuwachses sind wirtschaftliche Entwicklung und Bildung (und die gehen Hand in Hand). Mit steigender Bildung sinkt die Zahl der Kinder pro Frau und steigt das Alter bei Erstgeburt. Die Leute merken dass Bildung zu Wohlstand führt, wissen um und haben Zugang zu Verhütungsmitteln.

Ironischerweise ist die Zahl der Teenager-Schwangerschaften ausgerechnet in den sexuell eher liberalen, aber aufgeklärten (hoher allgemeiner Bildungsstandart) Ländern, niedrig, während sie in Tabu-Gesellschaften relativ hoch ist. USA ist da ein gutes Beispiel, auch viele Länder Lateinamerikas.

USA ist übrigens eine Ausnahme von der Regel: Trotz Reichtum ist die Kinderfreudigkeit sehr hoch, nicht nur in den armen Schichten.

Danke.

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das liegt hauptsächlich daran, dass sich in den Entwicklungsländern die sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen ändern. Familienbplanung wird auch dort zunehmend bedeutsamer. Dadurch verringert sich die Zahl der Geburten pro Frau.

Danke für das wichtige Argument!

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Hauptursache sind wahrscheinlich die immer besser werdenden Zustände in den Entwicklungsländern.

Dort wird die Medizin immer besser!

Du kennst das sicherlich, dass die Familien in Afrika teilweise sogar 8 Kinder haben! Dies machen sie sozusagen als Vorsorge fürs alter. Im alter müssen mind. noch 2 Kinder Leben, damit für den "Unterhalt" der dann "Rentner" gesorgt ist.

Da aber viele Kinder sterben (an Krankheit etc.) machen die Menschen dort hat 8-9 Kinder.

Wenn also die Gesundheit besser wird, dann müssen keine 8 Kinder gezeugt werden, sondern evt. nur 2-3, weil quasi sicher ist, dass im Alter für sie Gesorgt wird.

Vielleicht wird es auch auf eine Entwicklung wie bei uns zulaufen: Geburtenrückgang. Durch Rente und andere Sozialleistungen, müssten sogar evt. keine Kinder großgezogen werden!

Insgesamt sehe ich auf noch weitere Sicht also einen klaren Bvölkerungsrückgang!

MfG

Danke!

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Im Idealfall werden die armen Länder industrialisiert und sind nicht mehr von ihren Kindern für die Rente abhängig.

Danke!

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Hallo, wertester Mitmensch! ^^

Das ist einfach und folgendermaßen zu begründen:

  • Viele Menschen werden sich dazu entscheiden,
    ein monastisches Leben zu führen und nehmen das Zölibat an.

  • Weitere werden zu faul für sexuelle Handlungen
    und somit geht die Fortpflanzungsrate zurück.

  • Gesellschaftssysteme vermindern den Spaß am Familienleben drastisch.

  • Statistiken lügen.

  • Meine Wenigkeit hat recht.

So, das ist meines Erachtens unerreicht. :-)

Freundlichst

Gentle Monk

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