Welpenerziehung - Mein Welpe beißt!

8 Antworten

Hallo,

von dem Aussperren des Hundes kann ich nur dringend abraten. Vielleicht hat dein Hund es bisher ganz gut verkraftet, aber grundsätzlich sind Hunde sehr soziale Tiere, die es nicht verstehen, warum man sie aussperrt. Sie wissen nicht, dass es die Strafe für das eben Gemachte sein soll, sondern haben (in der Regel) einfach bloß Angst.

Ich selbst habe jetzt einen 7 Monate alten Junghund, der am Anfang schon laut zu fiepsen angefangen hat, wenn er mit 3 Leuten im Raum war und einer davon aufstand um ins Bad zu gehen. Er war also noch nicht einmal allein, aber das Rudel war unvollständig und das machte ihm Angst. Also kann ich dir nur davon abraten den Hund auszusperren.

Auch von physischer Gewalt ist abzuraten. Selbst ein vermeintlich harmloser "Klapps" auf die Nase, kann vom Hund missverstanden werden.

Mein Hund macht mit dem Beißen fast das Gleiche wie eurer, nur dass er nicht in die Hände, sondern in die Füße beißt. Beides kann auch schmerzhaft und unangenehm werden. Am Anfang mache ich (was man eigentlich nicht machen sollte...) noch mit, weil es mir eigentlich auch Spaß macht, aber, wenn es mich nervt, sage ich klar und deutlich "nein". Meistens hört er dann auf, aber wenn er das nicht macht, kommt er in den Schwitzkasten und wird durchgeknuddelt ;). Okay... Nicht ganz die konventionellste Art, aber bei meinem aufmüpfigen Zwerg wirkt sie :). Meiner knabbert mich eigentlich auch nur dann an, wenn er etwas will. Meistens heißt es wirklich nur "jetzt ist Spielzeit" - in seltenen Fällen heißt es auch "ich will Gassi gehen".

Ich weiß nicht, ob ihr in einer Wohnung oder einem Haus wohnt und ob ihr einen Garten habt oder nicht bzw. "leicht reizbare Nachbarn" oder nicht, aber wenn er wieder so hyperaktiv ist, nehme ich meistens Quietschspielzeuge, quietsche ordentlich darauf herum und renne dann vor ihm weg. Das spiegelt für den Hund die natürliche Spielweise wieder. (Einer hat die Beute und muss sie vor der Meute in Sicherheit bringen, während die anderen ihm nachlaufen). Wenn er es geschafft hat, die "Beute" einmal zu erwischen, werfe ich sie meistens weg, sodass er sie nun hat und er vor mir wegrennen muss. Und er hat es auch schon heraus nach einiger Zeit ebenfalls die Beute für mich fallen zu lassen :). So ist es ein ewiges Hin und Her und der Hund ist nach knapp einer halben Stunde ausgepowert. Danach ist meistens Schlafenszeit bei ihm :).

Also um es mal ein bisschen auf den Punkt zu bringen: Das Wichtigste bei jungen Hunden ist das Auspowern. Wenn sie so richtig schön K.O. sind, machen sie erstens weniger Unfug und zweitens lassen sie sich dann auch leichter erziehen.

Und da Terrier (und auch besonders die Westis) sehr, sehr viel Energie haben, muss man eben viel spielen und laufen. Mein Hund (ein Irish Red Setter (mittelgroße bis große Hunderasse)) geht am Tag ca. 4 Stunden lang (auch innerhalb der Woche) spazieren und spielt zwischendurch noch knapp 1-2 Stunden. Den Rest des Tages schläft er dann aber auch.

(Tut mir Leid, dass der Text ein bisschen lang/wiederholend/durcheinander ist, ist bloß schon etwas spät ;) )

Der Klapps auf die Nase ist keine psychische sondern körperliche Gewalt das "nein" in solch einem Zusammenhang wird dann schon eher in die Kathegorie der psychischen Gewalt einsortiert, beides fällt aber unter die Bezeichnung fachsprachlich positive Bestrafung, d.h. das positive wir im mathematischen gesehen es wird etwas unangenehmes/aversives hinzugefügt und Bestrafung eben weil es als eine solche vom Hund empfunden wird.

Das was Du mit Deinem Hund machst ist in keinster Weise auspowern, sondern erschöpfen.

Ich kenne Deinen Hund nicht, aber so wie sich das für mich anhört, steht Dein Hund unter starkem Stress und das quietschen und fangen spielen pusht einen Hund der sowieso schon hoch gedreht ist noch mehr hoch, dann kommt hinterher die Erschöpfungsphase, welche eben leider oftmals als "ausgepowert" angesehen wird und aus solchen "Zuständen" entstehen die meisten Verhaltensauffälligkeiten.

Des weiteren sollte man ein 10 WOCHEN junges Baby erst einmal in der neuen Welt ankommen lassen, sie braucht Ruhe, Liebe, Wärme und viiiieeeelll Verständnis, aber an aller letzer Stelle braucht sie ein auspowern, denn genau das macht die meisten Terrier zu diesen durchgedrehten bellenden tickenden Zeitbomben und nicht nur Terrier werden dann zu solchen...

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Welpen scheinen einen gewissen genetischen Anteil Hai in sich zu tragen :). Viele Hundebesitzer sind erschrocken und ratlos, wenn der Welpe ständig nach ihnen schnappt und in alle möglichen Körperteile beißt.

A. Das Verhalten ist normal. Der Welpe hat keine Hände und kann deshalb nur sein Maul und seine Zähne nutzen, um dich zu berühren und dich festzuhalten.

Was er noch nicht weiß ist, wie fest er dich halten darf. Das muss er lernen. Es nennt sich "Beißhemmung", ist aber eher eine Kontrolle der Beißintensität. Bei seiner Mutter hat er diese bereits so weit gelernt, dass sie bei Hunden funktioniert. Entgegen anderer Aussagen passiert dies in den ersten 8 Lebenswochen ausreichend. Ein längerer Aufenthalt im Geschwisterrudel hat nicht automatisch eine Beißhemmung gegenüber dem Menschen zur Folge. Diese muss in jedem Fall besonders eingeübt werden.

Dass die Haut von Menschen empfindlicher ist, weiß der Welpe nicht. Nun bist du als neuer Besitzer gefragt, ihm zu vermitteln, wie fest er beim Menschen zufassen darf.

B. Im Gegensatz zu manchen anderen Aussagen ist es wichtig, ihm immer wieder die Hände zum Beknabbern anzubieten. Diese "Hand- und Fangspiele" sind nötig, um die Beißintensität kontrollieren zu können und dienen zudem der Bindung und Vertrauensbildung. Da der Hund lernen soll, den Menschen sanft zu behandeln, müssen es auch die Hände sein und nicht irgendwelches Spielzeug, auf dem der Hund dann beliebig herumkauen darf. Dabei lernt er lediglich, dass er nur den Menschen belästigen muss, damit er bespaßt wird.

Die Mutterhündin hält dem Welpen auch kein Ersatzobjekt hin, sondern vermittelt, ihm, wie fest er zufassen darf.

C. Im Moment wird das Ganze durch die spitzen Welpenzähne verschärft. Nach dem Zahnwechsel wird die gleiche Intensität deutlich weniger weh tun. Dennoch kannst du den jetzigen Schmerzgrad als Maßstab nehmen.

Was tun?

Setz' dich zu deinem Welpen auf den Boden und biete ihm deine Hand zum Beknabbern an. Sprich dabei ruhig und sanft mit ihm. Immer wenn er zu fest zufasst, sag ruhig und ernst "Nein" und entziehe ihm die Hand. Schnappt er nach, sag wieder "Nein" und entziehe ihm die Hand erneut. Macht er von sich aus keine Anstalten, sofort wieder nachzuschnappen, biete ihm die Hand wieder an, sprich dabei ruhig mit ihm und warte auf das nächste zu feste Zufassen.

Du wirst eine Menge Wiederholungen brauchen, bis der Welpe verstanden hat, wie es richtig ist. Wenn es dir nach 8-10 Wiederholungen reicht, stehe ruhig auf und ignoriere weitere Versuche, mit dir zu spielen. Eine Weile später setzt du dich wieder zu ihm und übst erneut.

Dazu braucht es weder Lautstärke noch Quietschen oder "Au"-Schreien. Ein ruhiges Wiederholen des Abbruchsignals "Nein" in Verbindung mit dem Entzug der Hand ist völlig ausreichend.

Das ist am Anfang total normal. Das macht jeder Welpe, sie wissen nocht nicht das unsere Haut nicht so "stabil" ist wie die von Hunden. und welpenzähne sind das schlimmste. ich hab immer noch eine Narbe von meiner Hündin, als sie mich beim spielen erwicht hatte.

Selbst mein Rüde, der bei seiner Mutter aufgewachsen ist musste ich es bei bringen, dass er nicht so fest zu beißen darf.

Hat mein Stinker mich zu fest erwischt hab ich auf gequieckt und ihn etwas grober geschubst.. Recht schnell hat er verstanden, dass er mit Menschen vorsichtiger sein muss.

Hat er mal seine Mutter zu fest erwicht, hat sie laut geknurrt und nach ihm geschnappt. Er hat sofot verstanden, dass es zu fest war.

Weg sperren ist falsch, wenn Hunde untereinander spielen und einer zu grob wird, sagen sie es deutlich und spielen gleich weiter. So sollte es auch der Mensch machen.

Wenn du dem Hund etwas wegholen willst, nicht einfach wegziehen, sondern warten und langsam bewegen. Sobald du hektisch das Spielzeug nimmst, denkt der Hund das spielen geht los.

Von einem Hundeklo halte ich gar nichts, geh nachts auch regelmäßig mit dem Hund raus, oder setzt sie in einen Abgesperrten Bereich neben deinem Bett. Der welpe wird sich melden wenn er muss und sein Schlafplatz nicht verlassen kann.

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