Welpe pinkelt plötzlich sehr viel und frisst kaum

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4 Antworten

Falls das mit Deinem Vater und dem Verhalten Deines Hundes von Beginn an so war und sich nicht verändert hat, würde ich daran arbeiten. Kann gut sein, daß Dein Hund beim Züchter schlicht keine Erfahrungen mit Männern gesammelt hat. Wenn ein Hund keine positiven bzw. gar keine Erfahrungen mit Männern sammeln konnte, wird es eine Herausforderung bleiben, mit Männern umzugehen. Männer treten ja anders auf als Frauen: sie sind meinst größer (und damit "bedrohlicher" für einen 12 Wochen alten Welpen), sie gehen gerader, sie reden lauter und haben eine tiefere Stimme. Du schreibst ja auch, Dein Hund -wie heisst der eigentlich? - hat viel Respekt vor Deinem Vater. Ich würde folgende Übung vorschlagen: wenn Dein Papa mal wieder bei euch ist, nimm Deinen Hund auf den Arm, wenn Du ihm die Haustür öffnest. Begrüße Deinen Papa mit Handschlag (so zeigst Du dem Hund, daß Du die Lage, den Besuch und ihn als Hund "im Griff hast - also die gesamte Situation - das wird ihn sehr beeindrucken) und weise dann Deinem Vater mit einer klaren Handgeste einen Platz zu. Behalte Deinen Hund auf dem Schoss. Für das erste Mal würde ich nur zwei Minuten warten, dann aufstehen und den Besuch (immer noch mit Hund auf dem Arm-der soll ja alles mitkriegen und registrieren-) nach draußen bringen. Den Besuch mit einer klaren handgeste (Winken) verabschieden. Ist der Besuch weg, Hund runtersetzen, frisches Wasser geben. Danach Hund in Ruhe lassen. Vermutlich wird Dein Welpe etwas trinken und dann einschlafen. Lass ihn schlafen, denn er muss die Eindrücke verarbeiten - das geschieht im Schlaf. Daher ist es sehr wichtig, daß ein Hund ausreichend Ruhepausen hat. Dabei darf er nicht gestört werden. Ich selbst würde dem Hund eine Schlafbox einrichten. So eine Box aus Stoff, die man auch mal schliessen kann. Nein, nicht, um ihn wegzusperren. Sondern, um für Sicherheit zu sorgen. Bei meinem Westie mache ich es auch so. Weisst Du, mein Hund wurde vor 2 Wochen am Kreuzband operiert und er darf für mindestens 3 Monate nicht springen. Da er bisher bei meinem Hundesitter aufs Sofa durfte, haben wir die Sessel und Sofas mit Kissen blockiert. Da mein Hund aber gewohnt war, wann immer er mag, aufs Sofa zu springen, hat er es bereits einige Male versucht und zweimal leider auf den Sessel gesprungen, aber zum Glück nicht herunter! Da wir nicht 24 Stunden am Tag neben dem Hund sitzen können, kommt er in seine Box. Er kommt in seine Box, wenn wir Essen vorbereiten und er nicht in der kalten Küche warten soll. Er kommt in die Box, wenn meine Mutter einkaufen fährt (dauert unter 30 Min.) und wenn Besuch kommt und sie sich nicht um den Hund kümmern kann. Mein Hund hat seit der OP eine Hausleine am Halsband.Du siehst, die Box hat nix mit Wegsperren - viele denken das und haben daher ein Problem mit ner Box - zu tun, sondern schlicht, um für Sicherheit zu sorgen. Ich möchte nicht das Risiko eingehen, daß mein Hund aufs Sofa springt und vielleicht herunter, weil er weiss daß er es nicht soll. Und die Folge wäre ein weiterer Kreuzbandriss mit erneuter Narkose, erneuter Operation und erneuten Kosten (ca. 1.000 Euro). Mein Hund ist 8,5 Jahre alt. Ich hoffe, Du verstehst, was ich Dir damit sagen möchte. Grundsätzlich empfehle ich Dir ein wirklich gutes Buch: "Vom Welpen zum Familienhund" von Jan Nijboer. Darin sind solche Dinge beschrieben wie, den Hund an Halsband und Leine zu gewöhnen, dafür zu sorgen, daß er nicht an der Leine zieht, wie kriege ich den Hund stubenrein, wie gewöhne ich den Hund an Besuch, warum es Sinn macht, den Hund auf dem Schoß oder dem Arm zu behalten und so weiter. Aber das Wichtigste, was darin vermittelt wird ist, wie der Mensch zur Bezugsperson für seinen Hund wird und wie der Mensch seinem Hund möglichst viel Sicherheit in allen möglichen Situationen vermitteln kann. Ich hätte mir vor 8 Jahren so sehr gewünscht, dass ich so ein tolles Buch gehabt hätte, denn bei meinem Hund hab ich viel falsch gemacht und hatte bereits einen kleinen Giftzwerg - eben wie man sich die kleinen Terrier so vorstellt. Inzwischen arbeite ich nach den Prinzipien von Jan Nijboer und bin total begeistert. Mein Hund ist entspannt und nicht mehr gestresst. Er vertraut mir. Ein Beispiel: früher brauchten wir alle paar Monate beim Herzultraschall (mein Hund hat einen Herzfehler und das muss zweimal im Jahr kontrolliert werden) 4 Erwachsene, um den Hund auf die Seite zu legen. Heute sage ich zu meinem Jessie "Hinlegen" und er lässt sich ohne Probleme vom Tierarzt auf die Seite legen und bleibt auch liegen! Ich halte jeden Stress von meinem Hund fern und sorge damit dafür, daß er mehr Lebenszeit hat! Ich wünsche euch, daß ihr mit eurem Hund übt, daß Männer und auch Besuch nicht schlimm sind. Fangt bald an zu üben, die so wichtige Prägephase beim Hund dauert nur bis zur 16. Woche. Bitte geht immer in kleinen Schritten vor. Bleibt geduldig. Viel Erfolg, ihr schafft das. Viele Grüße von Jesska

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Midna78 29.03.2013, 12:58

Hallo Jesska, danke für die hilfreiche und detaillierte Antwort. Erst einmal alles Gute für deinen Hund - auf dass alles wieder okay wird. Das Problem ist, dass Bella nicht auf alle Männer so reagiert. Sämtliche männliche Nachbarn (wohnen in einem Mehrfamilienhaus) begrüßt sie meist schwanzwedelnd, rennt auf sie zu und würde sie am liebsten alle anspringen (das muss ich noch aus ihr rauskriegen). Mein Vater hat das natürlich gesehen. Und wundert sich, dass sie eben bei ihm zurückhaltend ist, aber bei allen anderen nicht. Ich hab sie auch schon hochgehoben und mich mit etwas Abstand vor ihn gestellt. Kam er mit der Hand, wich sie zurück. Anfangs. Gab er ihr aber dann ein Leckerchen, brach langsam aber sicher das Eis. Das ist aber bei jedem Besuch von ihm dasselbe. Meine Tochter erzählte mir sogar, dass sie ihn zuletzt draußen traf, als sie mit Bella Pipi machen war. Und Bella wich vor ihm zurück und quiekte richtig. ich verstehe das beim besten Willen nicht. Fast allen Menschen gegenüber ist sie aufgeschlossen - andere Hunde meidet sie, sobald sie größer sind. Oh, das Alleinsein ist ja auch so eine Sache... daran zu arbeiten ist echt hart. Die Vorbesitzerin (war keine Züchterin) wohnte mit ihren Kindern allein, hatte aber manchmal Besuch von ihrem Freund - wie es da ablief, weiß ich leider nicht. Aber auf mich machte der Mann einen recht sympathischen Eindruck, als ich ihn mal treffen durfte. Es wunderte mich gestern halt nur, wieso sie plötzlich so oft machen kann, obwohl sie kaum getrunken hat und im Grunde seit dem Mittag nichts mehr gefressen (hab die Portion dann am Ende weggeschmissen, normal stürzt sie sich immer drauf, als wäre sie total ausgehungert). Geduld ist immer so eine Sache. Ich gebe mein bestes. Aber in solchen Situationen komme ich mir irgendwann total überfordert vor und denke, wir kommen nie weiter :(

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Jesska2009 29.03.2013, 13:04
@Midna78

Schwanzwedelndes begrüssen muss nicht freundlichkeit bedeuten- es kann auch auf Aufregung hindeuten.

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Midna78 29.03.2013, 13:33
@Jesska2009

Ich meinte, dass sie auf die Leute direkt zurennt (nicht alle. Bei manchen bleibt sie sitzen oder setzt sich zwischen oder vor meine Füße). Bei Hunden versteckt sie sich gern hinter mir - wenn sie ganz groß sind, nehm ich sie auf den Arm. Bei zu großer Aufregung hatte sie bis vor kurzem immer ein kleines Pfützchen hinterlassen, wenn sie jemanden begrüßt hat (oder auch wenn man den Raum verließ, obwohl jemand anderes mit ihr noch im Zimmer war), das hab ich nachts immer gesehen, wenn ich sie quasi weckte und mit ihr raus wollte. Sie legte sich dann immer direkt vor mir auf den Rücken und dann sah ich schon das Tröpfchen. Aber das hat inzwischen aufgehört.

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Derartige Veränderungen fallen immer in die Zuständigkeit des Tierarztes !!

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Das dies ja wohl bisher in dieser Form noch nicht vorgeommen ist, würde ich auf Stress durch den Besuch tippen. "Stress-Pipi-Drang" beobachte ich auch bei meiner Hündin (nach einer für sie unangenehmen) Autofahrt) - allerdings geht nichts ins Auto (sie ist schon 10 Jahre alt), aber dann draußen 10x hintereinander. Beobachte doch mal, ob dieser Zustand bei Stressituationen nochmal auftritt. Zeigt der Hund noch andere Stressymptome (hecheln, gähnen)? Sollte dieses Problem allerdings z.B. mehrere Tage hintereinander anhalten, wäre es ratsam, den Tierarzt zu fragen. Es könnte sich auch um ein Nieren-/Blasenproblem handeln.

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Midna78 28.03.2013, 21:54

Danke für die schnelle Antwort. Also sie hechelt und gähnt öfters, besonders oft nach dem Schlafen oder Spielen. Ich muss dazu sagen, dass sie ziemlichen Respekt vor meinem Vater hat - auf offener Straße zieht sie sich zurück und quiekt (er redet ihr immer gut zu, bringt aber nix) und bei ihrem ersten Aufeinandertreffen hat sie auch in den Flur gemacht. Nach einiger Zeit lässt sie sich aber von ihm anfassen und leckt sogar seine Hand. Meine Mutter mag weder Hunde noch Katzen. Ging nur ziemlich auf die Substanz heute. Da ist man endlich stolz über Fortschritte und dann sowas :(

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Sarah3333 28.03.2013, 22:04
@Midna78

Ja, verstehe schon, ein herber Rückschlag. Aber nimms dem Tier nicht übel, es ist ja noch sehr jung und reagiert instinktiv auf den Stress und bemerkt sicherlich die Ablehnung Deiner Eltern. Dazu viele unbekannte Stimmen und die vielleicht ungewohnte Lautstärke. Kehrt wieder der gewohnte Alltag ein, wird Dein Hundchen sicher wieder Fortschritte machen (sofern es nicht krank ist).

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Midna78 29.03.2013, 13:37
@Sarah3333

Ich hoffe es so sehr. Nur warum blieb sie während des Besuchs so ruhig und begann erst, als alle weg waren, damit? Mein Vater mag Hunde ja sehr - ihm gehört die Wohnung und ich musste mir ja erst einmal sein Okay holen. Bin irgendwie froh, dass an meinem Geburtstag morgen kein Besuch kommt. Weiß schon gar nicht mehr wohin mit der vielen nassen Wäsche :/

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Mit 12 Wochen muss man noch alle 2 Stunden mit dem Hund raus. Kann ja sein das der Hund sich die Blase erkältet hat. Wo Er hin gemacht hat, Sauber machen ,und Mit Feebreze einsprühen. Wenn Der Hund noch riecht wo Er gemacht hat ist das eine eine Pinkelecke geworden.

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Midna78 29.03.2013, 13:07

Wie gesagt, tagsüber gehen wir mit ihr alle zwei Stunden raus (waren bevor der Besuch kam und als es los ging, waren die 2 Stunden auch fast vorbei). Morgens nach dem Aufstehen öfters, da sie ja dann sehr viel trinkt. Normal handhabe ich das so, dass ich die Stelle wische und dann nochmal mit Essen drüber, hab mir irgendwo mal sagen lassen, dass Essig den Geruch gut verdeckt/entfernt. Hatte gestern auch mal an ihrem Kissen gerochen, weil ich nicht sicher war, ob es wirklich von ihr kam. Problem war, dass da so gut wie gar kein Geruch war... deshalb hab ich auch direkt das Kissen abgerieben (kann man dummerweise nicht waschen) mit Essig und jetzt erstmal auf den Balkon zum trocknen gebracht. Die Decke, die daneben lag, hab ich vorsorglich gewaschen. Sie macht normal in der Wohnung nie an eine Stelle zweimal.

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Dackelmann888 29.03.2013, 19:23
@Midna78

Eine Hundenase ist empfindlicher ,Essig bringt nichts .In meinem Schuppen waren mal Wespen am bauen mit Ihrem Nest. Habe Den Eingang mit Feebreze eingesprüht .Die haben das Nest nicht wieder gefunden.

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