Welches Verhalten findet ihr besser?

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4 Antworten

Ich sag Dir jetzt mal, wie ich das aus meiner Warte sehe. Ich selbst bin seit 2006 sehr krank, mit vielen Krankenhausaufenthalten. Während dieser Zeiten sieht und hört man nichts anderes als Krankheiten, Behandlung, Tabletten, das volle Programm. Dann kommst Du nach Hause, es geht Dir zwischen den einzelnen Klinik-/Zuhause-Zeiten ziemlich bescheiden, Du hast nichts anderes mehr als Deinen Körper, Du bist reduziert auf Schmerzen, Arztbesuche, Deine Bettnachbarn, Arzttermine. Immer wieder kommst Du auf diese Punkte. Fernsehen, Bücher, alles rückt in den Hintergrund. Du wartest förmlich auf das nächste Wehwehchen, von dem Du unweigerlich ahnst, daß es kommt.

Je länger die "guten Zeiten" dauern, desto mehr kannst Du wieder über andere Sachen lachen und Dich unterhalten, aber das dauert. Vermutlich wird es Deiner Bekannten gar nicht auffallen. Ich habe irgendwann da gesessen und mich am Kragen gepackt. Sonst säße ich vermutlich heute auf der Psychiaterbank und wartete auf einen Termin.

Mehr als ablenken kannst Du sie nicht. Verlängere die besuchsfreien Zeiten oder höre Dir das Ganze immer und immer wieder an. Irgendwann wird es besser.

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Ich finde es doch schon prima, wie du das machst. Besuchst die Person oft und kümmerst dich, hörst zu und machst dir zusammen mit anderen Gedanken, wie man am besten mit der Person umgeht.

Ich denke, wichtig ist aber auch, dass du an dich denkst. Du sollst die Besuche so gestalten, dass es auch dir gut dabei geht. Wenn du nur mitjammerst, und hinterher total genervt deswegen bist, ist das auch nicht gut. Dann versuche lieber, mit der Person zu lachen, zu erzählen... . Es passiert jeden Tag "draußen" was Neues, was du berichten kannst. Du kannst Zeitungen mitbringen und daraus vorlesen. Irgendwas, was ablenkt vom grauen Krankenhausalltag ist doch wichtiger, als dem Kranken den ganzen Tag seine Krankheit zu bestätigen. 

Es genügt doch, wenn du dich kurz nach dem Befinden erkundigst, und dann wird aber das Thema gewechselt. Ich denke, man darf einen Patienten auch spüren lassen, dass es einem ab einem gewissen Punkt zuviel wird. Man kann erklären, wie gerne man kommt, damit sich der Patient nicht langweilt und Abwechslung hat. Aber man darf auch sagen, wenn es einem zuviel wird, und einen dann selber belastet. Dann sag doch einfach: "Komm, jetzt reden wir über was anderes, das bedrückt mich jetzt zu sehr". Das ist doch nicht schlimm.

Wichtig ist, der Kranke merkt, dass du zu ihm hältst, und ihn nicht abschiebst, wenn er im Krankenhaus ist.

Aber du bleibst du, und verstellst dich nicht :o) .

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Ich finde, es kommt sehr drauf an, was die Person hat. Aber natürlich auch auf die Person selbst. Wenn es ihr gut tut, darüber zu sprechen, dann sollte man das auch so akzeptieren. 

Ich kann jetzt nur von mir sprechen: Ich bin psychisch krank. In meinen extremsten Phasen hätte es mich echt krass angepisst, wenn jemand versucht hätte mich zum Lachen zu bringen. Ich hätte mich gefühlt, als würde mich mein Gegenüber nicht ernst nehmen.

Frag die Person doch, warum sie nur über ihren schlechten Zustand spricht. Ob sie das so will oder ob sie auch über was anderes reden will.

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Manche Leute sind eben nur glücklich, wenn sie unglücklich sind. Vielleicht gehört deine dir nahe stehende Person auch dazu. 

Dadurch dass sie im Krankenhaus ist, muss sie krank und gebrechlich sein. Zumindest redet sie sich das ein. Da will sie einfach nur leiden. Und keine Aufmunterungen. 

Schwierig einen Rat zu geben. 

Aber du könntest dem vielleicht einen Riegel vorschieben, indem du nach einer gewissen Zeit das Thema wechselst. 

Denn für die, die sich das anhören müssen, ist es ja schließlich auch belastend. 

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