Welches Trockenfutter für Hunde sollte ich füttern?

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8 Antworten

Bezüglich des Getreides wird leider sehr viel Unsinn im Internet verbreitet. Dies schließt auch große Foren mit ein. Durch die Domestizierung hat sich das Verdauungssystem des Haushundes im Gegensatz zu dem des Wolfes an die Verdauung von Kohlenhydraten angepasst. Entsprechende Gene für die Enzymbildung wurden wissenschaftlich nachgewiesen. Genauso wie es einen kleinen Prozentsatz bei uns Menschen gibt mit Lebensmittelallergien genauso gibt es diese Allergien auch bei Hunden. Am Preis kann man die Hochwertigkeit von Hundefutter nicht ausmachen. Ebenso alleine am Fleischgehalt. Ein Hundefutter aus dem mittlerem Preissegment ist völlig ausreichend. Dir eine Marke zu empfehlen finde ich nicht richtig. Weil jeder Hund unterschiedliche Anforderungen ans Futter stellt. Von der Aktivität bis hin zu Allergien. Die Menge die ich als Tagesdosis verfüttern muss spielt für mich ebenso eine Rolle.
Ich habe nie ein Futter aus dem hochpreisigem Segment gefüttert. Mein Hund ist inzwischen 15 Jahre alt top fit. Geht mit mir immer noch auf Trekking-Tour in die Wildnis. Wir reißen fast täglich einiges an km mit dem Fahrrad runter. Sind immer noch den ganzen Tag am Wandern. Am Samstag waren es 23km. Mein Hund hat keine Anzeigen von Arthrose oder gar Zahnstein. Scheine daher doch alles richtig gemacht zu haben.

Um mal auf das viel gelobte Barfen einzugehen. Barfen kann eine richtig gefährliche Sache für Tier und Mensch sein. Sogar lebensgefährlich. Anerkannte wissenschaftliche Studien zeigen, dass 80% der verfütterten Fleisches mit Salmonellen belastet war. Andere Studien haben gezeigt, dass 61% der Ausscheidungen im Jahr mit Salmonellen belastet sind. Keiner der Hunde erkrankte daran, schieden aber die Salmonellen über den Kot aus, was eine Gefahr besonders für Kinder, Schwanger und Immunsupprimierte Menschen darstellt. Bei Kartzen dagegen kommt es öfter zu Salmonellen-Erkrankungen. Vor allem junge und ältere Tiere sind davon betroffen. Selbst Gesunde Menschen leiden unter den Folgen einer Erkrankung. Deshalb sind Hunde gebarft werden, von einigen -unter anderem der Größten - von der Ausbildung zum Therapiehund ausgeschlossen. Auch darf in vielen Uni-Tierkliniken in Nordamerika nicht gebarft werden. Eben weil eine so große Gefahr besteht. Unter Tierärzten ist die Barf-Methode nicht nur deswegen umstritten. Außerdem zählen zu den Folgeerscheinngen der Rohfleichernährung Mangelerscheinungen und Magen-Darm-Probleme. Studien haben ebenfalls gezeigt, dass die überwiegenden Futterrationen zu chronischen Mangelerscheinungen führen. Die Folgen davon können unter anderem: Erhöhte Infektanfälligkeit; Kürzere Lebenserwartung; Eingeschränkte Organfunktion; Erhöhte Krankheitsanfälligkeit; Verhaltensstörungen; Hautveränderungen; Trockenes stumpfes Fell; Knochenentkalkung (Demineralisation); Knochenverbiegung (Durchtrittigkeit der Fußgelenke); Wachstumsstörungen; Entwicklungsstörungen; Leberbelastung; Erhöhtes KrebsrisikoOCD (Osteochondrosis dissecans). Der Körper versucht Fehlversorgungen lange zu kompensieren weshalb sie häufig unentdeckt bleiben oder nicht erkannt werden. Es kann also Jahre dauern bis Folgen erkannt werden. Dann ist es aber sehr oft schon zu spät. Ohne die intensive Unterstützung eines Tierarztes der sich auf Barf spezialisiert hat (Irgendwelche Weiterbildungen reichen da nicht aus) und entsprechenden computerunterstützten Überwachung ist es nicht möglich die Gefahr durch Mangelernährung zu minimieren. 

Die Barf-Methode wird bei Hunden sehr oft mit dem Vergleich des Wolfes begründet. Mit der "natürlichen Ernährung". Die Sinnhaftigkeit in dem Vergleich sucht man m.E. aber verzweifelt. Durch die Domestizierung hat sich das Verdauungssystem des Haushundes im Gegensatz zu dem des Wolfes an die Verdauung von Kohlenhydraten angepasst. Entsprechende Gene für die Enzymbildung wurden nachgewiesen. Außerdem sterben Wölfe in freier Wildbahn auch eher viel früher. Werden im im Durchschnitt nur 4 Jahre alt wird ohne Fremdverschulden. Zieht diese Begründung nicht, wird dann versucht die unabhängigen Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse in Frage zu stellen. Es kommt die große Keule der Verschwörungstheorie. Wissenschaftlicher, Tierärzte, Behörden, die Politik natürlich auch die Industrie selber sollen da dann gemeinsames Spiel treiben. Die Behauptung, dass solche Studien überhaupt nicht existieren würden, sind dann der Klopfer schlecht hin.  

Ich empfehle sich alleine mal den Wiki-Artikel inkl. der Quellen und die entsprechende Diskussion vorzunehmen. Dort wird sehr gut erklärt und stichhaltig bewiesen, dass die Gefahren real sind.
https://de.wikipedia.org/wiki/Barf

Wenn man sich dann noch weiter informieren will kann man unter
Die entsprechenden Studien finden. Meist aber in englischer Sprache.
https://scholar.google.de/


Im Gegensatz dazu gibt es übrigens nicht eine einzige wissenschaftlich anerkannte Studie die die Vorteile von Barf aufzeigen würden. Erfahrungen sind daher lediglich auf subjektive Wahrnehmung gestützt. Die nichts mit der Realität gemein haben müssen.
Das Thema ist sehr komplex und polarisiert. Aus diesem Grunde verlinke ich auch nicht jedes Ergebnis und jede Studie einzeln. Mach dir einfach selbst aus all den Informationen ein eigenes Bild. Dafür ist das Thema einfach zu wichtig.

KangalLove 16.01.2017, 14:29

Da kann ich nur zustimmen... Einmal habe ich Frischfleisch extra für Hunde verfüttert und eine meiner Hunde wäre fast dran gestorben... obwohl sie immer diejenigen war die alles vertragen hat... Das Fleisch war stark mit Bakterien und keimen infiziert...

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82ibba 16.01.2017, 14:30

Danke. eine sehr gut recherchierte und informative Antwort!

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Da hier von einigen strickte Getreide abgeraten wird einmal meine eigene Erfahrung.

Vorweg; ich lebe teilweise in einem Entwicklungsland. Hier werden bestimmt über 95% aller vorkommenden Hunde bestimmt zu 80% mit Getreide, sprich Reis ernährt. Fleisch ist teilweise sehr teuer und Hundefutter meist gar nicht zu bezahlen. ( Dafür werden aber Supplements zugefüttert).

Alle Hunde, welche ich kenne, haben keine Allergie entwickelt. Glaubt mir, das sind viele.

Ich denke, dieses Allergiezeugs ist mittlerweile, wie beim Menschen, teilweise eine "Zivillisationskrankheit".

Trockenfutter ist eine günstige Alternative. Ganz ausschließen würde ich es nicht komplett. Barfen ist außerdem nicht für jeden eine Option

Ansonsten würde ich Wolfsblut Wild Duck empfehlen. Das füttere ich selber.

Darüber hinaus kannst du dich auf diesen Seiten mal ein bisschen informieren:

www.welches-hundetrockenfutter.com --> geht tatsächlich nur um Trockenfutter

https://ratgeber-guide.de/all/die-richtige-ernaehrung-fuer-gesunde-vitale-hunde/ --> hier findest du ein paar grundlegende Tipps

Ansonsten geh zur nächsten Bibliothek und leih dir ein paar Bücher über Hundeernährung aus!

Viel Glück!

Trockenfutter ist die ungesündeste Ernährung, besser wäre ein hochwertiges Nassfutter oder BARF.

Hundefutter sollte mind. 60% Fleisch enthalten! KEIN Zucker und kein Getreide! Daher auf die Angaben achten!

Ich fütterte etwa 6 Jahre Wolfsblut "Wild Duck" und bin vorletzten Monat
auf "Wide Plain" umgestiegen weil ich das hier um die Ecke besser
bekomme. Sie frisst es gerne, obwohl Madame ansonsten eher mäkelig ist.

Um das Ganze etwas abwechslungsreicher zu machen gibt es gerne mal Hüttenkäse, Quark, restkartoffeln oder einfach einen Löffel Kokosöl in den Napf. 1-2x die Woche gibt es zum Abendessen ein Stück frisches Fleisch oder wenn es weg muss abgekochtes Hähnchen. Zwischendurch zum Knabbern gibts frische Knochen vom Metzger.

Wichtig ist das der Fleischanteil hoch ist, kein Getreide und Zucker(rübenschnitze) drin ist. Ersteres löst oft Allergieen aus, letzteres sorgt für schlechte Zähne.

BARF ist wenn man es richtig macht sicher die optimale Lösung, da ich keine Gerfiertruhe habe und die nötig ist um günstiges Fleisch zu bevorraten fällt das leider bei uns aus.

skjonii 16.01.2017, 13:52

Wenn man weiß, dass der Hund kein Problem mit Getreide hat, ist es auch nicht schlimm wenn das Hundefutter Getreide enthält. Solange es nicht nahezu ausschließlich daraus besteht, natürlich ;) 

Getreidefrei ist im Hundefutter momentan das, was lactosefrei und glutenfrei im Supermarkt ist... Lässt sich besser verkaufen, obwohl es für einen weiten Teil der Konsumenten überhaupt nicht schädlich ist. 

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Achwasweissich 16.01.2017, 13:54
@skjonii

Ich hab halt festgestellt das mein Hund und auch der meiner Ma furzt wie ein Waldesel wenn Getreide im Futter ist, das wirkt "ein wenig" abschreckend ;)

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DreiBesen 16.01.2017, 14:35
@Achwasweissich

Mein Hund hat als Welpe Wide Plain bekommen, weil er es schon bei der Züchterin gefressen hat. Komischerweise blähte er trotz "Getreidefreiheit" bis an die Grenze des Erträglichen und sein Fell fühlte sich harzig an.

Seit wir umgestellt haben, pupst er nur noch, wenn er neue Leckerlis hatte, aber nur manchmal. In dem neuen, kaltgepressten Futter ist aufgeschlossene Hirse drin und die verträgt er wunderbar. Er ist fit und kerngesund.

Jeder Hund reagiert eben anders... will sagen, man kann nicht pauschalisieren.

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KangalLove 16.01.2017, 14:33

Wolfsblut ist aber auch nicht so toll

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KangalLove 16.01.2017, 14:33

*nicht mehr so toll

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Ich kann dir https://www.canadoo.de/ empfehlen :) Die haben da sehr genaue Produktbeschreibungen drin und mein Hund verträgt das Futter von denen echt gut. 

Trockenfutter würde ich nicht empfehlen. Ich nehme das nassfutter von real nature :)

Gar keins.

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