Welches Thema könnte mein Kinderbuch über eine prinzessin für die Päda-Facharbeit haben?

5 Antworten

Ich glaube nicht, daß die Frage hilfreich beantwortet werden kann. Ohne ein bißchen Kreativität kann selbst mit Klischees nichts zustande kommen. Und warum eine Moral? Märchen haben zwar eine, indem immer das Gute siegt, aber die besten Kinderbücher haben keine (z.B. "Alice im Wunderland", "Pippi Langstrumpf") oder eine ganz andere. Wie auch immer - ich finde, daß dieses Arbeitsthema eine Zumutung ist, wenn es aufgezwungen wurde, aber vielleicht stehen auch andere Themen zur Auswahl? Wenn nicht, sehe ich für die Arbeit schwarz. Ich hätte gern etwas Brauchbareres beigetragen, aber das scheint in dem Fall nicht möglich zu sein.

also sollte ich lieber nicht eine art märchen draus werden lassen?!
wäre es eine gute idee (?!) wenn die prinzessin sich einen "verbündeten" sucht, vielleicht einen jungen, mal zur abwechslung, und sich mit ihm anfreundet und versucht gegen die stiefmutter vorzugehen, aber keine möglichkeit findet, ohne dabei genauso fies zu sein, wie die stiefmutter. der könig ertappt die stiefmutter vielleicht bei einer Tat und stellt sie zur rede. da er dann keine einsicht bei ihr sieht, wirft er sie aus dem schloss. die stieftocher hingegen beteuert, nichts von den bösen intrigen der mutter, gewusst zu haben und freundet sich mit der prinzessin an. am ende darf die stieftocher auf dem schloss bleiben.
oder wäre das nicht sonderlich geeignet? Ich hab wirklich keine ahnung, da ich ein kinderbuch machen muss und als stichwort dafür "prinzessin" hab. Hätte irgendwer eine bessere idee (ist nicht schwer, besser als diese idee zu sein!) Danke für die guten Antworten bis jetzt

Das hört sich für das Grundgerüst gar nicht verkehrt an - es sei denn es wirft Dir dann jemand vor, nur ein halbes Märchen gemacht zu haben^^ Meinst Du denn es ist leichter, von der Geschichte auszugehen oder willst Du erst die Moral festschreiben?

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Lass die Prinzessin Gold und Glimmer des Palastes überwinden, dafür sorgen, dass arme Kinder in der Nähe des Schlosses zur Schule gehen können, mit Verstand sich für die Belange des Landes einsetzen und so eine antiquierte Gesellschaft in eine moderne demokratische überführt wird. Vielleicht ist der Vater ein schwacher König, und die Prinzessin schafft etwas Neues gemeinsam mit ihrer Stiefmutter oder einem armen aber gescheiten Hirtenjungen.

vll. das die prinzessin ein kritisches mädchen ist welches sich nicht alles gefallen lässt und sachen hinterfragt also eine die nicht nur frißt. ein selbstbewusstes aufgeklärtes mädchen. mit der intention das auch andere mädchen so mutig und aufgeklärt sein sollten.

Oooohhhh, bitte bitte bitte keine arme kleine Prinzessin, die nur darauf wartet, von einem schönen Prinzen gerettet zu werden. Ich bin derzeit im Anerkennungsjahr als Erzieher, und gelegentlich möchte ein Kind aus einem Prinzessinenbuch vorgelesen haben. Dieses Ding gehört allerdings verboten! Nicht nur dass es übertrieben rosa ist, auch der Inhalt vermittelt Kindern vor allem Rollenklischees:

  • Die Prinzessin ist hilflos
  • Ihr einziger Lebenssinn ist es, einen schönen Prinzen zu heiraten
  • am liebsten vertreibt sie sich ihre Freizeit mit Nähen oder Kochen

und so weiter ...

Wenn Du also einige der gängigen Märchenklischees, wie das der Stiefmutter, aufgreifst, dann hoffe ich, dass Du es an irgendeiner Stelle brichst - zB dass die Stiefmutter in Wirklichkeit gar nicht böse war oder dass die Prinzessin es wenigstens schafft, sich selbst zu helfen.

Außerdem solltest Du Dich einmal der pädagogischen Diskussion "Brauchen Kinder Märchen?" widmen. Dabei geht es neben den Klischees auch um Gewaltdarstellungen (wie zB die Stiefmutter, die am Ende des Märchens so lange in glühenden Eisenschuhen tanzen muss, bis sie tot umfällt). Wenn Du dazu ein paar Namen brauchst, kann ich die Tage mal schaun, ob ich etwas finde.

...die sogenannten "Klischees", von denen du sprichst, gibt es in dieser Form allerdings nicht umsonst; haben durchaus ihre Bewandnis.

Bei den Bildern (wie der bösen Stiefmutter zum Beispiel) handelt es sich immer um das, was man als Archetypus bezeichnet; der wird da verkörpert. Und nur als solcher wird er von den Kindern auch verstanden, ist (so und nicht anders) auch von ihnen "gewünscht" (auf unbewusster Ebene).

Ist ein sehr viel komplexeres Thema, als man zunächst annimmt. Und Lektüre dazu gibt´s von C.G. Jung, unter anderem.

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@mia68

Wenn die Archetypen aber immer wieder in derselben Form auftauchen, können sie die Realität der Kinder verzerren. Um Flexibilität im Denken zu ermöglichen und zu fördern, könnte man ja auch eine böse Prinzessin einführen.

Oder sollen die Kinder sich auf Dauer in die Sicherheit der Märchenstrukturen zurückziehen, ohne über den Tellerand zu schauen?

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@BlackRainbow666

...wenn man ein Märchen unter den Gesichtspunkten betrachtet, wie du es tust, dann verbleibt man -leider- nur sehr an der Oberfläche dessen.

Es gibt sozusagen die "äußere Schicht" (und die beschreibst du, wenn du von der "liebreizenden, aber immer gleichen" Prinzessin sprichst).

Und dann gibt es etwas, was quasi die "innere Sicht" dessen beschreibt.

Hier steht etwas mehr dazu: "Märchen und Mythen lassen sich sehr unterschiedlich deuten. Je älter, je archetypischer sie sind, um so mehr ähneln sie Träumen. Sehr viele Märchen aus der Sammlung der Gebr.Grimm sind solch uralte, symbolhafte Beschreibungen elementarer seelischer Prozesse. Dazu gehören das Erwachsenwerden, der Entwicklung der Liebesfähigkeit, der Selbstwerdung durch Überwindung vordergründigen, klein dimensionierten Ichdenkens und durch Integration verdrängter Wesensanteile. Diese Märchen lassen sich wunderbar, so wie viele Träume auch, auf der Subjektstufe deuten, das heißt, alle Figuren, die auftauchen, werden als Teilaspekte der Persönlichkeit des Träumers, oder des Märchenhelden -der Märchenheldin, betrachtet. Diese Teilaspekte agieren im Märchen miteinander, indem sie Aufgaben bewältigen oder die Lösung von Rätseln finden müssen. Ist dies geschafft, so wird „Hochzeit gefeiert", das heißt, der Held oder die Heldin haben ihre divergierenden Persönlichkeitsaspekte sozusagen in Liebe miteinander in sich selbst versöhnt. Sie haben damit ihr „Selbst" gefunden. Das „Selbst" ist der Archetyp der Ganzheit einer Persönlichkeit. In den Märchen wie in der Psychotherapie wird es als das Ziel verstanden, im Leben immer mehr „man selbst", eine heile, eine geheilte, ganzheitliche Persönlichkeit zu werden."

(http://home.egge.net/~savory/quellen.htm)

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@mia68

...das noch eben (hatte da oben gerade keinen Platz mehr):

Kinder sind (nach meiner eigenen Erfahrung) durchaus in der Lage (sogar noch besser als die Erwachsenen, einfach weil sie in der Lage sind, "mit anderen Augen" zu sehen!), den "Kern" eines Märchens zu erfassen.

Auch wenn es ihnen überhaupt nicht bewusst ist: In dem Moment sind sie (!) es, die über den besagten Tellerrand hinaussehen (d.h. einen tieferen Sinn erkennen) und damit eben nicht an der Oberfläche verbleiben.

Sie erkennen das, was in den Märchen so steckt - und genau daher lieben sie sie so. Und zwar: So, wie sie sind - und nicht anders!

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@mia68

Märchen haben ja durchaus gute Elemente. Die Archetypen dienen sicher auch der Rollenfindung. Dennoch (oder deshalb) ist gerade das von mir beschriebene Kind eines, das mit Aussagen wie "Mädchen skaten nicht, Mädchen tanzen!" auftrumpft. Das möchte ich nicht mit einem rosa Prinzessinnenbuch unterstüzen - es sei denn die Prinzessin tanzt UND skatet :)

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@BlackRainbow666

...;-) das darf so´ne moderne Prinzessin ganz sicher, soll sie man! Und ebenso sicher hat sie das damit auch eine (gute) Wirkung auf die Kinder.

Nur eben eine ganz andere (!) als das klassische Märchen. Wobei weder das eine noch das andere besser oder schlechter ist. Denke, darauf kann man sich ganz gut einigen.

Schönen Gruß damit! Hat Spaß gemacht hier, mit so´nem besonderen Regenbogen...;-)

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Gebe dir absolut recht! Sexistische Gender-Klichees werden Kindern schon genug vorgelebt! Prinzessinnen sind da ja wohl der Inbegriff eines repressiven Begriffs der (hilflosen, vergewaltigten) Frau. Tu den Kindern einen Gefallen und schreib doch lieber ein Buch in dem es zur Abwechslung mal keine platte Kategorien und Stigmata und dafür statt dessen Gleichberechtigung gibt ;)

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