Welches Schmerzmittel kann meine Oma nehmen?

23 Antworten

Ich bin selbst betroffen, sowohl was die Schmerzen, Nierenprobleme, als auch den Medizinerberuf angeht, und vermutlich bin ich auch schon (fast) im Alter Deiner Oma. Daß der Hausarzt nicht weiter weiß, halte ich für ein Gerücht. Ich möchte dem Kollegen nichts unterstellen, aber vermutlich hat er seiner Meinung nach einfach alles durchprobiert, keinen Erfolg gehabt und mag sich nicht mehr damit beschäftigen. Bei der geringen Pauschale, die die Krankenkassen bezahlen, wird das leider viel zu häufig gemacht. Abgesehen davon haben wir in Deutschland ganz große Probleme mit der Verschreibung von "abhängig" machenden Medikamenten. Das wird in vielen Ländern ganz anders gehandhabt. Nicht umsonst gibt es in den Vorsorge-Vollmachten explizit den Zusatz, daß man, sollte man nicht mehr therapierbar sein, damit einverstanden ist, Schmerzmittel in höheren Dosierungen zu erhalten, selbst wenn diese zu einem früheren Tod führen würden.

Du hast ja schon jede Menge Antworten erhalten, und das in ganz kurzer Zeit, daran kannst Du erkennen, wie wichtig das Thema für alle ist. Deine Oma sollte in jedem Fall einen Schmerztherapeuten aufsuchen und (der Kollege möge mir verzeihen) den Arzt wechseln. Selbst niedergelassene Ärzte kennen inzwischen sehr viele Medikamente, die man noch geben kann, die kombinierbar sind und die vermutlich auch helfen. Ansonsten wäre ein guter Orthopäde auch in der Lage, hier das richtige zu verschreiben, allerdings rate ich eher zu einem Schmerztherapeuten. Bei der Suche kann das Krankenhaus oder auch die Krankenkasse hilfreich sein. Manchmal haben diese Ärzte eine Belegpraxis in der Klinik. Da müßtest Du nachfragen.

Auf keinen Fall sollte Deine Oma etwas einnehmen, was ihr nicht verschrieben wurde, da gerade bei so starken Schmerzmitteln andere Symptome wie Schwindel, Gedächtnisverlust, Ohnmachtsanfälle, Übelkeit, Sprachstörungen (und das alles sind nur die geringsten Nebenwirkungen) auftreten können. Selbst wenn Morphine für Leber und Nieren wesentlich besser verträglich sind als z. B. Diclofenac), ist eine vernünftige Koordination aller Mittel die Grundlage für weniger oder gar keine Schmerzen. So gibt es z. B. Mittel, die man regelmäßig alle 12 Stunden einnehmen muß, die im Körper einen Wirkstoffspiegel entstehen lassen. Sollten trotzdem Schmerzen auftreten, kann man zusätzlich zu der ständigen Einnahme für diese sog. "Schmerzspitzen" nochmals etwas einnehmen. Aber nicht umsonst haben Ärzte es gelernt, jahrelang, so etwas einzusetzen. Deshalb ist die Frage hier völlig falsch. Und was mir (oder jemand anderem) hilft, kann bei Deiner Oma völlig falsch sein.

Alle freiverkäuflichen Mittel wie Paracetamol, Aspirin, Diclofenac usw. schädigen die Nieren und Leber und sollten keinesfalls eingenommen werden. Daneben ist eine häufige Blutbildkontrolle unerläßlich, damit hier die Nierenschädigungen im Auge behalten werden können. Meinem Vater wurden vor Jahren im Krankenhaus schmerzstillende Medikamente bei seinem Leberkrebs verwehrt mit dem Hinweis darauf, er könne davon süchtig werden. Er hat danach noch eine Woche gelebt, und der behandelnde Arzt hat mich als Furie kennengelernt. Seine Medikamente hat er bekommen und ist ohne Schmerzen eingeschlafen, das war für mich wichtig.

Wenn Ihr Euch also Sorgen um Eure Oma macht, dann geht bitte MIT ihr zu den Ärzten, nicht, daß sie irgendetwas nicht ganz versteht und fragt nach, so lange, bis es endlich eine vernünftige Lösung gibt. Schmerzen müssen nicht sein. Alles Gute für Deine Oma. und ich hoffe, daß Ihr schnell Hilfe habt.

Eine gute und einfühlsame Antwort.

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Danke von mir, zu deinem Vater! Das war mir recht wichtig  :- )

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@Naiver

Als er ins Krankenhaus kam, war da so eine junge Ärztin, kaum älter als ich, die meiner Mutter an den Kopf warf, daß er Leberkrebs im Endstadium hätte, würde sie doch wohl wissen!!!, Das alles im Treppenhaus und ohne Vorwarnung. Ich war damals mitten im Studium und hatte so eine Ahnung, aber Genaues wußte ich natürlich auch nicht.

Leider hatte diese Tante Doktor keine Ahnung, daß ich den Chefarzt kannte. Als sie meinem Vater dann auch noch die Schmerzmittel verweigerte und der nur noch schrie, bin ich zu diesem Chef, sagte ihm, ich brächte die Mittel selbst mit, und plötzlich ging alles wie von selbst. Fräulein Doktor wurde beurlaubt (und entlassen), mein Vater bekam ausreichend Medis und ein Einzelzimmer.

Natürlich habe ich Verständnis für die Verschreibungspraxis, aber doch bitte im Rahmen. Starke Schmerzen müssen heute nicht mehr sein. Es gibt so viele Möglichkeiten der Kombination, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann. Dann müssen die verschreibenden Ärzte eben bestimmte Mechanismen der Kontrolle einhalten und fertig. Das kann und darf nicht auf Kosten der Patienten gehen.

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Arthrose ist leider nicht behandelbar, die Schmerzen aber sehr wohl. Dazu braucht es etwas Geduld. Habt Ihr einen Gewürzladen in der Nähe ?

Es gibt eine Kombi aus Gewürzen, die sehr gut anschlägt. Es dauert nur leider etwa  3 Monate, bis man eine Wirkung spürt. Ein guter Gewürzladen kennt die Kombi, es ist Muskat, Kumin und Koriander. Von allem morgens und abends eine Messerpitze einnehmen, in Saft, Joghurt oder einfach so wer es mag. Das ist auch verträglich mit den Medis, die sie nimmt.

Die Medis, die Du aufgeführt hast, sind ganz normale Schmerzmittel, die aber bei einer Niereninsuffizienz nicht einfach so genommen werden dürfen.

Welche Schmerzmittel die Oma überhaupt nehmen darf, sollte der Nephrologe ihr sagen, denn die von Dir genannten Schmerzmittel haben ja ziemlich Nebenwirkungen und sind auch teilweise auf ganz bestimmte Beschwerden begrenzt, wie z.B. Codein auf Husten.

Ansonsten schließe ich mich an, dass hier ein Schmerztherapeut richtig wäre.


Ja das Codein war ein Kombipräparat mit Naloxon

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@superstar123456

Naloxon ist ein Opioid-Antagonist. Ich bin kein Arzt und kann mich über diese Kombinationen nicht äußern. Mir scheint aber, dass Ihr bislang den falschen Arzt befragt habt, denn mit einer Niereninsuffizienz kann man nicht wahllos Schmerzmittel nehmen und kombinieren. Behandelt werden müsste die Oma durch einen Nephrologen in Abstimmung mit dem entsprechenden Orthopäden oder einem anständigen Hausarzt, der sich mit dem Nephrologen abstimmt. Zu einem Schmerztherapeuten kann man gehen, wenn die Diagnose ein halbes Jahr zurückliegt und der Patient seit dieser Zeit in Behandlung ist. Dann kann der behandelnde Arzt überweisen. Dieser berücksichtigt den ganzen Menschen mit allen Medikamenten, wenn er gut ist. Es sollte ein Schmerztherapeut sein, der nichts andres macht. Ein Orthopäde oder was auch immer mit Zusatzausbildung zur Schmerztherapie reicht in der Regel nicht.

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Tja, da habt ihr die gängigen Medikamente ja schon durch. Ich hatte genau das gleiche Problem, jedoch hat bei mir noch lange Zeit Metamizol-Natrium gewirkt. Mittlerweile musste ich auch auf Opioide ausweichen, will hier jetzt aber keine Wirkstoffe nennen, da nichts davon ohne BTM-Rezept erhältlich ist.
Ich kann eurer Oma nur zum gleichen Weg raten, den ich damals gegangen bin: Lasst euch bei einem Schmerztherapeuten einen Termin geben und versucht mit ihm zusammen das Problem in den Griff zu bekommen. Es kann längere Zeit in Anspruch nehmen, ist aber lösbar.

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