Welches Gericht ist typisch deutsch?

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16 Antworten

Voraussetzung für die Entstehung eines Nationalgerichts ist die Existenz einer Nationalküche. In der wissenschaftlichen Literatur ist die Auffassung vorherrschend, dass es keine nationale deutsche Küche gibt, sondern nur Regionalküchen. „Für die Vergangenheit ist (...) kein Versuch erkennbar, aus den außerordentlich differenzierten Regionalküchen eine stilbildende für die gesamte deutsche Küche zu entwickeln.“[9] Die Ernährung in Süddeutschland weicht schon seit dem 16. Jahrhundert deutlich von der in Norddeutschland und auch in den östlichen Gebieten ab. Barlösius spricht von „norddeutscher Fleisch-Gemüse-Kost“ und „süddeutscher Milch-Mehlspeisen-Kost“. Dieser Unterschied wird auch in den regionalen Festtagsspeisen deutlich.[10]

Die Küche des deutschen Adels orientierte sich in Deutschland bis zum Ersten Weltkrieg an der französischen Küche. „Die nationale Küche war nämlich immer auch die Küche der Untertanen, von der man sich als Aristokrat - allen Deutschtums zum Trotz - abzuheben hatte.“[11] Vertreter des Bürgertums distanzierten sich seit dem 18. Jahrhundert von der angeblich „verkünstelten“ französischen Kochkunst und der „Verwelschung“ der deutschen Küche. Als typisch deutsche Küche betrachteten sie die Hausmannskost.

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es ideologisch motivierte Bestrebungen, eine deutsche Nationalküche zu schaffen. Ab 1933 verordnete das NS-Regime der Bevölkerung einmal pro Monat den so genannten Eintopfsonntag. Eintopf war im Gegensatz zur sonntäglichen Fleischmahlzeit ein billiges Gericht, und das so eingesparte Geld sollte der NS-Volkswohlfahrt gespendet werden.[12] Das war ein staatlich verordnetes Nationalgericht.

Wilhelm Busch: Max und Moritz, 1865Im Ausland gilt Sauerkraut als deutsches Nationalgericht, meistens in Kombination mit Bratwurst oder mit Eisbein.[13] Die Einschätzung, dass es sich dabei um „typisch deutsches Essen“ handelt, ist nicht nur im Ausland entstanden, sondern wurde auch von bekannten deutschen Dichtern verbreitet. Der Schwabe Ludwig Uhland rühmte das Sauerkraut in seinem Metzelsuppenlied: „Auch unser edles Sauerkraut, wir sollen's nicht vergessen; ein Deutscher hat's zuerst gebaut, drum ist's ein deutsches Essen.“ Heinrich Heine erwähnt es in Deutschland. Ein Wintermärchen: „Der Tisch war gedeckt, hier fand ich ganz die altgermanische Küche, sei mir gegrüßt mein Sauerkraut, holdselig sein deine Gerüche (...)“. Bei Wilhelm Busch kommt es in der bekannten Bildergeschichte Max und Moritz vor.[14]

Sauerkraut war lange Zeit vor allem im süddeutschen Raum ein verbreitetes Alltagsgericht und wurde von allen Schichten gegessen. Es gehörte auch zu den Leibspeisen der Liselotte von der Pfalz, die am Hof von Ludwig XIV. in Versailles lebte. Sie ließ sich eigens aus Hannover ein Rezept für Sauerkraut schicken und übersetzte es für den französischen Koch. „Mett- und Knackwürste, geräucherte Gänse und auch Sauerkraut bekam Liselotte immer wieder einmal von ihren deutschen Verwandten geschickt.“[15]

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ausdruck Krauts von Amerikanern und Briten als Schimpfwort für Deutsche benutzt, die Assoziation von Sauerkraut mit deutscher Küche ist jedoch wesentlich älter und lässt sich in den USA anhand von Quellen bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. In Germantown bei Philadelphia ließen sich zu dieser Zeit deutsche Einwanderer aus Krefeld nieder, die ihre heimische Küche weiterhin pflegten und dazu gehörten auch Würste und Sauerkraut.[16] Im 19. Jahrhundert kamen viele der deutschen Immigranten aus Süddeutschland und der Pfalz, die das Bild der deutschen Kultur in den USA entscheidend prägten. Bier, Sauerkraut und Bratwurst erschienen als typisch für die deutsche Küche. In New York lebten die Deutschen zunächst überwiegend in einer Straße, die den Beinamen „Sauerkraut-Boulevard“ erhielt.[17]. Heute ist Hot Dog mit Sauerkraut ein beliebtes Fast Food in New York. Das Wort Sauerkraut wurde in die englische Sprache übernommen.

Bratwurst gilt in den USA als ebenso deutsch wie Sauerkraut. Die Wisconsin Historical Society ist überzeugt: „Bratwurst and its close companion the semmel (hard roll) share a past deeply rooted in German culture.“[18] (dt.: Bratwurst und ihr enger Begleiter, die Semmel, teilen eine Vergangenheit, die tief in der deutschen Kultur verwurzelt ist.) Es gibt in den USA geradezu eine Bratwurst-Region, die von Chicago über Wisconsin bis nach Minnesota reicht, in der besonders viele deutschstämmige Amerikaner leben. Milwaukee in Wisconsin gilt als Zentrum der Bratwurst-Tradition, und der Ort Sheboygan hat sich zur „Hauptstadt der Bratwurst“ ernannt und feiert jedes Jahr im August die „Bratwurst Days“. Im Allgemeinen wird amerikanische Bratwurst mit Sauerkraut, Senf und Zwiebeln serviert.[19] In Deutschland sind vor allem Thüringen und Franken für ihre Bratwürste bekannt, in Erfurt gibt es ein Deutsches Bratwurstmuseum.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalgericht

also typisch deutsch ist schwer zu sagen, denn es gibt in den bundesländern immer wieder verschiedene typische gerichte.

aber ein wirklich typisch deutsches gericht, würde ich sagen, dass es der sauerbraten ist. lg abbie

Leipziger Allerlei ! Es gibt allerdings in unserem Fluß "Pleiße" zur Zeit keine Krebse. Die Morcheln nicht vergessen.

Eins fehlt hier noch, ein typisches hessisches Gericht, die Frankfurter grüne Soße mit Pellkartoffeln.

Ebenso Handkäse mit Musik, ideal als Abendessen.

Labskaus: Deutscher geht es einfach nicht.

Oder Kohl mit Pinkel, obwohl das nicht unbedingt ein Gericht für den Sommer ist.

Oder Rinderrouladen.

Oder Matjes bzw. Quark mit Pellkartoffeln.

ja. mein liebingsessen :-)

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@Lola60

Labskaus, da lass ich viel für stehen....

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@gri1su

alles was du aufgezählt hast esse ich liebend gerne... (sprichst nicht mehr mit mir?)

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Rouladen mit selbstgemachen Spätzle kommt immer wieder gut an, auch bei ausländischen Gästen. Dann wirds Deinem internationalen Koch wohl auch schmecken.

In Deutschland ist das alles etwas aufgeteilt, so hat jede Region seine typische Spezialität. Ich möchte nur sporatisch welch nennen.

-. Rheinischer Sauerbraten mit reibekuchen und Rotkohl

-. Schweinshaxen mit Biersoße und Knödel

-. Thüringerbratwurst, Thüringer Klöse

-. Linsen mit Spätzle und Saitenwurst -. Schwäbischer Rostbraten mit sauerkraut, Spätzle und Maultasche (Hergottsbscheißerle)

-. Grünkohl mit süßen Kartoffeln und Grützwurst

-. Berliner Kalbsleber mit gebratenen Apfelscheiben und Röstzwieln, Kartoffelpüree

-. Hinnel und Erd (Apfel- und Kartoffelmus) dazu den Saumagen

-. Paniertes Schnitzel mit Pommes

-. Erbseneintopf mit Wursteinlage

-. Gaisburger Marsch (Rinderbrühe, Kartoffelschnitz, Fleisch)

-. Lapskaus (für Süddeutsche Gewöhnungsache) -. Gulasch -. Schlachtplatte mit Leber - Griebenwurst und Siedfleisch -. Tafelspitz mit Meerrettichsoße und Kartoffeln

Deshalb mag ich deutsches Essen nicht!

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@Shira

wie, nur weil es regional unterschiedlich ist? Muß ich ja jetzt nicht verstehen

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Schließe mich der Sauerkrautfraktion an

Sauerkraut - haben uns nicht die amerikaner im krieg die "krauts" genannt?

Nennen die Südländer uns jetzt nicht Kartoffel? ;)

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Auch wenn es enttäuschend klingen mag: Meine französischen Freunde wollen in Deutschland immer Currywurst.

^^ kenne jemanden aus Schweden...der isst dann immer Weißwürste, weil es die dort nicht gibt

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Nicht zu vergessen: Kohlrouladen und Steckrüben.

ein richtig guter deftiger schweinsbraten mit selbergemachten klößen.

schweinshaxen, oder ein ganz einfacher eintopf.

guten appetit :o))

serviettenknödel mit sauerbraten =) hhhhhhm lecka

Rheinischer Sauerbraten, ein Genuss.

Die meisten Männer lieben ein saftiges Steak, oder panierte Schnitzel, Currywurst.

wie ist es mit kartoffelsalat und wiener würstchen?

frankfurter klingen da schon wesentlich deutscher :-)

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@jaguar4

Die heißen in Österreich so, dagegen sind´s bei uns (Bayern) "Wiener".

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