Welches der 3 Aufio Interfaces ist das beste für das rode nt1a?

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1 Antwort

Das Focusrite Scarlett Solo 2nd Gen hat einen XLR-Eingang, einen TRS-Eingang und zwei unsymmetrische Cinch-Ausgänge.

Das Focusrite Scarlett 2i2 MK2 hat zwei XLR-/TRS-Kombobuchsen als Eingänge und zwei symmetrische TRS-Ausgänge.

Das Steinberg UR22 MK2 hat zwei XLR-/TRS-Kombobuchsen als Eingänge und zwei symmetrische TRS-Ausgänge.

Ich würde ehrlich gesagt keines von diesen verwenden, sondern zum Focusrite Scarlett 2i4 MK2 greifen. Dieses hat zwei XLR-/TRS-Kombobuchsen als Eingänge, vier unsymmetrische Cinch-Ausgänge und zwei symmetrische TRS-Ausgänge.

Gründe?

Zunächst einmal hätte ich gerne bei beiden Eingängen die Wahl, ob ich XLR oder TRS verwende, damit ich später flexibler bin. Nachdem die Impedanzen unterschiedlich sind (XLR i. d. R. 6.8 kOhm, TRS häufig ca. 1 MOhm, jeweils eingangsseitig) und XLR phantomgespeist ist, TRS hingegen nicht, kann man auch nicht einfach das eine auf das andere adaptieren.

Zum anderen hätte ich gerne (auch) unsymmetrische Ausgänge. Ein unsymmetrisches Signal symmetrieren ist nicht sehr schwierig. Dafür kann man einfach eine (im Zweifelsfall aktive) DI-Box verwenden. Ein symmetrisches Signal asymmetrisch machen kann schwierig sein, da es unterschiedliche Formen der Symmetrierung gibt (z. B. übertragersymmetriert, elektronisch symmetriert oder servosymmetriert), die dann unterschiedliche Techniken benötigen, um das Signal asymmetrisch zu machen.

Bei einer elektronischen Symmetrierung z. B. wird einfach das "normale" auf den "Hot"-Leiter gegeben, elektronisch Signal "gespiegelt" (in der Polarität verkehrt) und das gespiegelte Signal auf den "Cold"-Leiter gegeben. Wenn ich ein solches Signal asymmetrisch machen möchte, muss ich das Signal einfach zwischen "Ground" und "Hot" abgreifen. Das gespiegelte "Cold"-Signal kann ich einfach ignorieren. "Ground" wird einfach von symmetrisch nach asymmetrisch durchverbunden.

Bei einer Übertragersymmetrierung hingegen, wird das so nicht funktionieren. Hier gibt es einen "Trafo" (Übertrager), dessen Wicklung zwischen "Hot" und "Cold" hängt und ansonsten "frei schwebt". Bezug zum "Ground" ist so nicht vorhanden. Ich muss das "Cold"-Signal mit meinem asymmetrischen "Ground" verbinden, das "Hot"-Signal mit meinem asymmetrischen "Signal". Da die Wicklung des Übertragers "frei schwebt", ist das möglich und hier auch nötig. Bei einer elektronischen Symmetrierung kann ich das hingegen nicht machen, weil ich dann den Ausgang des invertierenden Verstärkers, der das "Cold"-Signal erzeugt, kurzschließen würde.

Bei der Servosymmetrierung wird es noch schwieriger, da nicht einmal definiert ist, was mit "Servo" überhaupt gemeint ist. Das ganze hat natürlich nichts mit einem Servomotor zu tun. Es ist in jedem Fall irgendeine Art aktiver Komponente, welche die Symmetrierung vornimmt.

Alles nicht so einfach. Aus diesem Grund habe ich sehr gerne (auch oder ausschließlich) asymmetrische Ausgänge, wogegen bei Eingängen symmetrisch definitiv flexibler ist, da hier immer ein Übertrager oder zumindest ein Differenzenverstärker sitzt, dessen "Cold"-Eingang ich einfach gegen "Ground" kurzschließen kann, was einem Übertrager natürlich ohnehin egal ist, aber auch bei einem Differenzenverstärker bewirkt, dass er schlicht zu einem normalen ("single ended") Verstärker wird. Wenn ich mein Signal unbedingt symmetrisch haben möchte, aber nur asymmetrische Ausgänge habe, ist das hingegen kein großes Problem, da ich zur Symmetrierung einfach eine (aktive) DI-Box dazwischen schalten kann.

Außerdem hat das Focusrite Scarlett 2i4 MK2 eben vier Ausgänge, sodass ich beim Auflegen (Diskjockey) zwei Stereo-Decks herausführen und anschließend an einem echten Mischpult ("in Hardware") abmischen kann, was mir persönlich mehr zusagt, als mit einem DJ-Controller und Software-Mixing zu arbeiten. Daneben bieten mehr Kanäle auch sonst mehr Flexibilität, z. B. wenn man Dry-/Wet-Signale herausführen möchte oder separate Signale für PA und Monitoring.

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