Welches Bestimmungsbuch und welche Bestimmungsapp (Android) für Pilze würdet ihr empfehlen?

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3 Antworten

Wenn man selbst Pilze sammeln möchte, ist gute Literatur unentbehrlich. "Der große Kosmos Pilzführer" von Laux ist mit über 1200 gut gegliederten Arten ein brauchbares Standartwerk. Manche Bilder sind etwas rotstichig und der ein oder andere Porling steht auf dem Kopf. Insgesamt aber ein gutes Werk. Hinzu kommt das BLV Handbuch "Pilze" von Gerhardt. Etwas weniger Arten, aber gut beschrieben. Allerdings auch schon etwas älter. Literatur sollte auf jeden Fall aktuell sein, da immer neue Erkenntnisse auftauchen. Pilze, die in einem 10 Jahre alten Pilzbuch noch als "eßbar" drin stehen, können heute "giftig" oder "giftverdächtig" sein.

In keinem Pilzbuch sind alle Arten drin, weshalb man sich auch ein kleines Kontingent an Literatur anschaffen sollte. So hat man auch mehrere Sichtweisen auf die selben Arten, denn die werden je nach Autor nicht immer 100% konform beschrieben. Wenn man tief in die Materie einsteigen möchte, sind die "Pilze der Schweiz" eine gute Investition, aber recht teuer und auch nicht für Anfänger gedacht. Auch der sehr artenreiche "Pareys" von Marcel Bon ist eher für Fortgeschrittene, bietet aber neben zahlreichen Zeichnungen gute Beschreibungen.

Pilz-Apps nutze ich selbst gar keine. Findet man einen unbekanten Pilz, macht es meiner Meinung nach keinen Sinn, ihn vor Ort mit einer Quelle bestimmen zu wollen. Besser nimmt man zwei Exemplare verschiedener Altersstufen mit nach Hause um die Art mit Hilfe zur Verfügung stehender Literatur und gut gefilterter Informationen aus dem Internet zu bestimmen. Apps können hilfreich sein, sollten aber nie als einzige Informationsquelle herangezogen werden. Dasselbe gilt allerdings auch für Bücher und in insbesondere für fragwürdige Internetseiten. Dr. Wolfgang Prüfert von Der DGfM hat hier verschiede Apps genauer unter die Lupe genommen:

https://www.dgfm-ev.de/speise-und-giftpilze/sammeln-und-bestimmen/pilz-apps-im-test

Am Hilfreichsten und meiner Meinung nach unverzichtbar ist immer noch der Austausch mit anderen Pilzinteressierten. Vielleicht findest Du ja in der Nähe eine Pilzinteressegemeinschaft oder findest über ein Forum Pilzinteressierte in Deiner Umgebung, denen Du Dich anschließen kannst. Nutze das Angebot von Lehrwanderungen, die im Herbst u. a. von der VHS angeboten werden. Vielleicht auch ein Pilzurlaub in Hornberg mit seinem reichhaltigen Angebot an Kursen. https://pilzzentrum.de/

Dlie beiden von Morchelmeister genannten Bücher finde ich auch die besten und praktibalesten. Und ja ich schließe mich in der Bewertung an

Wenn App, dann würde ich mir die von 123 Pilze zulegen, mangelt mir aber am entsprechendem Smartphone.

Im normalen Internet nutze ich diese Seite oft, aber auch noch diverse andere.

Man sollte einen Pilz nie nach nur einer Quelle bestimmen. Finde ich einen unbekannten, dann geht die Arbeit echt los, Beschreibungen vergleichen, Bilder vergleichen.... und dennoch bekomme ich nicht jeden Pilz bestimmt (Mikroskopieren tue ich bisher kaum), aber ein paar Hundert kenne ich mittlerweile. Aber das kam auch erst mit den Jahren.

An Schulungen würde ich übrigens auch die gleiche wie Morchelmeister empfehlen.

Beim Sammeln beginnt man am besten mit den Röhrlingen. Es gibt da nur wenig giftige und keine tödlich giftigen: Wenn man die wenigen giftigen kennt, ist es nicht so schlimm, wenn man andere verwechselt. Wenn man z.B. einen Birkenpilz mit einer Rotkappe verwechseln würde, macht das nichts . Und ich  könnte die einzelnen Rotkappenarten auch noch nicht mal im Feld unterscheiden, wenn ich mal welche finden würde- ich finde nie welche.

Ein wunderbarer,unverwechselbarer Pillz wäre auch der Riesenbovist.

Überhaupt nicht. Das müsste man von einem versierten Pilzfachmann vor Ort lernen. Es ist extrem gefährlich, sich beim Pilzesammeln auf Bücher oder Abbildungen zu verlassen.

Pilze sehen je nach Alter immer unterschiedlich aus und es kann bei Unkenntnis immer ein Giftpilz dabei sein.

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