Welcher Zahl entspricht Gott?

Das Ergebnis basiert auf 35 Abstimmungen

Sonstiges... (andere Zahl?) 37%
1 (Eins) 20%
Undefinierbar, nichts für den Verstand 14%
∞ (Unendlich) 11%
0 (Null) 9%
Keine Zahl (Leere Menge) 6%
Alle Zahlen die es gibt 3%

33 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
1 (Eins)

Möglich sind eine Anlehnung an religiöse Vorstellungen aus verschiedenen kulturellen Traditionen oder eigene Vorstellungen, was zu einer Gottesidee passend ist.

Zahlen können als bloße Rechengröße und Zahlzeichen genommen oder mehr hineingedeutet werden: Zahlen werden dann allegorisch verstanden, haben eine symbolische Bedeutung, drücken Ideen/Prinzipien/Wesensformen aus.

Zahlensymbolik, die in Religion, Philosophie und Mystik (Gnosis und Kabbala sind dabei z. B. Mischformen) vorkommt ist beispielsweise dargestellt bei: Franz Carl Endres/Annemarie Schimmel, Das Mysterium der Zahl : Zahlensymbolik im Kulturvergleich. Diederichs : Köln, 1984 (Diederichs gelbe Reihe. Weltkulturen 52). ISBN 3-424-00829-X; 3-424-00792-7 (ich habe dieses Buch zum Teil verwendet- siehe auch die Zitate - , aber auch andere Kenntnisse und eigene Überlegungen herangezogen)

Eine informative Internetseite ist beispielsweise: http://www.derkleinegarten.de/600grab/640symbole/zahlen-zahlensymbolik-1-2-3-4-5-6-7-8.htm

In der Null kann das Unendliche, Unbegrenzte, nicht zu erfassende Absolute gesehen werden. In der Kreisbewegung des ewigen Himmels als vollkommene Bewegung (real ist es nur eine Annäherung als Ellipse) kann ein Ausdruck der in sich zurückkehrenden göttlichen Vernunft erblickt werden.

Die Eins eignet sich am besten für eine monotheistische Gottesvorstellung, die im bloßen Singular „Gott“ schon steckt), weil sie Einheit und Einzigartigkeit/Einmaligkeit darstellen kann. Dies entspricht einer Einheitsmetaphysik, die in der antiken griechischen Philosophie mit Parmenides beginnt und über Platon weitergeht (z. B. τὸ ἕν [to hen] als höchstes Prinzip bei Plotin).

Schon von den Pythagoreern wurde die Eins (μονάς [monas]) Gott zugeordnet (vgl. den spätantiken Schriftsteller Iamblichos). S. 56: „Die Eins wurde zum Symbol des Ur-Einen, Nicht-Polaren, Göttlichen, sie umfaßt Zusammenhang, Gesamtheit und Einheit und ruht in sich selbst, doch steht sie hinter allem geschehen.“ Die Drei entspricht einer Gottesvorstellung mit Dreifaltigkeit (Trinität), wie sie in der christlichen Religion auftritt. In gewisser Weise gibt es sie auch in einer Religionsphilosophie mit einer idealtischen Dialektik, z. B. bei Georg Friedrich Wilhelm Hegel.

In einer Entwicklung, die Selbstbewegung des Begriffs und ein Grundvorgang der Wirklichkeit ist, kommt es zu einem Herausgehen (1), Sichauseinanderlegen (2) und zugleich Zusichkommen (3) des Göttlichen/der Gottheit (Gott ist der absolute Geist). Einem unbestimmten Sein (ursprüngliches In-Sich-Sein) wird eine bestimmte Negation als Widerspruch entgegengestellt (sich selbst anschauend erblickt es sich als angeschautes, als Anderes seiner selbst, wie ein Fremdes) und dann vollzieht sich eine vereinigende Rückkehr zu sich selbst mit einem nun vollendeten Bewußtsein. Dies ist eine Verbindung von Transzendenz und Immanenz. Die Drei ist dabei im Grunde eine Eins.

Die Null als Entsprechung Gottes wirkt wie ein Gegenstück zu der negativen Theologie, bei der in einer versuchten Annäherung Gott alle bestimmten Prädikate abgesprochen werden (sowohl eine Aussage über ihn als auch das Gegenteil werden negiert). Der Grundansatz ist, alle Seinsbestimmungen der endlichen Wirklichkeit in Bezug auf Gott zu verneinen. Dies ist dann aber nur ein vorläufiges Ergebnis, keine erreichte Schau Gottes.

S. 57 (zu altchinesischer Religion): „Eins ist ein ideales Symbol der Gottheit, weil es göttlicher Geist ist, der mit materiellen Eigenschaften, die immer in der Mehrzahl erscheinen, nichts zu tun hat. Eine solche Eins hat auch keinen Gegensatz; selbst das der Gottheit widerstrebende Prinzip wird aufgehoben bzw. in die Einheit integriert. Gott ist das Eins sowohl das absolut Eine wie das in seiner Wesenheit Einzige.“

Zahlen sind als etwas Äußerliches nur eingeschränkt geeignet, Ideen/Prinzipien/Wesen darzustellen.

Danke jetzt ist mein Schulaufsatz zu dem Thema fertig ich muss nur deinen Kopieren =P

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Danke, für diese ausführliche Antwort.

Mir kommt dazu gerade der Gedanke, dass alles ein Unikat ist. Absolut nichts ist exakt identisch. Jede Form, jeder Gedanke, jede Schwingung, jedes Atom ist anders. Somit ist alles (Gott) einzigartig.

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Kabbalistisch gesehen ist die 0 der unendliche und unergründliche Gott, das Ajin Sof, das Unendliche.

Die 1 ist die höchste Krone, Manifestation der Einheit in der Sphäre des Absoluten.

Die 2 ist Gott Vater, Arich Anpin, das lange Gesicht.

Die 3 Gott Mutter, Elohim, die obere schechina, die Glorie Gottes, das passiv weibliche Moment der Gottheit.

Die 4-9 symbolisiert den prototypischen Menschen, den Demiurgen, den Sohn der 2 (das kurze Gesicht)

Die 10 schließlich ist die Braut als passive materielle Welt, in der Gott sich manifestiert, die Tochter Zion, Israel...

Ich antworte kabbalistisch, weil die Kabbala die einzige mir bekannte Zahlenanalyse im Okzident vornimmt.

1 (Eins)

Aleph א ist die Einheit, Unteilbarkeit, Ganzheit, Unendlichkeit, die nicht zählbar ist; Symbol des einen Gottes, seiner Einzigartigkeit (Dtn 6,4)(äußerer Wert 1 und voller Wert 111 als Summe von 1 (Aleph), 30 (Lamed) und 80 (Peh)). entspricht der Einheit mit Gott. Wir kommen aus der Einheit und gehen wieder in die Einheit.

Hätte ich nicht gewusst, vielen Dank.

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@Torfu

Das hab ich als Kind von unserm Rabbi gelernt. Muss man auch sonst nicht wissen :)

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Sonstiges... (andere Zahl?)

die liegende acht ist die zahl für unendlichkeit(habe ich mal gehört)...deshalb haben schachspiele auch acht bauern und ein feld von acht mal acht vierecken. Das Pferd kann man in acht verschiedene positienen setzen ebensowie den könig.

Keine. Das Wort GOTT kommt vom Althochdeutschen "got", was soviel wie "anrufen" bedeutet. Im damaligen Kontext war damit allerdings das Hervorrufen des Verborgenen gemeint. Wenn man keine Lösung hat, geht man in sich und versucht mit Hilfe des Unbewussten (37%-Regel) auf die Lösung für das jeweilige Problem zu kommen.

Eine Eigenschaft wie diese hat keine Zahl. Mag sein, dass diese Erklärung den Gläubigen gar nicht passt. Aber das Problem hat die Wahrheit immer, dass sie einem nicht schmecken will.

Interessante Antwort, danke!

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Was genau ist diese 37%-Regel?

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