welcher Reitstall?

10 Antworten

Je nach Leistungsabforderung bei den Pferden ist vieles kein Schnickschnack, sondern wirklich nötig.

Man muss halt Leistungssportler und Freizeitsportler auseinanderhalten.

Reitsport ist ab einer gewissen Fallhöhe einfach sehr Materialermüdend, dort muss man schon einiges aufwenden um die Pferde nicht allzu schnell zu verheizen. (Ist bei allgemeinen Leistungssport auch nicht anders, warum hören die ,meisten Leistungssportler wohl um die 30 auf?)

Je größer der Betrieb, je eher lohnen sich unterschiedliche Platz- und Hallenanlagen, so kann man für die unterschiedlichen Sportarten den optimalen Boden anbieten. Dieses ist wiederum direkt etwas fürs Pferd, so kann es immer auf dem optimalen Boden gearbeitet werden.

Auch ist eine Klimatisierung der Halle nicht unbedingt nur Luxus für den Menschen, aber oft.

Über die Haltung kann man sich bei vielen Ställen streiten, ein Grund ist unteranderem die Versicherungen der Pferde, die einfach bei dem Offenstall nicht unerheblich die Leistungen kürzen würden, wenn das Pferd ausfällt.

Das Verletzungsrisiko ist bei einer Offenstalllösung, mit erhöhten kommen und gehen um ein vielfaches erhöht. Dieses ist in Sportställen einfach täglich Lohn und Brot. Das eine Pferd kommt, das andere geht. Je nach Stall sind es bis zu 60% der Pferde jedes Jahr die Wechseln. Da ist der Aufbau einer Herde ohne Konflikte nahezu unmöglich.

Helle, offene Ställe sind einfach ein Muss, nicht nur den Pferden auch den Menschen gegenüber. Motomanuelle Entmistung ist schon was feines.

Ebenso sind vernünftige Sozialräume unumgänglich, allein schon fürs Personal. Duschen, Toilettenanlagen und Umkleide- Pausenräume sind das absolute Minimum.

Bei den Preisen für Sättel, ist eine gesicherte Sattelkammer, mit dementsprechenden Ausstattungen des Schirrmeister(Nein, nicht der für die Autos) schon was nettes, schützt auch die Pferde. Nicht weniger ist wertvoll ist eine gut geführte Futterkammer.

Für Gäste ist eine Reiterstube (Wo man mit Reitbekleidung) oder gar ein Gastronomiebetrieb schon was angenehmes.

Gleiches gilt für Trocken- und Wärmeräume.

Kommt Schulbetrieb und Kidsclub dazu, macht der Mehrhallenbetrieb am wenigsten verkehrt. Dort kann der Sportler oder der Reitlehrer mit seiner Horde einfach in eine andere Halle ausweichen. In der Regel ist der Stall auch, Niveau oder Bauchpinsel sortiert. So das "einfache" Reiter nicht den Sportlern im Weg stehen können. So werden auch einfach Konflikte vermieden. Nicht immer in das Zusammenleben auf einer Anlage einfach, wenn dort gänzlich andere Welten aufeinandertreffen.

Kleiner oder größer macht eigentlich keinen Unterschied. Grundsätzlich haben gerade heutzutage die Reitställe alle ein Mobbing Problem. Mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Nicht Umsonst gibt es in vielen Ställen etliche Whatsappgruppen. So kann man je nach Gelegenheit, den ein oder anderen Stallkollegen durch lassen. Dieses ist in kleinen Ställen nicht unbedingt besser. Es ist wie im sozialen Berufen, sobald es menschelt im Beruf oder Hobby, ist man da anfälliger für. Da ja alle Reiter nur das beste für ihr Pferd und ihrer Reitweise wollen, ist das Miteinander nicht einfach.

Fängt mit der Eifersucht, gerader vieler junger Reiter an wenn neue Reitschüler auf ihrem Pony reiten und hört bei dem Leistungssportler an dem man gekonnt den Wagen zerkratzt.

Je fachlicher der Hof geführt wird, je Konsequenter der Stalleigner sauber die Regeln lebt, je besser haben es oft ach die Pferde. Je nach Ausrichtung ist ein Offenstall fürs Pferd angenehmer, muss aber auch dementsprechend geführt werden.

Dieses ist in Sportställen einfach täglich Lohn und Brot. Das eine Pferd kommt, das andere geht. Je nach Stall sind es bis zu 60% der Pferde jedes Jahr die Wechseln. 

Da wundert es mich nicht, dass so viele dieser Pferde an Magengeschwüren leiden.

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@StRiW

glaub ich dir. Daher die vielen Magengeschwüre bei den Sportgeräten.

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Hm - bist du es wieder, Lochnet? Jetzt auf der Mutti/Tochter Schiene? Gestern die Frage nach dem Pferd ala Bibi & Tina?

Ein Pferd braucht zu seinem Glück weder eine Halle, noch Laufbänder, Führmaschinen, Schnick & Schnack. Es braucht frische Luft, Bewegung und vor allem Pferdekumpels, mit denen es auf der Weide/Paddock steht, Gras/Heu, dazu sauberes Wasser und einen Unterstand gegen die Sonne (und manche Pferde mögen auch den Regen nicht). Reicht.

Wir Menschen wollen ja aber mit dem Pferd was machen und viele von uns wollen es möglichst bequem und komfortabel haben. Daher bauen wir uns eine Halle, in der wir trocken bleiben. Daher packen wir unser Pferd in die Führanlage, weil wir in der Zeit was anderes machen können. Daher benutzen wir ein Laufband, weil es uns zuviel Arbeit ist mit unserem Pferd selbst Konditionstraining zu machen.

Oft ist es so, dass in Sportanlagen vor allem den Bedürfnissen der Menschen Rechnung getragen wird. Ein Glück fängt auf einigen Anlagen seit ein paar Jahren auch ein Umdenken an, sich mehr auf die Bedürfnisse der Pferde zu konzentrieren und sie nicht nur als Mittel zum Zweck oder Prestigeobjekt zu sehen. Aber bis sich das überall durchgesetzt hat, wird es sicher noch eine Weile dauern.

In deinem Fall sollte es dir wurscht sein, ob die Einsteller mit dir reden oder nicht. Das ist in sehr vielen Ställen so, dazu braucht es keinen Sportstall, dass Einsteller und Schulbetrieb nicht eben best friends sind. Gemeinschaft solltest du ja mit den anderen Reitschülern haben und wenn der Unterricht gut ist und die Schulpferde gut gehalten, gepflegt und regelmäßig Korrektur geritten werden, ist alles gut.

Auch ein "Bauernhof" ohne Schnickschnack kann guten Unterricht bieten, nur weil es das jetzt nicht topschick ist, sagt das erstmal nichts über die Qualität aus. So manches Pferd ist so viel glücklicher auf seinem Bauernhof, wo es jeden Tag raus darf, genug Platz hat und nicht nur den Weg vom Stall in die Halle und wieder zurück laufen darf. Klar ist es dann vllt mal so, dass der Boden im Winter nicht zum Reiten taugt oder man von Regen und Sturm vom Platz gefegt wird. Tut aber der Sache keinen Abbruch.

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Ich weiß nicht wer lochnet nicht sein soll.Ich bin seit heute Morgen erst hier angemeldet und reite seit zwei Wochen. Daher die Frage war noch viele Unsicherheiten sind bezüglich des Stalls..🤷🏻‍♀️

Aber danke für die Antwort. Vieles hat mir geholfen. Vielleicht werde ich mich dann wirklich noch einmal umschauen nach einem Stall der etwas privater und in die Freizeit Richtung orientiert ist. Auch auf diese ganzen Extras werde ich keinen Wert mehr legen. Danke für die Antwort und ein bisschen Aufklärung

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Dass Schulpferdereiter und Anfänger abfällig angeschaut werden, ist leider in vielen Reitställen so. Ob mit oder ohne „Schnickischnacki“. Da muß man durch, wenn man reiten lernen will.
Dem Pferd ist die Halle ziemlich egal - es fragt sich eher, ob Du damit klar kommst, bei jedem Wetter zu reiten; denn die festgesetzte Unterrichtszeit richtet sich ja nicht danach. Auch ist es in 8 von 10 Reitställen so, dass der Platz bei Frost überhaupt nicht, und bei Regenwetter nur bedingt bereitbar ist.
Und weil das so ist, hast du den Nebeneffekt, dass dort selten Profis arbeiten, wobei es für den Anfang, wenn man sich erst mal nur an die Bewegungen des Pferdes gewöhnen muß, mehr auf die Mentalität als auf die Qualifikation des Reitlehrers ankommt.

Am besten schaust du dir die infrage kommenden Reitställe mal an, und wo es dir gefällt, nimmst du ein paar Probestunden. Man ist ja mit keiner Reitschule „verheiratet“.

Vielen lieben Dank für die Antwort. Das ist natürlich sehr traurig dass dieses Miteinander zwischen Profis beziehungsweise privat einstellen und Anfängern so gespalten ist. Aber gut das wusste ich nicht. Das ist ein sehr hilfreicher Tipp. Hab mich nämlich schon ein bisschen traurig gemacht. Herzlichen Dank für deinen Tipp und deine Antwort es hat mir sehr geholfen

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@selinasabrina

Oft ist es ja nu so, dass die Schulpferdereiter einmal in der Woche zu ihren Reitstunden kommen, oft sogar direkt in die Halle oder auf den Platz, ohne überhaupt die Stallungen zu betreten. Als Pferdebesitzer oder Privat-RB trifft man die so gar nicht an. Auch sind die Schulpferdereiter einfach nicht so "fest" und "konstant", man weiß also gar nicht, wer da momentan so rumschwirrt. Das ist oft gar nicht böse gemeint, sondern passiert einfach so, dass man den Schulpferdereitern nicht viel mehr als Hallo sagt

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@selinasabrina

Weißt du , das liegt wohl nur daran, dass heutzutage viele Leute das Reiten mal probieren, ohne echte „Pferdenarren“ zu sein. Die machen anderen viel Mühe, und verschwinden dann wieder von der Bildfläche. Und natürlich auch ein wenig „Stutenbissigkeit“; wo viele Frauen beieinander sind, ist „Zickenkrieg“ ja keine Seltenheit. Aber als erwachsener Mensch lernt man ja , entsprechende Personen links liegen zu lassen. Nette Leute, mit denen man sich versteht, gibt es ja auch (fast) überall. Nur mußt du denen die Zeit lassen, zu merken, dass sich der Kontakt zu dir lohnt.
Du kannst allemal immer jeden grüßen, egal, ob du Antwort bekommst. Denn oft ist es garnicht böse Absicht, wenn jemand nicht mit einem Gegengruß reagiert, sondern die Leute sind so auf ihre Angelegenheit fokussiert, dass sie dich tatsächlich einfach nicht bemerken. Manche haben wohl auch grade deswegen ein Pferd, weil sie „mit Menschen nicht so können“, und das braucht man ja wirklich nicht persönlich zu nehmen, sondern kann es mit Nachsicht betrachten.

Lass dir dein Hobby nicht vermiesen - wenn du dran bleibst, werden sich die sozialen Kontakte dabei schon noch ergeben 😄

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Die ganzen privaten Einstellerinnen schauen mich jedesmal an wie ne Person 2.Klasse. 

Das ist deine eigene Interpretation. Allerdings stimmt es, dass man als Pferdebesitzer, der zudem noch praktisch täglich beim Pferd ist, 1. andere Themen rund ums Pferd hat als ein Reitschüler auf Schulpferden.

Und weil man als Besitzer fast täglich im Stall ist, kennt man natürlich andere Reiter/Besitzer, die man fast täglich sieht, besser als einen Reitschüler, der vielleicht ein bis zweimal in der Woche kommt.

Mit Arroganz hat das selten was zu tun.

Ich habe kein eigenes Pferd, reite aber auch nicht auf Schulpferden und muss es trotzdem leider bestätigen, dass man in einer reitschule manchmal "minderwertig" von Privateinstellern behandelt wird. s ist schon ein kleines bisschen Abneigung. Nicht bei allen, ich würde weniger als die Hälfte sagen, aber ich kenne es vorallem eben aus so schicken großen Anlagen.

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Ich würde sagen, es hat beides seine Vor- und Nachteile.

Eine Führanlage und Laufbänder braucht man nicht wirklich - können bei sinnvoller Anwendung ein ganz nettes Feature sein, viele missbrauchen sie aber auch als Koppelersatz.

Wie werden die Pferde dort denn gehalten? Ich tippe auf Box, vielleicht 4h Koppel am Tag? Für den Menschen alles schick und leicht zu bedienen, fürs Pferd ein trauriges Dasein?

Wie ist die Haltung auf den "Bauernhöfen"?

Eine Reithalle braucht man natürlich nicht, vor allem dem Pferd ist das relativ schnurz. Wenn man dann aber mal im Winter dasteht, Boden matschig oder gefroren, von oben ekelhafter Schneeregen und außenrum alles dunkel, wird man sich doch hin und wieder eine Halle wünschen. Ich war schon in genug Ställen ohne Halle und habe es erlebt, bin aber heilfroh, wieder eine zu haben. Genau wie Reitplätze, die sehr gut angelegt sind, die richtigen Abmessungen haben und bei fast jedem Wetter bereitbar sind. Muss aber natürlich nicht sein, wobei ich es mir gerade als Anfänger, der dann seine festen Reitstunden hat, auch nochmal einfacher vorstelle.

Genauso, wie Dinge wie beheizte Sattelkammer, Reiterstübchen, vielleicht sogar eine Dusche, eine "richtige" Toilette etc auch ein echt netter Luxus sind, was du in der Form bei eher wenigen Bauernhöfen finden wirst.

An deiner Stelle würde ich es letzten Endes aber nur von der Qualität des Unterrichts abhängig machen. Du hast dort ja kein Pferd stehen und gehst vermutlich auch weniger hin, um Leute zu treffen, sondern um Unterricht zu nehmen. Wenn der gut ist und zu dir passt (und du natürlich nicht ernsthaft gemobbt wirst oder die Haltung der Pferde ein Fall für den Tierschutz ist), würde ich eher dort bleiben und mich dann, wenn es dann mal an eine Reitbeteiligung geht, woanders umsehen. Vielleicht bist du aber bis dahin auch in deinem aktuellen Stall so weit integriert, dass du dort bleiben möchtest.

In so einem großen "Turnierstall" hat man ja meistens auch mehrere Trainer und kann herausfinden, wie man reiten will, was zu einem passt, und ob man nicht doch noch Ambitionen hat, in irgendwas richtig gut zu werden.

In dem Stadium, in dem ihr euch befindet, wird es auch preislich keinen allzu großen Unterschied zu gutem (!) Unterricht woanders machen.

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