Welcher Gebisslose Zaum ist zu empfehlen?

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9 Antworten

Ich persönlich mag das Sidepull am meisten, bzw kenne kaum gute Alternativen. 

Das Glücksrad/LG Zaum und dessen Kopien (Flower, usw.) haben eine sehr scharfe Wirkung. Auch die Hackamore mit kurzen Anzügen fällt unter diese Kategorie. Es sind die Kandaren unter den gebisslosen Zäumungen, denn sie wirken auf Nasenbein, Kinn und Genick (Kandare: Maul (Laden, ggf Zunge), Kinn, Genick). Kurze Anzüge drehen sich schneller, d.h. sie reagieren sofort und daher oftmals auch zu stark. Die ankommenden Impulse kontrolliert zu geben ist daher sehr schwer. 

Die Hackemore mit langen Anzügen ist ebenfalls eine Kandare unter den gebisslosen. Bei langen Anzügen reicht weniger Zug für mehr Wirkung, daher ist auch hier die Stärke nur schwer zu dosieren. Sämtliche Zäumungen mit Hebelwirkung sollte man am langen Zügel und einhändig reiten. Differenzieren zwischen rechts und links geht nur schwer und hängt von der Weiche des Nasenriemens ab.

Das BitlessBridle mag ich persönlich nicht so gerne, die meisten Pferde ebenfalls nicht. Das "besondere" daran ist, dass die Zügel über Kreuz unter den Ganaschen über das Genick laufen. Zieht man am rechten Zügel, so "drückt" der Zügel den Kopf von der linken Seite aus nach rechts. Manche Pferde kommen damit gut klar und lassen sich den Kopf hin und her schieben, allerdings ist das die Minderheit. Die Hilfen kommen sehr schwammig an, nicht jedes Pferd steht auf Druck am Kopf und im Genick. Muss man ausprobieren, hatte bisher aber sehr mäßige Erfahrungen. Anlehnen kann sich das Pferd so gut wie gar nicht, da ein Lehnen an den Zügel Zug im Genick bedeutet.

Mit Knotenhalfter reitet man grundsätzlich nur am langen Zügel und via Neckreining und auch nur, wenn man damit sehr erfahren ist. Ansonsten ist das mehr als scharf. 

Mit Kappzaum oder Cavecon kann man auch sehr gut reiten, viele Reiter der klassischen Reitkunst sind mit Cavecon und Kandare doppelzügelig unterwegs, wobei der Kandarenzügel durchhängt (bspw Philipp Karl oder Bent Branderup)

Mein Liebling ist das Sidepull. Das Pferd kann sich daran anlehnen ohne anderswo Druck abzubekommen. Man kann seitlich relativ gut einwirken und die Signale kommen relativ zeitgleich und klar an, zudem kann man sie gut dosieren. Allerdings geht das nur mit einem weichen Sidepull! Diese harten Dinger mit festehenden Plastikriemen, harten Lederstücken oder sehr dünnen Schnüren sind nur etwas für langzügeliges Neckreining! Das Pferd kann sich daran nicht anlehnen und sie sind sehr, sehr scharf. Ich persönlich bin mit einem breiten Biothanesidepull unterwegs welches gepolstert ist. 

Bitte informiere dich vorher über den korrekten Sitz des Nasenriemens. 2 Finger unters Jochbein, nicht höher und nicht tiefer. Zu tief kann er das Nasenbein brechen, auch bei wenig Zug. Zu hoch verursacht er schnell Kopfschmerzen was aber die meisten Reiter nicht bemerken weil es keine klaren Symptome gibt. 

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Kommentar von Punkgirl512
18.02.2016, 21:03

Die Antwort hätte 1 zu 1 auch von mir kommen können - sehr gut geschrieben!

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Hallo Horsegirli, 

ich kann verstehen, dass sich Leute dazu entscheiden ohne Gebiss reiten, und ich finde es auch absolut nicht verwerflich, was ich mich nur frage, wenn du eh mit durchhängenden Zügeln reitest, warum möchtest du denn einen anderen Zaum benutzen?

Um noch auf deine frage zurück zu kommen, ich habe schon viel gutes von dem Mickelm in der Gebisslosen Variante gehört, ausprobiert leider noch nicht.

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Kommentar von Urlewas
19.02.2016, 11:38

Bin zwar nicht der Fragesteller, aber wenn es erlaubt ist: geht mir genau so. Reite gewöhnlich ganz normal mit Wassertrensen u.ä. und finde das ok.

Bei gemütlichen Ausritten allerdings vermisse auch ich manchmal einen gebislosen Zaum. Damit könnte man das Pferd spontan mal grasen lassen.

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Wenn du die Zügel locker lässt, kann ich dir das Barefoot acorn Empfehlen - sehr Gute Leder Qualität, passt gut, ist git Gepolstert. Ansonsten schau mal bei Crownclub vorbei😊

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Erstmal würde ich das mit dem Besitzer besprechen. Ich würde ausrasten,wenn meine RB mit irgendwas ankommen würde,was nicht abgesprochen war.

Ich würde dir sonst ein Sidepull empfehlen. Eine Hackamore hat eine ziemliche Hebelwirkung und ein BB wäre mir persönlich auch nicht gefallen.
Liebe Grüße:-)

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Kommentar von horsegirli
18.02.2016, 18:38

Ja klar ich frage ihn schon noch, ich wollte nur gerne mit Vorschlägen ankommen und nicht unvorbereitet fragen, da er das auch noch nie so geritten ist und so auch keine Erfahrung hat. Er ist eher der Typ alte Schule des Freizeitreitens ohne neue Ideen und Versuche...;)

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Kommentar von Spiky2008
18.02.2016, 18:41

Okay, also wie gesagt, ich würde das Sidepull empfehlen,aber das ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Muss du einfach durch gucken. Vielleicht kann man ja im Stall mal rumfragen,ob man sich mal die verschiedenen Zäumungen ausleihen und ausprobieren kann:-)

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Kommentar von Spiky2008
18.02.2016, 18:45

Okay,dann musst du mal gucken. Bespreche das am besten mit dem Besitzer:-)

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Hallo,

ich bin ein großer Fan vom Kappzaum. Je nach Art der Verwendung und Ausbildungsstand des Pferdes entweder ein Wiener oder ein Caveson, ein Vorteil ist m.M.n. das er sehr vielseitig in seiner Vrwendung ist, man mit einem Semikappzaum problemlos vierzüglig unterwegs sein kann, meine keiner Hebelwirkung wie bei Glücksrad und co hat, sowie auch vernünftig dressurmäßig Arbeiten kann. Für durchs Gelände schluffen habe ich ein Sidepull, damit reite ich dann aber nur über Impulse und habe keine stetige Anlehnung

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Sprecht das vorher unbedingt mit der Versicherung ab, einige Zahlen nicht, wenn mit Gebisslosen Zäumungen etwas passiert

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Ich finde den Merothischen Zaum recht gut - man kann Anfangs beides nutzen - Ledergebiss und den gebisslosen Zaum je nach dem wie er eingestellt ist - dann kann man beides ausprobieren und irgendwann das Gebiss auch weg lassen.

Er ist allerdings recht teuer, dafür aber auch gut.

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DCKLMFBL hat mir diese hier empfohlen die echt interessant ist :) die werde ich sicher selbst noch testen :) http://www.crownclub.de/home/gebisslose-zäumung/

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Kommentar von MissDeathMetal
18.02.2016, 20:20

wie Ponyfliege schon einmal sagte, das Leder muss sehr billig sein. Ob das dann tatsächlich Rind ist... oder nicht doch Hund oder Katze? Naja, deine Sache. Ich habe ungern ein Stück toten Hund am Pferd dran. Billigleder wird oft mit Giftstoffen gebeizt, die sich beim Tragen am Pferd lösen. Das kann zu Hautirritationen, Allergien und Verfärbungen führen. Auch wenn die Dinger schick sind, für den Preis kann es nicht seriös sein. Dafür würde man nichtmal das Leder bekommen

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Ich würde eine aus dem shop biothane nehmen de habe auch und bin voll auf zu frieden :)

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