Welchen wintecsattel?

2 Antworten

Ich würde gar keinen Wintec nehmen. Der wirkt auf den ersten Blick zwar günstig und pflegeleicht und die Werbung mit dem verstellbaren bzw. austauschbaren Kopfeisen wirkt als wäre er super anpassbar, aber genau da liegt der Haken:

Es bringt dem Pferd überhaupt nichts, wenn man bei Passformproblemen nur das Kopfeisen bearbeitet. Das Kopfeisen kann man bei allen Sätteln weiten oder verengen, doch dazu gehört immer auch eine Änderung des Baums. Muss man Baum und Kopfeisen nicht ändern, dann doch zumindest die Kissen.

Beim Wintec bestehen die Kissen aber aus Formteilen an einem Stück. Da kann der Sattler nicht hergehen, bisschen fester oder bisschen loser polstern, der Wintec bleibt immer gleich bzw. sein Formteil lässt auch nach und so wird der Wintec nach und nach immer weicher. Ändert sich aber das Pferd so, dass es eine festere Polsterung bräuchte oder ändert es sich überhaupt nicht, bräuchte weiterhin die Anfangspolsterung, dann hilft nur, einen neuen Sattel kaufen. Genauso in den Fällen, wo man bei der normalen Pferde-Veränderung vom Sattler den Baum ändern lässt. Klar ist man da mit dem herkömmlichen Ledersattel auch schnell mal 70 bis 100 Euro los, aber wenn ich überlege, stattdessen gleich einen neuen Sattel kaufen zu müssen, weiß ich schon, wo ich langfristig besser wegkomme.

Generell sind Veränderungen in diesem Maßstab auch bei längst ausgewachsenen Pferde, die permanent gut im Training sind, immer mal wieder fällig. Beispielsweise ändern sich viele mit den Jahreszeiten schon so, dass der Sattler da immer zumindest eine Kleinigkeit machen muss.

Auch bezüglich eines Kaufs würde ich mich immer vom Sattler beraten lassen, denn das Stockmaß ist das unwesentlichste. Der Widerrist, ja, der redet mit. Viel mehr aber die Form der Rückenlinie und die Schultern. Und sehr wichtig ist ja, dass der Schwerpunkt vom Sattel stimmt und er das Pferd an den Schultern nicht einengt. Pferde mit geschwungenem Rücken brauchen andere Sättel als Pferde mit geradem und Pferde mit langer Schulter brauchen Sattelmodelle, die im Blattbereich weich genug sind, dass die Schulter ein bisschen drunter schlupfen kann, denn so zurückgeschnitten, dass es hier gar nicht zur Berührung kommt, grade auch bei großen Bewegungen wie einem Trab mit viel Schub, gibt es bestenfalls ein paar wenige Dressursättel.

Für einen Fehlkauf ist auch der günstigste Wintec zu teuer.

Ich würde auch keinen Wintec Sattel nehmen. Wenn du pech hast, können Probleme mit dem Pferderücken oder so auftreten. Sprech da aus eigener Erfahrung. Kauf lieber einen vernünftigen Sattel. Hatte auch einen Wintec Sattel. Am anfang war alles gut, aber nach einem Jahr kamen die ersten Probleme. Am Ende hatte ich Tierarztkosten und und und. Dann habe ich einen Ledersattel gekauft. Die sind echt besser als Wintec. Viel Glück beim weitersuchen. LG :)

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