Welchen Urlaubsanspruch habe ich jetzt noch nach Erhalt der Kündigung?

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7 Antworten

Da du bereits laenger als 6 Monate dort beschaeftigt bist und in der zweiten Jahreshaelfte ausscheiden wirst, hast du mindestens einen Anspruch auf den vollen gesetzlichen Jahresurlaub von 4 Wochen. Einen anteiligen Anspruch haettest du nur, wenn eine der 3 in BUrlG § 5 Abs. 1 genannten Voraussetzungen erfuellt waere. Das kann bei dir aber nicht der Fall sein.

Falls vertraglich ein hoeherer Jahresanspruch als der gesetzliche Mindestasnspruch vereinbart wurde, kann bezueglich des die 4 Wochen uebersteigenden Teils eine vertragliche Regelung zu einem anteiligen Anspruch getroffen worden sein, nicht aber auch zu den 4 Wochen (jedenfalls nicht wirksam). Gibt es keine entsprechende vertragliche (ggf. tarifvertragliche) Regelung, besteht auch auf den den gesetzlichen Mindestanspruch uebersteigenden Teils der volle Jahresanspruch.

Machst du den vollen Jahresanspruch geltend, entsteht bei einem neuen Arbeitgeber fuer dieses Jahr allerdings kein Urlaubsanspruch mehr (oder nur ein sehr geringer, wenn es bei diesem deutlich mehr Urlaub gibt als beim alten).

Ergaenzung: Solltest du bei einem vorherigen Arbeitgeber bereits Urlaub fuer das Jahr 2014 erhalten haben, ist dieser allerdings auf deinen aktuellen Urlaubsanspruch anzurechnen (davon abzuziehen).

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Da die Probezeit ja bereits vorbei sein dürfte - welcher Grund wurde Dir für die Kündigung angegeben? Hier muss eventuell Kündigungsschutzklage eingereicht werden.

Oder habe ich aufgrund einer Betriebszugehörigkeit von 8 Monaten den vollen Urlaubsanspruch für ein Jahr erworben?

Nein. Das wäre mir neu. Du hast nur anteilig Urlaubsanspruch.

Doch, das sie mehr als 6 Monate im Betrieb war.

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Als Kündigungsgrund wurde mir genannt, dass ich zu viel vergessen würde. Auch würde ich den Job nach Meinung des Chefs psychisch nicht mehr lange durchstehen (ich war vor kurzem für zwei Wochen von meiner Psychotherapeutin krankgeschrieben).

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@Moonandsun

Meines Wissens geht das in Deutschland so einfach nicht. Gab es Abmahnungen, etc.? Du solltest unbedingt hier einen Anwalt konsultieren.

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@Gerneso

Fuer eine Kuendigungsschutzklage braucht man keinen Anwalt (den man in der ersten Instanz sowieso in jedem Fall selbst bezahlen muss). Sofern ueberhaupt Kuendigungsschutz besteht (Betrieb muss hierfuer regelmaessig mehr als 10 Vollzeitkraefte beschaeftigen, Teilzeitler zaehlen anteilig), waere hier eine Kuendigungsschutzklage tasaechlich angeraten. Diese muss aber zwingend innerhalb von 3 Wochen ab Zugang der schriftlichen Kuendigung erhoben werden!

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@DerCAM

Danke für die sehr gute Erklärung welche Bedingungen für eine Kündigungsschutzklage vorliegen müssen und wie man vorgeht. Wenn der Betrieb entsprechend aufgestellt ist, ist dies unbedingt zu empfehlen.

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Du hast die Probezeit bestanden und wirst im 2. Halbjahr des Jahres gekündigt. Damit hast du Anspruch auf vollen Jahresurlaub. Abzüglich deiner bisher genommenen Tage.

Den vollen Urlaubsanspruch hat mein erst nach einem Jahr Firmenzugehörigkeit.

Nein, bereits nach 6 Monaten (BUrlG § 4).

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Wie du bereits geschrieben hast, 2 Tage pro Monat. Wie kommst du auf Anspruch für ein ganzes Jahr?

Wie kommst du auf Anspruch für ein ganzes Jahr?

Vielleicht weil es genau so im Gesetz steht?

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Nur in der ersten Hälfte des Jahres ab dem 01.07 kompletter jahres Urlaub

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@Annabelle1

In diesem Fall erst ab dem 1.8. (Moonandsun hat erst am 1.2. dort angefangen).

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Die Auskunft des Personalbüros ist absolut korrekt!

Ist sie nicht!

Aber dazu muss man sich ein wenig mit den Gesetzen auskennen.

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@wikinger66

Wie jetzt? Du hast bewusst eine falsche Antwort gegeben weil du dich mit den Gesetzen auskennst? Verstehe ich nicht!

Vielleicht liegt es ja daran, dass ich zum Abendessen ein paar Bier getrunken habe und jetzt auf der Leitung stehe. Kannst du es mir bitte trotzdem erklaeren? Danke!

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@DerCAM

Abhängig von eventuellen tariflichen Regelungen, die wir nicht kennen, ist der Urlaubsanspruch absolut richtig berechnet, da der Urlaub noch nicht genommen wurde! Wäre der gesamte Jahresurlaub VOR einer Kündigung genommen worden, rechtlicher Anspruch ab 01.02. ( wir wissen nicht ob für Januar schon abgegolten wurde!!) hätten 11 x 2 Tage genommen werden können. Bei dem folgenden Arbeitgeber, also in diesem Fall ab Oktober, hätte KEIN Urlausanspruch mehr bestanden! Nun aber besteht ab Oktober bei einem neuen Arbeitgeber wieder ein Anspruch auf 3x2Tage!! Prost!

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@wikinger66

Eine fuer den Arbeitgeber aeusserst attraktive Berechnung, die sich allerdings nicht mit den gesetzlichen Regelungen des Bundesurlaubsgesetzes in Einklang bringen laesst. Sie beruecksichtigt weder BUrlG § 4 (voller Urlaubsanspruch entsteht bereits nach 6 Monaten), noch kann hier eine der in BUrlG § 5 Abs. 1 genannten 3 Voraussetzungen fuer einen Teilanspruch erfuellt sein.

Somit ist der aktuelle Urlaubanspruch wie folgt zu berechnen: Voller Jahresanspruch minus bereits genommene Urlaubstage minus ggf. von einem vorherigen Arbeitgeber fuer das aktuelle Jahr bereits gewaehrter oder von diesem abgegoltener Urlaub.

Lediglich bezueglich eines arbeits- oder ggf. tarifvertraglich vereinbarten Urlaubsanteils, der den gesetzlichen Mindestanspruch uebersteigt, kann hier vertraglich eine andere Regelung wirksam getroffen worden sein, nicht aber auch bezueglich des gesetzlichen Mindestanspruchs. In dem Fall waere der aktuelle Urlaubsanspruch so zu berechnen: Voller gesetzlicher Jahresanspruch (24 Werktage) plus vertraglich vereinbarter Teil des den gesetzlichen Anspruch uebersteigenden vertraglichen Urlaubsanteil minus bereits genommener Urlaub minus ggf. von einem vorherigen Arbeitgeber fuer das aktuelle Jahr gewaehrter oder von diesem abgegoltener Urlaub.

Wurde hingegen ein den gesetzlichen Jahresanspruch uebersteigender vertraglicher Jahresanspruch vereinbart, nicht aber auch eine Teilanspruchsregelung bezueglich des den gesetzlichen Anspruch uebersteigenden Urlaubsanteils, ist folgendermassen zu rechnen: Voller vertraglicher Jahresanspruch minus bereits gewaehrter Urlaub minus ggf. von einem vorherigen Arbeitgeber fuer das aktuelle Jahr bereits gewaehrter oder von diesem abgegoltener Urlaub.

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