Welchen Urlaubsanspruch habe ich bei zwei Arbeitstagen pro Woche?

7 Antworten

Wenn die gesetzliche Regelung Anwendung findet, hast Du Anspruch auf den Mindesturlaub von vier Wochen.

Bei zwei Arbeitstagen/Woche sind das 8 Urlaubstage. Für jeden vollen Monat des Beschäftigungsverhältnisses erwirbst Du nach § 5 Bundesurlaubsgesetz 1/12 des Urlaubsanspruchs.

Bei Dir sind das dann 3,33 Tage. Auf volle Tage muss erst aufgerundet werden, wenn Bruchteile von Urlaubstagen mindestens einen halben Tag ergeben, was hier nicht der Fall ist.

Der AG muss Dir also drei bezahlte Urlaubstage geben und den Bruchteil von 0,33 Tag muss er bezahlen.

Exakt, da gibts nichts hinzuzufügen.

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Du hast 4 Wochen Urlaub im Jahr.

Es ist dabei egal, wie oft du die Woche zur Arbeit gehst. Beispiel: 1 Tag die Woche arbeiten sind 4 Tage Urlaub im Jahr, weil das bei dir dann 4 Wochen sind.

Wegen den halben Urlaubstagen gilt § 5 Abs. 2 BUrlG. Sprich halbe Tage werden auf ganze Tage aufgerundet.

Weniger als halbe Tage gibt es gesetzlich gar nicht. Der Gesetzgeber will das man 1 Tag nimmt. Falls dein Arbeitgeber dir für weniger als 0.5 Urlaubstrage freigibt, dann ist das einfach nur nett.


UPDATE: Wenn dein Arbeitsverhältnis natürlich nur 5 Monate lang ist, dann wirds dementsprechend runtergerechnet. Du kannst ja keinen Jahresurlaub haben, wenn du gar nicht ein Jahr beschäftigt wirst :D Müsste § 5 Abs. 1 b BUrlG sein.

Mindesturlaub in Deutschland sind 24 Tage (§ 3 Abs. 1 BUrlG, ein Hoch auf Wikipedia) / bei einer 6-Tage Woche!!

Rechnerisch hast du nun also 8 Tage im Jahr, oder bei deinem 5-Monatsvertrag 3 Tage Urlaub.

Und da die 3 Tage bereits im Vertrag drin stehen und du den wahrscheinlich unterschrieben hast, hast du dem zugestimmt.

3 Tage Urlaub

Der Urlaubsanspruch beträgt 3,33 Tage. Der Bruchteil muss ebenfalls gewährt oder ausgezahlt werden!

Was dazu im Arbeitsvertrag steht, spielt keine Rolle.

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@Familiengerd

So sicher solltest du dir da nicht sein. Er hat nur ein befristeten Vertrag und da kann man leider eine Menge Zeug reinschreiben. Ganz davon zu schweigen, dass man die Person auch schnell rauswerfen kann wenn sie aufmuckt. 

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@DerMudder

Das, was man in einen Vertrag reinschreibt, muss den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen.

Ist dem nicht so, ist die entsprechende Klausel unwirksam und wird durch die gesetzliche Regelung ersetzt.

Dabei spielt es absolut keine Rolle, ob der Vertrag befristet ist.

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@Funfroc

Berechnung von Teilurlaubsansprüchen nach § 5 Abs. 1 BUrlG 

Verbleibt danach bei der Berechnung des Urlaubs ein Bruchteil, der mindestens einen halben Urlaubstag ergibt, wird er auf einen vollen Urlaubstag aufgerundet; Bruchteile von weniger als einem halben Urlaubstag bleiben unberücksichtigt.

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@DerMudder

So sicher solltest du dir da nicht sein.

Bin ich mir aber, weil es so ist!

Er hat nur ein befristeten Vertrag und da kann man leider eine Menge Zeug reinschreiben.

Ob befristeter oder unbefristeter Vertrag, das spielt überhaupt keine Rolle; nicht alles, was in einem Vertrag steht, ist alleine deshalb und weil es unterschreiben wurde, auch wirksam!

Ganz davon zu schweigen, dass man die Person auch schnell rauswerfen kann wenn sie aufmuckt.

Das ist so pauschal völlig falsch!

Erstens darf bei einem befristeten Arbeitsverhältnis (nach einer vereinbarten Probezeit) nur gekündigt werden, wenn eine Kündigungsmöglichkeit ausdrücklich vereinbart wurde.

Zweitens darf (wenn das Kündigungsschutzgesetz anzuwenden ist) nur mit einem Grund gekündigt werden (betriebs-, personen-, verhaltensbedingt).

Drittens besteht in jedem Arbeitsverhältnis ein grundsätzlicher Schutz vor willkürlicher, sittenwidriger usw. Kündigung.

Dass man fast jeden Arbeitnehmer "rausekeln" kann, ist mir klar.

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@Familiengerd

Ich will nicht gegen dich antreten und du setzt dich engagiert für die Arbeiterrechte ein aber wie du im letzten Absatz sagtest: Man kann eine Menge in den Vertrag schreiben und einen unterschriebenen Vertrag anfechten ist schwierig.

Und man sollte sich immer wohlgestimmt mit der Personalabteilung/Chef stimmen, denn die müssen am Ende die Zeugnisse ausstellen und dank neuer sozialer Medien wie Xing und LinkedIn ist es in vielen Betrieben inzwischen üblich, dass auch mal zwischen den Personalabteilungen gefragt wird: Warum ist der von euch weg?

Ich habe mich selber schon mit meinem Chef angelegt, aber aus einer Position heraus die Druck ermöglichte. Ein 5-Monats/Saisonvertrag bietet den schlicht nicht.

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@DerMudder

Und was willst Du mir damit jetzt sagen??

Ich vermute mal, dass Du da einen Text aus dem Internet völlig falsch interpretierst!

Das Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 5 "Teilurlaub" Abs. 2 regelt nur den Fall, dass ein Urlaubsbruchteil mindestens 0,5 beträgt: der halbe Tag muss auf einen ganzen Tag aufgerundet werden!

Zu Bruchteilen von weniger als 0,5 sagt das BUrlG nichts: diese kleineren Bruchteile bleiben dem Arbeitnehmer als Anspruch erhalten.

Einmal abgesehen davon, dass Du die Quelle Deiner Aussage weder benennst noch Deine Aussage als Zitat kennzeichnest, bedeutet diese Bestimmung aus dem TVöD nicht, dass der Bruchteil von weniger als 0,5 für den Arbeitnehmer verloren ist, sondern dass er lediglich bei einer Aufrundung unberücksichtigt bleibt.

Anderes wäre nach dem BUrlG § 13 "Unabdingbarkeit" auch nicht erlaubt!

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@DerMudder

Aber man muss seine Rechte erst überhaupt einmal kennen!

Erst dann kann man entscheiden und abwägen, wie man sich verhalten kann oder soll, ab man darauf besteht oder sich pragmatisch der faktischen Machtüberlegenheit des Arbeitgeber (die vom BGB leider ignoriert wird) fügt.

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