Welchen Sinn hat Esperanto?

7 Antworten

Für Menschen, die den einfachen Zugang zu Informationen über die Sprache und ihre Kultur durch das Internet ignorieren, hat Esperanto keinen Sinn. Dass solche Menschen sich hier so outen, macht für mich keinen Sinn.

Esperanto ist die demokratische internationale Sprache und bietet allen Menschen die Möglichkeit miteinander zu kommunizieren, ohne dass eine Sprechergruppe bevorzugt wäre.

Offenbar wissen zu wenige Menschen von dieser Option oder sie haben kein Interesse, sich international zu verständigen, bzw. bilden sich ein, sie könnten das mit Englisch bewerkstelligen. Es gibt die verschiedensten Spekulationen, weshalb Esperanto sich nicht durchgesetzt hätte. Was nicht ist, das kann noch werden. Verhindern werden jedenfalls Miesmacher die Entfaltung der internationalen Kommunikation mit Esperanto nicht.

Im Übrigen gibt es Esperanto-Lernmöglichkeiten nicht nur in Schulen und Universitäten. Die gibt es auch im Internet. Mein Angebot: www.staunberater.de/?Esperanto

Bedauerlicherweise ist der Zug für Esperanto (entstanden 1887) inzwischen abgefahren. Dabei wäre es eine Sprache gewesen, die man bequem an Stelle der umständlichen Groß- und Kleinschreibung schon in der dritten Klasse hätte lernen können. Sie hätte von der ganzen Welt als Drittsprache benutzt werden können, denn man kann sie innerhalb von 3 Wochen lernen.

Nach anfänglichen Widerständen wurde sie nach dem 2. Weltkrieg im Ostblock noch stark gepflegt, heute auch nicht mehr.
Es gibt zwar Millionen von Menschen, die sie in "Esperantujo" sprechen, dem Land, das aus der gesamten esperantosprechenden Welt besteht,
doch was ist dies gegen die Miiliarden, die es nicht sprechen?

Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird in dieser Gemeinschaft sehr gepflegt, und man kann sicher sein, wenn man irgendwohin reist und ein Esperantist lebt dort, dann wird man herzlichst aufgenommen. Verständigen kann man sich ja auf Anhieb - auch in der fernsten Ferne.
Zwar nur mit einzelnen Personen, aber immerhin.

Was immer vergessen wird: Esperanto wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts entworfen und fand seine ersten Sprecher, als die damalige Sprachwissenschaft noch einheitlich behauptete, eine "künstliche" Sprache könne niemals funktionieren.

Das ist heute widerlegt: Esperanto hat sich in über 100 Jahren zu einer "normalen" Sprache gemausert, die sich in der Praxis von anderen, sog. "natürlichen" Sprachen, nicht unterscheiden lässt. Wohl aber ist sie nahezu vollständig regelhaft und deshalb viel schneller erlernbar als ethnische Sprachen, eignet sich hervorragend als internationale Verständigungssprache.

Esperanto wird hin und wieder in Schulen und Universitäten unterrichtet. Ich habe jahrelang einen Lehrauftrag an der Universität Münster gehabt (bin jetzt in Rente). Die Studenten lernten in ca. 15 Doppelstunden Esperanto bis zum Niveau A2, die entsprechende Prüfung war schriftlich und mündlich einsprachig.

Die Einführung des Esperanto in das Bildungssystem ist immer an den Vorurteilen der Verantwortlichen gescheitert, die Esperanto gar nicht kannten. Ein Beispiel dafür, dass sich in unserer Gesellschaft das Bessere nicht automatisch durchsetzt, sondern oft von Schein-Fachleuten blockiert wird. Philologen haben früher dem Esperanto Kulturlosigkeit vorgeworfen, das ist heute mit genügender Fachliteratur zur Interlinguistik nicht mehr haltbar. Aber Vorurteile sind bekanntlich zäh.

Ich selbst verwende Esperanto praktisch täglich im Netz. Private Urlaubsreisen nutze ich zu Kontakten mit Esperanto-Sprechenden in den Nachbarländern, und wissenschaftlich bin ich im Vorstand der Gesellschaft für Interlinguistik (Berlin), die sich mit Sprachen im internationalen Gebrauch beschäftigt.

http://www.interlinguistik-gil.de/

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