Welchen Sicherungsautomat?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da fehlen einige Informationen.

Zb der Querschnitt deiner Leitungen. Ohne den Querschnitt zu wissen kann dir keiner sagen welche Sicherung du einbauen sollst.

Standard sind b13er Automaten, oder auch b16, aber wie gesagt es kommt drauf an was für Leitungen du verlegt hast und welchen Querschnitt. Zumindest falls es Sicherungen für eine Wohnung sein sollten.

Einfach nur "Steckdose" ist nicht ausreichend. Das ist so wie wenn ich frage, welcher sprit in ein Fahrzeug zu tanken ist.

Das kann keiner sagen well es Benziner oder Dieselmotoren gibt usw....

Entweder B-Automat oder C6...

Da man aber nicht weiß, um was es genau geht, wie es aufgebaut ist (Querschnitt/Länge, wie viel Leistung hängt dran, Was hängt dran, Hohe Anlaufströme zu erwarten usw) kann man auch nicht sagen, was die Lösung für Dich ist.

Die Charakteristik bricht dir das Genick. Du brauchst mindestens einen Kurzschlußstrom von 100A um den C10 sicher auslösen zu lassen innerhalb der erforderlichen Zeit. Ein B13 würde übrigens gehen, der braucht 65A. B16 würde noch gehen, da wären es 80A. Nun kommt es noch auf den Querschnitt an und die Leitungslänge.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

B13 wäre nach VDE auch noch zu groß. Erst recht ein B16. Zwar ist 5xIn bei B16A 80A, aber nach VDE kommt noch ein Zuschlag drauf. Die VDE will also entsprechend 120A sehen.

Ein B10 kommt also auf mind 75A nach VDE-Vorderung, auch wenn die Sicherung bereits bei 50A sicher auslösen würde. C6 wäre eig schon zu knapp. 60A rechnerisch macht nach VDE 90A Ik als Forderung. Mit 88A gemessen ist er knapp drunter...

Das liegt an der zulässigen Messungenauigkeit der Messgeräte. Diese dürfen bis zu 30% abweichen. Also geht man vom schlechtesten Fall aus. Deshalb nimmt man von der nötigen Schleifenimpedanz 2/3 und legt diese als max zulässige Grenze fest. 230V/80A sind 2,88 Ohm... 2/3 davon macht 1,92 Ohm. Rechnet man jetzt den IK wieder aus, kommt man auf 119 A... Die Schleifenimpedanz darf also max nur 1,92 Ohm betragen, statt 2,88 Ohm, bzw der errechnete Ik muss mind ca 120A betragen statt den 80A nach Kennlinie...

https://www.elektrofachkraft.de/pruefung/messpraktikum-schleifenimpedanz-und-netzinnenwiderstand

Etwas Leselektüre, wo es noch mal beschrieben ist.. :)

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@RareDevil

Es gäbe noch die Möglichkeit einen RCBO einzusetzen. Dann wäre zumindest in einem TT-Netz die Abschaltbedingung erfüllt. So hat man das auch früher schon gemacht, gerade bei TT ist die Schleifenimpedanz grottig im Vergleich zu TN. Aber wie immer, wir wissen mal wieder nichts was die Umstände beim Fragesteller betrifft.

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@RareDevil

So eine grottige Schleifenimpedanz sieht man bei mir in der Gegend überhaupt nicht. Hier ist TN üblich, meist TN-C-S oder im Altbau TN-C. Das ist garantiert ein TT-Netz. Ohne einen FI kommt man da meist mit nicht hin mit den Abschaltbedingungen.

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@germi031982
Es gäbe noch die Möglichkeit einen RCBO einzusetzen. Dann wäre zumindest in einem TT-Netz die Abschaltbedingung erfüllt.

Nur bei Fehler gegen Erde. Deshalb ist ja jetzt auch Grundsätzlich eine Fehlerstromerkennung vorgeschrieben.

Die Abschaltbedingung muss aber auch gegen den N greifen (Kurzschluß). Und den Fehler schaltet nur eine Sicherung, kein Fi. Auch wenn man dann von Netzimpedanz(Netzinnenwiderstand) statt Schleifenimpedanz spricht, die Abschaltbedingungen gelten auch da. Außerdem spricht er zumindest vom erwartenden Kurzschlußstrom (Eig L-N) und nicht vom Fehlerstrom (L-PE). Er kommt also nicht um einen anderen Automaten mit geändertem Ansprechwert oder Charakteristik rum. Alternativ, je nach Länge der Zuleitung, kann man noch den Querschnitt erhöhen, um es etwas zu verbessern. Das hängt eben von den Leitungsdaten ab, was angeschlossen werden soll, und wie gut die Schleifen/Netzimpedanz an der Verteilung überhaupt ist.

Ich vermute schon fast, das es ein TN-Netz ist, aber die Zuleitung einfach zu lang bzw vom Querschnitt nicht ausreichend dimensioniert... Das erfährt man vlt noch, sollte es mal Daten zur Anlage geben, statt nur einen möglichen Ik...

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@RareDevil

Da sind wir wieder bei dem Thema das wir nichts wissen. Und man kann die Schleifenmessung auch L gegen N machen. Bei TT müsste der Wert wesentlich besser sein da dort der N ja vom Netzbetreiber kommt und nur der PE ist rein lokal und nicht vom Netzbetreiber gestellt. Die Querschnittserhöhung ist eine gute Möglichkeit wenn die Leitung zu lang wäre. Ich habe bei mir in der UV eine Aufraststeckdose eingesetzt. Extra nur mit 1,5mm^2 angeschlossen. Bei gewissen Konstellationen muss man aufpassen das der Ik nicht zu hoch wird. Ansonsten muss man Leitungsschutzschalter nehmen die 10kA abschalten können statt der üblichen 6kA.

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Das Produkt aus Auslösestrom und Charakteristik machts aus, welche Kombination bei dir umsetzbar/sinnvoll ist musst du selber wissen bzw. kommt auf die restlichen Gegebenheiten an.

Woher kommt der Wert von 88A? Wie dick ist das Kabel? Was hat eine Steckdose mit einer Sicherung zu tun?

Ein wenig ausführlicher mußt du schon erklären, worum es eigentlich geht.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Wahrscheinlich errechnet aus der Messung der Schleifenimpedanz.

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