Welchen Nutzen hat das neue Gesetz für Cannabis auf Rezept wenn mir das als perfekt diagnostizerter ADSler, Angstpatient nirgends verschrieben wird?

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7 Antworten

Cannabis ist primär gegen chronische Schmerzen zugelassen, wenn andere Medikamente versagt haben. Des weiteren kann es auch gegen psychische Beschwerden eigesetzt werden, dies ist jedoch mit erheblichem Risiko verbunden.

Die Standartmedikation von ADHS ist Methylphendiat (Ritalin). Wenn dies nicht wirkt kommen auch andere Amphetamine zum Einsatz wie z.B. Lisdexamphetamin (Elvanse) oder wenn alles nichts hilft auch das reine Amphetamin (Attentin). Die Behandlung von ADHS mittels Stimulanzien ist sehr effektiv. Es gibt nur sehr selten Personen, welche nicht auf Stimulanzien ansprechen. Du scheinst eine davon zu sein.

Angststörungen werden primär mit Antidepressiva der SSRI und SSNRI-Klasse behandelt. Wenn diese nicht wirken kommt auch Pregabalin (Lyrica) zum Einsatz. Lyrica stellt eine gute Alternativtherapie zu Antidepressiva dar, da es mit letzteren keine Verwandtschaft besitzt. Bis man also mit Cannabis behandelt wird müssen mehrere Antidepressiva plus Pregabalin durchprobiert werden.

Da Cannabis eines der letzten Mittel ist die man einsetzen darf, wird vorher alles andere Versucht. An dieser Regelung hat natürlich die Pharmaindustrie freude und weniger das Wohl des Patienten. 

Dennoch gibt es auch grosse Nachteile bei Cannabis:

  1. Jeder zweite Kiffer (sinnbildlich gesprochen) versucht momentan ein medizinisches Rezept für Cannabis zu bekommen. Da chronische Schmerzen schlecht vorgetäuscht werden können, versuchen es die meisten mit psychischen Beschwerden. Dies ist für Leute wie du, die es brauchen würden natürlich eine Katastrophe.
  2. Cannabis kann (insbesonder bei ADHS-Patienten) paradox wirken. Das heisst, dass das ADHS und vor allem die Angststörungen massiv stärker werden. Selbst bei nicht-ADHSler kann Cannabis Panikattacken und Paranoia auslösen.
  3. Cannabis steigert nach neusten Forschungen das Risiko einer Psychose um 37%. Dies ist nicht unerheblich.
  4. Es ist alles andere als gesichert, dass Cannabis gegen psychische Beschwerden bei Einzelnen auch wirklich wirkt. Bei manchen wirkt es, bei anderen hat es keine Wirkung und bei wieder anderen gibt es die erwähnte Paradoxreaktion.

Wenn du Cannabis willst, musst du also einiges durchprobieren bevor es dir verschieben wird (inkl. Klinikaufenthalte etc.). Die andere Variante ist, dass du ein Arzt findest der persönlich von Cannabis als Medizin überzeugt ist bzw. der es schon zu einem früheren Stadium verschreibt.

Maxxismo 29.06.2017, 18:20

Top!

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Funmichi 01.07.2017, 17:53
@Maxxismo

SElbst im Beipackzettle von Benzos steht, es kann paradox wirken, das ist einfach kein Argument! Und das mit den Psychosenerzeugen ist in keinster weise bewiesen... eher scheint es so, dass leute, die eh schon psy<chosen haben sich damit versuchen selbst zu behandeln und daher bei cannabis nutzer vermehrt psdychosen auftreten. 

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samm1917 01.07.2017, 18:00
@Funmichi

Erst informieren, dann schreiben. Das Paradoxpotenzial von Cannabis ist um einiges höher als jenes der Benzodiazepine (obwohl Benzos auch aus anderen Gründen nicht gerade die optimale Behandlung darstellten).

Bezüglich der Psychosegefahr wurde in einer internationalen Studie definitiv nachgewiesen, dass Kiffen Psychosen auslösen kann. Umkehrschlüsse ausgeschlossen. Die Forscher beziffern das erhöhte Risiko bei 37%. http://www.watson.ch/Wissen/Schweiz/194993593-Schweizer-Forscher-beweisen-definitiv--Kiffen-kann-schizophren-machen

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Funmichi 01.07.2017, 18:15
@samm1917

Es ist auch nachgewiesen, dass Neuroleptika nach dem Absetzen das Schizophrenie Risiko erhöhen weil das Dopamin im Hirn rasant ansteigt. das nennt sich beschönigt rebound phänomen...TROTZDEM wird dieses Medikament vornehmlich dagegen eingesetzt. jedoch betrachte ich generell studien an menschen als kritisch weil einfach viel zu viele faktoren da sleben beeinflussen. zu jeder handfesten studie gibt es eine gegenstudie, die das gegenteil beweist.  wenn man anhand des mechanismuses und dem verlauf beweist.  dass cannabis psychosen auslöst, würde ich es gelten lassen, aber da ich weiß, dass schon so viele studien widerlegt wurden, lass ich studien als beweis nicht gelten, egal wie sicher sie sich ist....

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samm1917 01.07.2017, 18:40
@Funmichi

Deine Haltung hat mit Glauben zu tun und nicht mit Wissenschaft...

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Meiner Meinung nach ist es in dem Fall so, dass das gemeine Volk denken soll, die Politiker tun was zum Wohle des Volkes, dass Kranken jetzt Cannabis verschrieben bekommen.

Aber es ist doch so, wie viel verdient ein Pharmakonzern bei Cannabis und wie viel verdient er bei einem chemischen Medikament, bei dem er lange geforscht hat.

Sogar wenn man sich mal die Beschreibung auf der AOK Seite bei Cannabis anschaut, da heißt es es bekommen nur schwer Krebskranke und multiskelerore Erkrankte. Dann wird in einer langen Liste noch die große Anzahl an Nebenwirkungen aufgezählt, da müssen die Leute ja Angst bekommen.

Denn welcher Arzt sagt seinem Patienten, dass Tabakkonsum viel schädlicher ist als Cannabis und dass allein letztes Jahr über 100.000 an Tabak starben, da macht man nichts.

Auch heißt es gleich, ja THC dann ist mal gleich bekifft. Das wäre ja so, als würde man sagen, wenn ich jetzt einen Esslöffel 30 % Alkohol zu mir nehme, dann kann ich schon nicht mehr mit dem Auto fahren.

Der Mensch kann eine bestimmte Menge von THC zu sich nehmen ohne dass er High wird.  Noch dazu entsteht THC bei Cannabis nur, wenn es erhitzt wird.

Vorallem, was auch noch wichtig ist, sollte man die Ärzte mal auf die Studien in Amerika ansprechen, die zu Cannabis gemacht wurden. Harvard fand heraus, dass es sogar die Gehirnleistung steigert.

Jeder Arzt der es nicht verschreibt, wird doch inoffiziell von der Pharmaindustrie bezahlt. 

Nun, das Zeug wird nur von Ärzten verschrieben, die in Cannabis einen größeren Nutzen erkennen, als bei herkömmlichen Medikamenten.

Zudem haben sie Angst, dass es sich rumspricht und dann jeder kleine Kiffer aus der Umgebung unter einem Vorwand bei ihm vorspricht.

Die Ärzte können es dir verschreiben, müssen es aber nicht....


Natürlich helfen Ritalin und Lyrica.

Cannabis ist bei ADHS allenfalls zum Einschlafen geeignet.

Nur weil es per Gesetz legal ist, bedeutet es nicht, dass es für Dich geeignet ist.

der arzt verschreibt das von dessen wirkung er überzeugt ist. auch wenn da einige patienten was anderes wollen

Funmichi 29.06.2017, 16:47

methylphenidat wirkt bei mir nicht gegen ADS

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So schade das auch in deiner SItuation sein mag, ein Arztbesuch ist kein Einkaufsbummel. Funktioniert nicht so einfach mit den Wunschrezepten.

du musst nur den richtigen Arzt finden!!

Die meisten Ärzte halten sich noch sehr zurück bei dem Thema,da es leider bei der Rezeptvergabe immer noch um Geld geht

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