Welchen Einfluss hatte die Aufklärung auf die Religion?

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8 Antworten

Also als philosophische Frage fände ich das echt spannend zum Diskutieren. Aber du fragst ja nach der geschehen Geschichte, wenn ich dich richtig verstehe ...

Nun muss man sehen, dass die Idee der Aufklärung ja nicht zu 100% funktioniert hat. Aber generell hat die Religion natürlich sehr darunter gelitten. Da begann schon mit dem Ende des Mittelalters und zieht sich - mit Ausnahmen zwischendurch - bis heute hin. Mit Luthers Übersetzung der Bibel hat sich ja schon vieles grundlegend geändert und ab dann hat die Wissenschaft mehr und mehr die Überhand gewonnen. Zuvor unerklärliche Dinge wurden im Laufe der Zeit erklärt und so "brauchte" man die Religion immer weniger. Christliche Regeln wurden dementsprechend auch vernachlässigt. Schauen wir uns doch mal die frz Revolution als "Siedepunkt" der Aufklärung an: Prinzipien wie das Vergeben von Schuld oder dergleichen wurden mit der Guillotine begraben. Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass Folter, Todesstrafe und Kriege im religiös geprägten Mittelalter gang und gebe waren. Allerdings wurde die Religion damals nicht wie heute allen freigegeben, sondern als Machtinstrument von den Mächtigen ge- bzw missbraucht.

Dementsprechend kann man abschließend sagen: Die Aufklärung hat gang im Zeichen ihrer Zeit an der Schwächung der Bedeutung der Religion mitgewirkt.  Das ganze bezieht sich natürlich nur auf das Christentum, denn die Aufklärung (von der ich davon ausgehe, auf die du beziehst) hat ja im christlichen Raum stattggefunden.

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Der Einfluss war und ist gewaltig.
Nahezu alles wofür in der Vergangenheit Götter verantwortlich gemacht wurden, ist mittlerweile wissenschaftlich erklärt, ganz ohne Götter.
Viele Bibelgeschichten haben sich als falsch herausgestellt, wie die Schöpfungsgeschichten zum Beispiel, wobei man darauf auch vorher hätte kommen können.
Den Religionen bleibt nur die Flucht ins Unbekannte. Wenn Gott schon nicht die erde erschaffen konnte, dann zumindest das Universum. Nachdem die Urknalltheorie belegt wurde, musste sich der Gott noch weiter zurück ziehen und hat nun die Singularität geschaffen, aus der der Urknall hervorging, bis dieses Rätsel auch gelöst ist.

nur ein paar besonders lernresistente Individuen glauben weiterhin dass es so passiert ist wie es in der Bibel beschrieben wird. Bei ihnen ist die Aufklärung nicht ganz angekommen. Sie nehmen zwar deren Vorteile wie Technologie an, doch sie verweigern sich den Grundlagen, die diese Innovationen möglich machten.

Die Götter verlieren aber weltweit an Boden. Die Welt teilt sich mehr und mehr in streng fundamentalistisch Gläubige, Atheisten und Menschen, die sich ihrem Glauben einfach selbst zusammen fantasieren.

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Warum hat Gott um Gottes Willen nicht alle Menschen einfach gut gemacht? Warum läßt er das Böse zu? Wie das Erdbeben von Lissabon, das Europa 1755 nicht bloß seismographisch erschütterte. Allenfalls ein gleichgültiger Gott konnte das zulassen, der Rentnergott des Epikur, der sich bei den Aufklärern wieder wachsender Beliebtheit erfreute. Doch konnte ein solcher Gott wirklich Gott sein?

Man hatte nach den eigenen Vorstellungen vernünftigen Gott gesucht, aber, wie sich nun zeigte, nicht wirklich gefunden. Denn nun stellte sich angesichts der Offensichtlichkeit des Bösen in der Welt und der katastrophalen Folgen von Naturkatastrophen die Frage: Konnte Gott nicht oder wollte er nicht? War der Weltbaumeister bloß unfähig oder war er gar im Grunde ein zynisches Monster?    

Denn wenn man eine Übeltat verhindern konnte und es nicht tat, dann war man genauso zu verurteilen wie der Verbrecher selbst.

Doch hier wurde die Aufklärung Opfer ihrer eigenen selbstverschuldeten Verdunklung. Sie hatte sich nämlich mit den Mitteln der menschlichen Vernunft einen vernünftigen Gott gebastelt, der als Weltbaumeister und Sicherer der gesellschaftlichen und stattlichen Ordnung fungierte und mit dem man kleinen Kindern Angst machen konnte, wenn sie ihre noch kleineren Geschwister verprügelten.

Dieser tönerne Gott brach beim ersten Erdbeben auseinander. Dieser Gott war ein Kunstprodukt und meilenweit entfernt zum Beispiel vom christlichen Gottesbild. Allerdings hieß er genauso, und diese Verwechslung sollte verhängnisvolle Folgen haben.

Der Gott der Atheisten in der beginnenden Neuzeit war dennoch vor allem der Gott der Herrschenden, den diese mit ihrem unglaubwürdigen Leben selbst unglaubwürdig gemacht hatten. Der Protest gegen die Herrschenden und gegen Gott, das fiel bei der Französischen Revolution augenfällig in eins. Man wollte gerade in religiösen Fragen frei denken, frei von kirchlichem, staatlichem und gesellschaftlichem Druck. Das ist auch aus religiöser Sicht kaum abzulehnen.Und so charakterisiert der Ausdruck Freidenker viele so genannte Atheisten damals vielleicht viel besser, die im Atheismus gar nicht so sehr die atheistische Überzeugung wählten, als vielmehr den Protest:
"Geben Sie Gedankenfreiheit" (Schiller)

Alles aber was übrig bleibt vom Atheismus der Aufklärung, vom Sieg der Venunft und des Menschen gegen Gott, ist am Schluss grenzenloser Pessimismus. Das Leben ist sinnlos,der Tod erst recht und es
bleibt - das Nichts.

Manfred Lütz "GOTT"

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Eine interessante Frage, aber was meinst du mit "die Aufklärung" und von welcher "Religion" sprichst du? Ich halte mich da an das was Einstein einmal sagte:

Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind.

Für mich persönlich ist beides wichtig, ohne Religion keine "intuitive Wissenschaft", ohne Wissenschaft keine "logische Religion". Ich denke Religion und Wissenschaft sind beide voneinander abhängig auch wenn viele das wahrscheinlich anders sehen. :P

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Martin Luther hat zwar aufgeklärt. "Seine" Religion verharrte aber weiter in unbiblischen Lehren, wie z. B. der Höllenlehre oder der Seelenwanderung (ebenfalls die kath. Kirche).

Erst später — als die Bibel weltweit zugänglich wurde — erkannten immer mehr Menschen die Irrlehren der Religion. Sie wandten sich vermehrt von den irreführenden Religionen ab. Die Zahl der Atheisten nahm zu. Aber es wandten sich auch vermehrt Menschen den wahren biblischen Lehren zu.

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Sehr schlechten Einfluss. Die Aufklärung nimmt die Religion, und schiebt sie woanders hin :)

Was ich damit meine, was in der Bibel steht ist laut Christen von Gott. Z. B. im alten Testament steht, dass wenn Frauen ihre Köpfe nicht bedecken, ihnen eine Glatze geschnitten werden muss. Die Aufklärung ist gegen sowas. Die Aufklärung steht und kämpft sozusagen 'gegen Gott' was sehr respektlos gegenüber Religionen ist.

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Grüß Dich Thunder107!

Hier ist ein sehr gutes video, das die Frage beantwortet!

Aufklärung Überblick – die wichtigsten Vertreter und Ideen und ihre Auswirkungen

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Kommentar von vonGizycki
05.02.2017, 21:13

Zusatz:

Alle aufgeführten Bereiche im Film sind auch von der Relgion nicht zu trennen. Sie hat die Gesellschaft im Denken und Fühlen beeinflusst. Aufklärung betrifft also das gesamte Denken und Fühlen des Menschen.

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Welche Religion?

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