Welchen Archäologiestudiengang wählen?

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5 Antworten

Ohne genau aus diesem Fach zu kommen, würde ich dir wahrscheinlich zur Klassischen Archäologie raten. Das passt geographisch und zeitlich meines Erachtens am besten. Der Fokus des Studiums liegt aber dann natürlich trotzdem auf den Griechen und Römern, aber ich denke der Sprung nach Nordafrika sollte dann zu machen sein.

Es gibt übrigens auch im Master die Möglichkeit sich nochmal ziemlich stark zu spezialisieren, etwa mit solchen Studiengängen wie "Archäologie der römischen Provinzen" oder "Archäologie Nordostafrikas". Wie gut das dann alles passt, musst du natürlich nochmal konkret überprüfen.

Außerdem wird Archäologie meines Wissens überwiegend als Kombinationsbachelor angeboten, so dass du über ein Nebenfach oder ein gleichberechtigtes zweites Fach auch nochmal eine Spezialisierung vornehmen kannst.

Alles in allem muss man aber sagen, dass du im Archäologiestudium auch erstmal eher generalistisch ausgebildet wirst. Inwieweit da die Fokussierung auf ein "Randthema" möglich ist, wirst du sehen bzw. mit der Studienberatung klären müssen. Außerdem gibt es hier natürlich auch ganz klar das Problem, dass du aufgrund der politischen Lage im heutigen Libyen und den angrenzenden Staaten wahrscheinlich erstmal keine Grabungserfahrung  sammeln kannst. Dort westeuropäische Studenten hinzuschicken, kann meines Erachtens auf absehbare Zeit keine Uni verantworten.

Wenn du übrigens mal ein bisschen nach Studienmöglichkeiten stöbern willst, dann versuche mal eine Suchmaschine wie diese: http://studiengaenge.zeit.de/

Vielleicht findest du da noch einen Studiengang der Archäologie, auf den du bisher noch nicht geachtet hast.

Beste Grüße!

Die Region wurde schon zu Magister-Zeiten von der Klassischen Archäologie bestenfalls gestreift, wenn jemand im Institut sich mit der Region beschäftigt hat, reguläres Thema ist sie in keiner Weise.

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Regulär ist das in keiner in Deutschland angebotenen archäologischen Richtung wirklich Thema. Hier müsste man letzten Endes schauen, welche Einzelpersonen zu dem Thema forschen und arbeiten und wo sie lehren. Da kann mal jemand aus der Klassischen Archäologie relevant sein, aber durchaus auch Vorgeschichtler. Dass an den meisten Unis inzwischen alle archäologischen Teilgebiete zu einem Bachelor-Studiengang Archäologische Wissenschaften o.ä. zusammengefasst worden sind, macht es auch nicht leichter.

Allerdings ist selbst dann die Wahrscheinlichkeit, dass du mehr als ein, zwei vereinzelte Veranstaltungen zum Thema besuchen kannst, denkbar gering. Stattdessen müsstest du erstmal bis zum Bachelor die archäologischen Grundlagen der entsprechenden Fachbereiche lernen.

Das Kernproblem ist aber in meinen Augen die mangelnden Perspektiven mit dieser Spezialisierung. Schon in den gängigen Fachgebieten ist es schwer, eine feste Anstellung zu finden, mit einer so exotischen Spezialisierung umso mehr. Das wahrscheinlichste Szenario: Du studierst, spezialisierst dich, findest nichts. Nun kannst du entweder flexibel sein und schauen, ob du außerhalb deines Spezialgebietes unterkommen kannst und willst, oder du suchst dir einen Job außerhalb des Faches. Zu den generellen Perspektiven in der Archäologie lassen wir uns hier immer wieder aus. Mit einem Thema wie den Garamanten würdest du in noch viel stärkerem Maß Flexibilität und Frustrationstoleranz brauchen.

Ich würde mir ehrlich gesagt gründlich überlegen, ob es nicht etwas anderes gibt, was dir Spaß machen könnte und ob du die Garamanten nicht als interessantes Hobby betreiben kannst.

* Das Kernproblem sind

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Lass dich nicht kirre machen. Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht. Alle meine Kommilitonen haben was erreicht im Leben und arbeiten irgendwo, halt nicht immer im Fach. Aber manchmal hat man auch keine Lust mehr, im Sand zu spielen.... ;)

Der Zahn, den ich dir ziehen muss, ist das du dich direkt auf eine einzige Kultur spezialisieren kannst. Oft ist eine kulturelle Zuordnung von Funden schwierig, auch werden solche Dinge in einem größeren Kontext betrachtet.

Einzelne Veranstaltungen zu bzw. Bezüge zu Nordafrika scheint es an mehreren Instituten zu geben, etwas konkreter ist die Ausrichtung in Berlin.

https://www.studieren-studium.com/studieren/studiengang/85824

Du wirst dich durch die Modulpläne suchen müssen, was dich am ehesten anspricht oder die Studienberatungen der einzelnen Standorte aufsuchen müssen.

Das würde ich mir sehr gut überlegen. Da sind hinterher nämlich die Stellen gar nicht so dick gesäht. Eine Freundin von mir hatte das studiert und dann NIE in dem Bereich gearbeitet!

Mich hat Archäologie auch immer fasziniert. Wenn ich so gedurft hätte, wie ich mir wünschte (ein Mädchen hatte das in den Augen meiner Eltern nicht zu wollen!), wäre ich Lehrerin für Geschichte, Geographie und noch einem dazu passenden Fach geworden.

Klar, das übliche eben. Brotlose Kunst ect... :D Ich habe allerdings bereits zwei Semester eines Studiengangs hinter mir, den ich nur gewählt habe weil alle gesagt haben: "Mach lieber was gescheites." Das Ergebnis: Null Motivation und ein weggeworfenes Jahr. Jetzt mach ich eben das was MIR gefällt

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@justforfunhere

Da wünsch ich Dir viel Glück.

In einem Griechenland-Urlaub war ich mal knapp bei Kasse. Auf dem Campingplatz waren einige Archäologen und auch Studenten, die in der Nähe arbeiteten. Bei der Ausgrabung hab ich dann ausgeholfen - war echt interessant.

 

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@justforfunhere

Klar, das übliche eben. Brotlose Kunst ect... :

Auch wenn du die Warnungen nicht hören wilst: Nimm sie ernst! Es steht dir völlig frei, dann doch zu tun, was du willst oder für nötig hältst (ich habe das schließlich auch so gemacht ;) ), aber wenn du die Realität im Fach ignorierst, läufst du in dein Verderben.

Nur wenn du dich mit der Stellensituation im Fach auseinandersetzt, kannst du zumindest die brutalsten Fehler der blauäugigen Studenten vermeiden, die sich sagen: "Och, hinterher wird das schon irgendwie." Das sind nämlich die, die dann in der Regel nach 2-3 Jahren völlig aus dem Fach verschwunden sind, wenn es überhaupt so lange dauert.

Gut sein allein reicht nicht. Ohne frühe Erfahrungen außerhalb der Uni wirst du nicht weit kommen. Du brauchst Glück, musst Kontakte aufbauen, flexibel bleiben und vor allem eine enorm hohe Frustrationstoleranz entwickeln.

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Wow, ne geile Idee wie ich finde. Bist du sehr wohlhabend oder wieso möchtest du das studieren?

Welchen Job willst du genau nachher mal machen?

Ich bin kein Stück wohlhabend. Am liebsten würde ich natürlich in die Forschung an einer Universität. Ich kann natürlich als Touristenführer enden, das Risiko gehe ich aber ein.

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@justforfunhere

Nur mal ein kleiner Realitätsabgleich, den wir durchspielen wollen:

Du strebst eine Uni-Laufbahn an. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist überschaubar, aber gut. Du machst deinen Bachelor, etwa 3 Jahre, hängst noch 2-3 Jahre einen Master dran. Dann fängst du an zu promovieren, evtl. hast du da eine lausig bezahlte Stelle an der Uni, wahrscheinlicher aber ist, dass du dich nebenbei irgendwie finanzieren musst. Ansetzen kannst du ein Minimum von 3 Jahren, je nachdem, wie du dich finanzieren musst, kann es deutlich länger dauern. Wenn wir mal davon ausgehen, dass du dein Glück in der Kl.Arch. versuchst, wird mehr oder weniger erwartet, dass du dich für das Reisestipendium des DAI qualifizierst. Dafür geht auch ein Jahr drauf.

Wenn jetzt keine Juniorprofessur winkt, musst du dich Habilitieren. Dafür muss dich erstmal jemand annehmen. Mit einem exotischen Thema wie den Garamanten könnte das schwer werden. Das Problem der Finanzierung setzt sich fort. Nach der Habil kannst du dich dann mit ein paar Dutzend anderen Habilitierten um die Handvoll Stellen, die ab und an ausgeschrieben werden, schlagen.

Solltest du währnddessen schon an der Uni unterkommen, wirst du früh feststellen, dass die Uni kein reiner Forschungsbetrieb ist. Inzwischen krabbeln da nicht nur die leidigen Studenten herum, die ausgebildet werden müssen, es wartet auf das Lehrpersonal auch eine Menge bürokratischer Kram, allen voran die Drittmittelwerbung. Die Veranstaltungen, die du evtl. geben darfst, haben aber nichts mit deinem Spezialgebiet zu tun, schließlich müssen sie in den Lehrplan passen. Du musst dich also auch sehr intensiv mit allen anderen Themen im Fach auskennen. Schließlich musst du auf angemessenem Niveau dozieren und die Seminararbeiten, Referate und Prüfungen der Studenten bewerten, auch wenn sie selbst sich für ein exotisches Teilgebiet interessieren. Forschen kannst du dann, wenn du mit Vorbereitung und Veranstaltungen durch bist, wenn nach dem Bürokratie-Wust noch Zeit und Nerven übrig sind. Mit einem üpigen Privatleben darfst du dann aber nicht rechnen.

Wenn du eine entsprechende Stelle findest, kannst du alle Jubeljahre mal ein Forschungsfreisemester einlegen. Eventuell schaffst du es, ein Projekt in die Gänge zu bringen und bekommst für ein paar Jahre noch ein paar Fördergelder. Dann kannst du für ein paar Wochen im Jahr vor Ort forschen, den Rest des Jahres kannst du dann am Schreibtisch versuchen, deine Dokumentation auf Stand zu bringen, während die Studis an die Tür klopfen. 

Das kann natürlich erfüllend sein, aber dazu muss man es auch wollen und v.a. wissen, worauf man sich einlässt. ;)

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@Brieftasche1982

Das war es, was ich euphemistisch mit "überschaubar" formuliert habe.

Das eigentliche Drama ist: Die Chancen sind denkbar gering UND das Ziel ist unter Umständen nicht so, wie es sich der Fragesteller vermutlich vorstellt.

Ich kenne durchaus auch Leute, die lange für eine Uni-Karriere geackert haben, nur um sich dann nach ein paar Jahren auf andere Stellen zu bewerben, weil sie den ganzen Terz aus Drittmittelwerbung, Evaluierungen und Co. nicht mehr ertragen haben, zu dem sich eine Uni-Stelle in den letzten 15 Jahren entwickelt hat.

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