Welche Worte durfte man in der DDR nicht verwenden, weil sie zu obszön oder angelsächsisch/westlich waren?

8 Antworten

Derartige Verbote gabe es nicht.
Die SED rümpfte zwar die Nase, ob der Fremdwörter und versuchte diese "einzudeutschen", bei diesem Versuch blieb es dann aber auch schon.

Das machtevor Fremdworten nicht halt.
So hießen Grillhähnchen in der DDR Gold Broiler.

Im Vergleich, heute bemüht man sich auch etwa "political Correctnes" zur deutschen Sprache zu verballhornen.

"Broiler" ist auch nicht schlimmer als "Hendl"!

Wie heutzutage die deutsche Sprache verhunzt wird, sieht man u. a. an den "Unwörtern des Jahres"!

Oder an solchen Erfindungen:

Besserwessi, boatpeople, Politikverdrossenheit, Protestwähler, Schwarzgeldaffäre, Wutbürger, Sozialtourismus, Wohlstandsmüll, Entlassungsproduktivität, postfaktisch, Döner-Morde, Gammelfleischskandal, Abwrackprämie, betriebsratsverseucht, notleidende Banken, Kollateralschaden, Altersarmut, Rentnerschwemme....

Ganz zu schweigen von der oft anzutreffenden verbalen Rumschwurbelei in den Medien!

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@666Phoenix

Wer hätte das je geahnt, diesesmal stimme ich Dir gar zu.
Da sach noch einer...

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@soissesPDF

soisses, weißt Du, wie schnurze mir das ist, ob Du mir zustimmst??!!

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Broiler ist , auch heute noch, ein Begriff aus der Tierzucht und meint eine höhere Gewichtsklasse als Hähnchen. die DDR-Brathähnchen waren schlicht etwas schwerer als die westdeutschen Billighähnchen.

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Noch eindeutiger als Abgrenzung zum Westen: Nietenhose statt Jeans - nur hielt sich niemand ernsthaft daran.

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Ich erinnere mich nicht an verbotene Wörter. Es gab jedoch Begriffe, die offiziell nicht gern gehört und von offizieller Seite nicht verwendet wurden, ganz vornweg der Begriff "(Berliner) Mauer", was politisch korrekt als antifaschistischer Schutzwall bezeichnet werden sollte. 

Sollte jemand Begriffe wie "17. Juni (1953)", "Luftbrücke", "Berlinkrise" und Ähnliches verwenden, war dies ein klarer Hinweis, dass man imperialistischer, antisozialistischer, konterrevolutionärer Propaganda ausgesetzt gewesen war. Konkret: Man hatte Westfernsehen geschaut oder war Kirchengänger. In der offiziellen Geschichtsschreibung der DDR gab es diese Dinge nämlich nicht. Das heißt nicht, dass sie geleugnet wurden; sie wurden einfach niemals erwähnt.  

Meines Wissens nicht. Eine Zeitlang war der Begriff "Führerschein" verpönt, wurde aber 1982 wieder eingeführt.

Auf meinem Führerschein von 1988 steht Fahrerlaubnis.

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@xyzFelix

Dann sieh noch mal nach. Entweder er ist nicht von 1988 oder gefälscht.

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