welche wirkung hat ritzen?

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14 Antworten

Ich weiß nicht, ob es verständlich ist, aber ich versuche es einmal kurz auf diese Weise zusammenzufassen, was da wirklich hintersteckt:

Dem inneren Schmerz, der einen enormen Leidensdruck ausübt, ein Ventil geben, um ihn an die Oberfläche zu lassen. Das wiederum hat nichts mit Oberflächlichkeit zu tun, sondern damit, dass der Leidensdruck für den Betroffenen tatsächlich als innerer Schmerzdruck beschrieben werden muss. Durch die körperliche Ableitung wird dieser Schmerzdruck für einen Moment erträglich bzw. löst sich für einen Moment sogar auf. Der Betreffende kann sich also plötzlich auch einmal fallen lassen. Das Blut, das dabei fließt, KANN im übertragenen Sinne für den Betreffenden eine Rolle spielen – MUSS aber NICHT!

Die Selbstverletzung ist letztlich auch Ausdruck des GEFÜHLS, unverstanden zu sein bzw. der tatsächlichen ERFAHRUNG (und somit der absolut realen und keineswegs eingebildeten Selbst- und Weltwahrnehmung!!!), kein Verständnis für die eigene Lage und Befindlichkeit zu finden. Da vertraut man sich mit diesem Schmerzempfinden und auch mit dem Drang, den Schmerz körperlich fühlbar zu machen, um ein Ventil zu finden, niemandem mehr an – außer sich selbst. Und so kommt es zur so genannten SELBST-Verletzung. Die Verletzung durch Dritte, durch Außenstehende, hat da längst so tiefgreifend stattgefunden, dass die Türen zu sind: Die letzte Burg (die auch keinen wirklichen Frieden mehr stiftet) ist der Betreffende selbst – und lässt auch nur noch sich selbst an sich selbst heran.

Und führe Dir bitte einmal vor Augen, um die Dimension dieses Schmerzdrucks wenigstens einmal erahnen zu können: Die Tatsache, dass die Narben nicht verheilen, tritt völlig in den Hintergrund und ist belanglos im Vergleich zu der Notwendigkeit, von dem inneren Schmerz etwas ableiten zu können. – Nenne sie bitte nicht "Kiddas"! Und sprich nicht von "aufschlitzen" und "aufschneiden". Mit dieser Haltung gewinnst Du nicht einmal geringes Verständnis.

ich habe mich auch mal geritzt..

es hilft eigentlich nicht, sondern nur für einen Moment. Trotzdem machen "wir" es immer wieder, denn es ist einerseits um den seelischen schmerz zu berdecken und andererseits um zu spüren dass man noch lebt. Auf viele hat es außerdem eine art beruhigende wirkung ihr Blut zu sehen...

"Wir" machen das nicht aus Spaß, sondern aus Verzweiflung! (Zumindest die die es nicht machen weil es angeblich cool ist)

UND: RITZEN BEEUTET NICHT GLEICH BORDERLINE! Borderlineist eine Persönlichkeitsstörung bei der Ritzen zwar meist mit auftritt, aber das heißt nicht dass jeder Ritzer Borderline hat! Außerdem wird Borderline frühestens ab 18 Jahren diagnostiziert.

Du verstehst es nicht ... Ich selber leide darunter schon seit einem halben Jahr und ich kann Dir weshalb ! 1./2. Wir hassen das Leben und wollen den Schmerz spüren und die Sorgen vergessen, dabei mache ich auch immer den Fehler die Kontrolle zu verlieren, bei jeder Kleinigkeit und bereue es danach, obwohl ich die Sorgen in den Moment wo ich das getan habe vegessen habe ... Ich habe selber Depressionen, leide unter Selbstmordgedanken und dem Ritzen und es ist nicht einfah ... Ich gehe schon zum Psychologen, auch wenn ich da niczt hin wollte, weil ich mir nicht helfen lassen wollte -.-

also kurz zusammengefasst heißt es das ihr durch das ritzen die grausamkeit der welt vergesst und immerhin für einen kurzen augenblick ein gefühl der wärme spürt?

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Dazu möchte ich mich auch gerne äußern...ich habe damals auch geritzt habe ne leichte Borderlinestörung früher gehabt! Das ritzen ist das ventil für die ganze Gefühlswelt es heißt ja nicht um sonst Persönlichkeitsstörung. Du musst es Dir so vorstellen viele Borderline Erkrankte können ihr Gefühle nicht richtig Steuern bzw. ausdrücken aus welchen Gründen auch immer z.B wie ich damals nicht weinen konnte , wenn ich mich aber ritzen konnte und es blutete war es eine Erleichterung und weinen. Man verletzt sich nicht, weil es Spaß macht sondern, weil es ein Zwang i-wo ist man kann nicht weinen muss aber den Druck los werden den man hat vor Wut oder Traurigkeit. Ein tropfen Blut ist eben eine Träne. Hört sich total bescheuert an ist aber nun mal eine echt gefährliche Krankheit. Du schwebst immer zwischen den Leben und Tod sein wollen einige Borderliner versuchen sich umzubringen.

Zusammengefügt:

Bei einer solchen Störung sind bestimmte Bereiche von Gefühlen, des Denkens und des Handelns beeinträchtigt, was sich durch negatives und teilweise paradox wirkendes Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie in einem gestörten Verhältnis zu sich selbst äußert.Die BPS wird sehr häufig von weiteren Belastungen begleitet, darunter dissoziative Störungen, Depressionen sowie verschiedene Formen von selbstverletzendem Verhalten (SVV). Die Störung tritt häufig zusammen mit anderen Persönlichkeitsstörungen auf (hohe Komorbidität).

Die leute "ritzen" sich um zu fühlen, dass sie noch leben. Erst nachem man schmerz am Körper fühlt, merken die Leute, dass sie noch nicht tot sind.

Über die Narben machen sich solche Leute keine Gedanken, erstmal wollen Sie spüren dass sie noch leben, was danach kommt ist erstmal egal

Und wieder muss ich mit Entsetzen feststellen, dass hier in vielen Antworten ritzen mit der Borderline Persönlichkeitsstörung gleichgesetzt wird. Das ist absolut falsch. Nicht jeder, der sich ritzt hat Borderline und nicht jeder der Borderline hat ritzt sich. Klar, kommt dieses Verhalten sehr häufig dort vor, dennoch muss man beides unterscheiden!

Ich denke, keiner, der es nicht selbst einmal getan hat (und zwar nicht aus Neugier), kann dies nachvollziehen/verstehen.

Zu deiner Frage warum man es tut. Ganz einfach: Es ist die beste und schnellste Möglichkeit seelische Spannungen abzubauen. Durch den körperlichen Schmerz werden Endorphine (Glückshormone) freigesetzt. Das hat gar nichts mit Kick zu tun. Das ist kein Spaß. Man leidet psychisch so sehr, dass man nicht weiß wohin damit und so den seelischen mit körperlichen Schmerz ersetzt, da es sonst nicht aushaltbar wäre. Dieser Zustand der Erleichterung nach dem selbst verletzen hält allerdings nur kurz an.

Also Leute, nochmal: ritzen nicht gleich Borderline!

Die meißten die ritzen leiden unter einer Borderleinepersönlichkeitzstörung. Die machen das nicht weil es ihnen spaß macht oder so. Das machen sie weil sie in ihrem Leben keinen anderen Ausweg sehen was zu empfinden. Sie haben schlimme Dinge in ihrem Leben erlebt und sind vollkommen unempfindsam gegen äußere normale Reize geworden. Sie schneiden sich die Pulsadern auf weil sie es für eine art seelische befreiung fühlen, so wie wenn ein normaler mensch sich einfach mal ausheult. Andere wenige wie ich zum beispiel maches nur gelegentlich weil sie einen nervenzusammenbruch haben und sich selber die schuld an ihrem misratenen Leben geben und sich dafür bestrafen. Es ist sowas wie eine innrere depression. Ich habe Schizotypie, ist der Borderlinestörung ähnlich, aber nicht das gleiche. Ich habe mich erst 2 mal im leben geritzt und es ist warlich keine freude, es ist wie eine art frust über sein Leben ablassen ohne jemand anderen amit verletzen zu wollen.

schizotypie....ah ja

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@mariapia

Jap, kennste net, gell? Is auch net so bekannt und auch für selbstverletzungen eher nicht bekannt. Aber ich habe auch nicht nur Schizotypie sondern bin auch multiple.

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aber wieso muss man seinen körper dafür bestrafen man kann den stress auch anders abbauen, indem man gegenständen z.B. einen boxsack nimmt und immer wieder auf ihn einschlägt, aufschneidet verbrennt (oder welche wege es noch gibt um stress abzubauen) bis man wieder halbwegs klardenken kann

und beim nächsten wutanfall macht mans halt wieder

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@Rastaman

Das was man da empfindet sind keine einfachen wutanfälle, es sind wie eine art ohnmachtsanfälle, da fühlt man sich hilflos schwach und desorientiert. Man gibt sich die schuld an allem, das passiert ganz atomatisch. Man hat einen Tunnellick und sieht nur noch einen ausweg, möglicher selbstmord. Man ringt zumindest damit. Es ist schon etwas extremer als bei den häufigerem Ritzen. Die machen das um was zu fühlen. Wenn es ihnen schlecht geht und das ist meißtens der fall, manchmal halt besonders schlimm, machen sie es um was zu fühlen. Bei mir war es eine art ausdruck vom geschunden sein, eine art hilferuf, aber er blieb ungehört.

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@Greasy

aber wenn das leben für diese menschen im a*sch ist, warum machen sie es sich mit dem ritzen noch schwerer??? anstatt sie einfach umzubringen???

wenn das leben eine einzige quahl ist, dann ist selbstmord für diese leute die beste möglichkeit, ritzeb hingegen ist ein mittelweg, der dafür sorgt das man dem tod etwas näher kommt einem aber an sich nicht viel bringt außer schmerz und da für diese gruppe menschen das normale leben keine alternative darstellt sollten die sich einfach die kugel geben

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@Rastaman

Das machen auch viele, viele die vorher sogar nie geritzt haben, da waren Depressionen in der Überhand, das ist aber nicht bei allen so, daher haben nicht alle den "Mut" dazu. Bei mir ist es zum beispiel so, ich habe nicht sändig Depressionen, nur ab und zu mal, und die allein bringen mich auch nicht dazu über Selbstmord zu denken. Aber wenn Depressionen, eine aussichtslose Lebensphase ohne Zukunft oder auch mit alltäglicher Gewalt zusammen treffen und man niemanden hat mit dem man reden kann oder der einem helfen kann, das fängt der ausblick eines fensters auf einmal ganz freundlich auszusehen. Aber was einen dann noch abhält ist Hoffnung. Und genau die war es die mich immer davon abgehalten hat. Filleicht bin ich nicht der tüp für selbstmord, denn ich habe oft das mein instinkt mir sagt, das ich auf eine andere art sterbe. Wie man stattdessen auf die Idee kommtsich zu verletzen kann ich auch nicht sagen, es ist wie eine sache die man tuhn will, ein Gemütszustand.

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Ganz einfach in einem Satz ausgedrückt, beim Ritzen spüren die Menschen, dass sie leben.

Ritzen tun die meisten damit sie ihren Schmerz rauslassen können .

ritzen ist für mich selbstferständlich... also krank bin ich desshalb noch nie geworden... ausserdem limdert es den schmerz des altags :-)

Ein Satz Entweder bekloppte,oder gemütskranke machen das.Wer kann sollte damit nicht anfangen.

darf ich fragen, warum die frage jetzt unter "emo" ist?? -.- emos ritzen sich nicht!!

und zu deiner frage: ritzen ist eine ernstzunehmende krankheit und es ist wirklich traurig, wenn jemand sowas tut. gar nicht lustig. ritzen ist wie ein hilferuf, wenn man wirklich nicht mehr weiß, was man tun soll. mit "kick" hat das nichts zu tun, menschen ritzen sich, damit sie ihren emotionalen schmerz durch den physischen unterdrücken können.

Warum verletzen sich Menschen selbst?

Auch wenn SVV für Außenstehende meist völlig unverständlich erscheint, hat es doch für die Betroffenen eine wichtige Bedeutung: Beispielsweise dient es als Ventil bei starken inneren Spannungszuständen, hilft ihnen, aus Phasen völliger Verzweiflung und ohnmächtiger Hoffnungslosigkeit aufgrund der starken Reizwirkung wieder herauszukommen (antidepressive Wirkung). Alptraumhafte Abläufe können dadurch verlässlicher unterbrochen werden als durch hochwirksame Medikamente.

SVV schafft auch in Zuständen völliger, psychisch bedingter Gefühllosigkeit wieder die Möglichkeit, zu sich selbst Kontakt zu finden, indem dadurch der eigene Körper wieder gespürt wird.

Nicht zuletzt dient es manchmal auch als Signal, mit dem an die Umgebung appelliert wird oder als Selbstbestrafung, wenn starke Schuldgefühle nicht anders bewältigt werden können.

Das selbst verletzende Verhalten ist oft auch ein Hilferuf, hinter dem sich traumatische Erfahrungen wie sexueller Missbrauch, körperliche und seelische Gewalt und - durch inneren Rückzug - große Einsamkeit verbergen können.

Aber nicht alle Missbrauchsopfer verletzten sich selbst, wie umgekehrt nicht alle Betroffenen Missbrauchsopfer sind. Bei vielen ist es auch die Erfahrung der Vernachlässigung, der Mangel an Zuwendung und Wertschätzung, was dazu führt, sich selbst für das vermeintliche Versagen zu bestrafen oder sich erst durch Schmerzen spüren zu können.

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Lieber das Blut anderer fließen lassen.. (fu*ck you MOD)

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