welche voraussetzung für ambulanten pflegedienst?

7 Antworten

Wenn Du ihn nicht selbst bezahlen willst, kannst Du auch, dann mußt derjenige, der gepflegt werden will, eine Pflegestufe bei seiner Krankenkasse beantragen. Formulare gibt es im Internet auf der Seite der Krankenkasse. Dann kommt der medizinische Dienst, untersucht den Antragsteller und entscheidet dann, ob und welche Pflegestufe gewährt wird. Dann kann man einen Pflegedienst beauftragen.

pflegedienste "erfüllen" im prinzip reine "handwerksaufgaben". wer einen braucht und beauftragt, der muß halt dafür wie bei jeder anderen dienstleistung auch, bezahlen. wem das aufgrund fehlender finanzieller mittel nicht möglich ist, der beantragt bei der pflegekasse seiner krankenkasse eine entsprechende einstufung, um leistungen der pflegeversicherung zu bekommen. der medizinische dienst der kk prüft dann den "fall", und falls eine einstufung als pflegefall erfolgt, bekommt man die entsprechende unterstützung, um einen pflegedienst beauftragen zu können.

Da können wir noch ein wenig differenzieren:

  1. Wenn Grundpflege (Waschen, kleiden, Haushalt...) erforderlich ist kann jederzeit ein Pflegedienst hinzugerufen werden. Entweder wird die erbrachte Leistung dann privat finanziert (Selbstzahler) oder ihr könnt den Weg über eine Pflegeeinstufung gehen, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind. (am Tag wird für Pflegestufe 1 46 Minuten Grundpflege und 30 Minuten Hauswirtschaft erforderlich sein). Einen Antrag bei der Pflegekasse stellen, die schicken den medizinischen Dienst (MDK) zur Begutachtung heraus und dann gibt's den Bescheid ob Pflegestufe ja oder nein. Wird beim MDK-Besuch eine Einschränkung von Alltagskompetenzen festgestellt (Demenz, Alzheimer) kann es zu einer Pflegestufe 0 kommen (d.h. oben genannte Minutenwerte werden nicht erreicht, aber Hilfe ist erforderlich) werden auch schon geringe Gelder zur Verfügung gestellt. Zusätzlich gibt es je nach Schweregrad der Demenz 100,- oder 200,-€ / Monat für Betreuungsleistungen von der Kasse. Diese können beim Pflegedienst oder Tagespflege eingesetzt werden. Wird Pflegebedürftigkeit festgestellt, aber das Pflegegeld reicht für die erforderlichen Leistungen nicht aus, kann ein Antrag beim Sozialamt auf "Hilfe zur Pflege" nach SGB XI eine Kostenübernahme bewirken. Dies ist aber einkommenabhängig.

  2. Sollte Behandlungspflege erforderlich sein (Insulingabe, Anziehen von Kompressionsstrümpfen, Blutdruckkontrollen, Medikamentengabe....) so darf der Pflegedienst erst aktiv werden wenn er eine ärztl. Anordnung erhält. Im Regelfall wird er auch eine Verordnung über häusliche Krankenpflege einfordern, welche bei der Krankenkasse eingereicht wird mit dem Antrag auf Kostenübernahme. Wird der Antrag befürwortet rechnet der Pflegedienst dann direkt mit der Kasse ab. Bei der ersten Verordnung muss die Kasse auch dann die Kosten solange übernehmen bis sie einen Ablehnungsbescheid schickt.

Ein Tippfehler: "Hilfe zur Selbsthilfe" gibt es im SGB XII

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