Welche Vogelarten werden vom Nabu geschützt?

5 Antworten

"geschützt" ist ein Rechtsbegriff und daher im (Naturschutz-) Gesetzt und nicht von einem Verein definiert - in Deutschland sind letztlich alle wildlebenden Vogelarten "besonders geschützt", einige davon sogar "streng geschützt": vgl. z. B. https://de.wikipedia.org/wiki/Anlage_1_zur_Bundesartenschutzverordnung

Der Vogel des Jahres (und andere Objekte des Jahres) ist IMHO eher ein Vehikel um auf besondere UMstände hinzuweisen, z. B. dass bestimmte Lebensräume bedroht sind...

Einen besonderen Schutzerfolg nur aus einem Jahr besonderen Kümmerns für eine bestimmte Art wird man kaum ableiten können...

Gleichwohl haben die Vereinsaktivitäten zusammen mit einem gewissen gesellschaftlichen Wandel (Naturschutz wird als immer wichtiger angesehen und anerkannt) mit der Zeit erfreuliche Erfolge erzielt...

Wenn Dich interessiert wo der örtliche Schwerpunkt ist (und ob/wo Du mitmachen kannst), gehe doch einfach mal zum Treffen der Ortsgruppe des NABU (oder eines anderen Vereins wie des Bund Naturshcutz/BN, des Alpenvereins, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald usw.) und lass Dich informieren...

Oft werden hierzulande besonders seltene Arten besonders gehypt, auch wenn diese andernorts noch sehr große Verbreitungsgebiete haben (z. B. ist der Zwergschnäpper bei uns was seltenes und besonderes - aber er kommt auch in sehr großen Teilen Asiens vor, ist als Art also weder gefährdet noch zeigt er bei uns wirklich gut an, wie es um die Umwelt steht...).

Aus Naturschutzsicht sind daher oft andere Arten "wichtiger":

  • zum einen gibt es sog. "Verantwortungsarten", selbst wenn die (idealerweise sogar) aktuell noch häufig sind - Beispiel: der Rotmilan ist eine mitteleuropäische Art, für die wir die Verantwortung haben: stirbt sie hier aus, ist sie ganz ausgestorben...
  • zum anderen gibt es sog. Schirmarten, die a) im günstigsten Fall vergleichsweise einfach zu erfassen sind und b) für eine bestimmte Lebensraumqualität stehen, die auch vielen anderen Arten zugute kommt - Beispiel: der Halsbandschnäpper ist Zugvogel, Höhlenbrüter und vergleichsweise konkurrenzschwach = das ist aber insofern ideal, dass wenn die Art hier irgendwo vorkommt dies bedeutet, dass er auch noch nach seiner Rückkehr aus dem Süden immer noch freie Baumhöhlen fand, es also viele geben muss (ein Zeichen, dass auch alle anderen Höhlenbrüter was fanden, es offenbar genug Spechte als Höhlenbauer, genug passende Bäume, genug naturschutzfördernde Waldbesitzer, genug Futter für alle usw. gibt...) - fehlt der Halsbandschnäpper, obwohl der Bereich - im Gegensatz zum o. g. ZWergschnäpper - im Vorkommensgebiet liegt, heißt das, dass was von den o. g. Punkten fehlt... (zuwenig Bäume, Spechte oder Höhlen usw.)

= ganz vereinfacht: wenn man solchen Schirmarten helfen kann (aber nicht nur indem man die füttert oder einem davon einen Kasten hinhängt - sondern indem man - um im Beispiel zu bleben - Waldbesitzer fördert, die Höhlenbäume stehen lassen, Vereine und Politiker unterstützt, die sowas machen, Holz aus Wäldern kauft, die sowas machen, Maßnahmen vermeidet/ablehnt, die solche Wälder kaputtmachen usw... - also auf allen Ebenen der Gesellschaft...) hilft man auch vielen anderen Tierarten, nicht nur Vögeln, auch Insekten, Pflanzen usw.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Der NABU selbst kann keine Vogelarten schützen.

Dies kann nur ein gesellschaftliches Anliegen über Grenzen hinaus sein.

Und so verlogen und egoistisch, wie unsere Gesellschaft zur Zeit ist, so ist auch der Naturschutz.

Mit schöne Worten und Absichtserklärungen allein, kann man nicht helfen.

Taten und Wissen aller sind dafür notwendig und genau da gehen die Anstrengungen gegen Null.

Mit besten Grüßen

gregor443

Recht viele Vögel werden von dem NABU unterstützt. Es werden viele Naturräume erhalten oder wieder hergestellt. Je nach Schwerpunkt ist der Nabu vor Ort bei unterschiedlichen Arten aktiv. Von den Raubvögeln bis hin zur Stadttaube ist alles dabei.

Der NABU kümmert sich halt lokal um die Arten, die dort vorkommen besondere Hilfe brauchen und um die Lebensräume. Kommt halt darauf an, welche Lebensräume und Vögel es gibt und mit den Lebensräumen werden viele Vogelarten unterstützt. Es gibt für die verschiedensten Arten Programme, am besten schaust du auf die Seite vom Nabu

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/index.html?ref=nav

Da, wo ich BFD gemacht habe (war allerdings der bayerische Partnerverband, LBV) gab es zum Beispiel ein Programm für an Gebäuden brütende Arten und es wurden Flächen betreut, auf denen auch seltenere Arten vorkamen (die aber keine besondere Pflege bekommen haben).

Bezeichnungen wie "besonders geschützt" oder "streng geschützt" kommen von der EU oder vom Staat. Alle Vögel sind zum Beispiel besonders geschützt, aber die Turteltaube ist noch darüberhinaus streng geschützt.

Schau mal, ich habe einen Link mit einer Liste gefunden:

https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/besonders-und-streng-geschuetzte-arten?p_p_id=101_INSTANCE_mLOnhW6V5oKk&p_p_lifecycle=0&p_p_state=normal&p_p_mode=view&p_p_col_id=column-2&p_p_col_pos=1&p_p_col_count=3

Woher ich das weiß:Hobby – Vogelnärrin, Heuschreckenfreak, Naturinteressiert

Der Nabu schützt überhaupt nichts. Der kann sich für gewisse Arten oder auch für alle einsetzen und ihren Schutz fordern.

Der Tierschutz ist bei uns gesetzlich geregelt, und zwar durch Gesetze und Verordnungenh und nichgt durch NROs wie z.B. Nabu.

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