Welche Versicherungen sollte ich als Beamtenanwärter unbedingt abschließen, was gibt es zu beachten?

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5 Antworten

Hallo Gerrad26,

hier mal eine kleine Broschüre zum downloaden, wo man sich über das Beamtentum etwas informieren kann.

https://www.dbv.de/site/dbv/get/documents/dbv/dbv/pdf/Kooperationen/Berufsgruppen/Broschuere_Beamtenversorgung.pdf

Zu deiner eigentlichen Frage, welche Versicherungen sinnvoll sind, kann ich dir nur folgendes empfehlen.

1. eine private Krankenversicherung mit Ergänzungstarifen zur Beihilfe. Bedeutet für einen B.a.W. meistens 50 % Absicherung (Ausnahme die Bundesländer Hessen und Bremen).

Ergänzend natürlich auch die benötigte Pflegepflichtversicherung und Zusatz-Pflegeversicherung.

2. eine Dienstunfähigkeitsabsicherung (keine reine Berufsunfähigkeitsabsicherung).  Hier sollte auf jeden Fall die abstrakte und konkrete Verweisbarkeit beinhaltet sein.

3. eine Diensthaftpflichtversicherung sollte bestehen, da du bei grober Fahrlässigkeit vom Dienstherr in Regress genommen werden kannst.

4. auch über eine Unfallversicherung (sollte diese noch nicht bestehen) sollte man nachdenken..

Lasse dich von einem Versicherungsvermittler der sich mit dem öffentlichen Dienst auskennt in Ortsnähe beraten. 

Wenn du solch einen Versicherungsvermittler nicht kennst, kannst du dich bei den Beamtenverbänden informieren - dort kann man dir Ansprechpartner nennen, die sich damit auskennen.

Wie z.B. beim Deutschen Beamtenbund.

www.dbb.de

Gruß Apolon

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Krankenversicherung, freiwillig gesetzlich oder privat. Hierzu erlaube ich mir aus einem anderen Beitrag zu zitieren:

Du bist als BaW in jedem Fall beihilfeberechtigt, mehr dazu später.

In der gesetzlichen bist Du freiwillig versichert, ohne
Arbeitgeberanteil, d.h. Du zahlst den kompletten Beitrag (knapp 18 %
inkl. Pflege) selbst, das dürften bei Anwärterbezügen schon mal um und
bei 200 Euro sein. Es gibt auch in der GKV keinen 50%-Tarif wie bei der
PKV. Grundsätzlich hast Du auch als GKV-Versicherter Anspruch auf
Beihilfe, aber immer dort wo der Arzt mit Deiner gesetzliche
Krankenkasse direkt abrechnet (und das ist die Regel) gibt es keinen
weiteren leistungen der Beihilfe. Dieser Anspruch reduziert sich also de
facto auf die Bereiche in denen es überhaupt keine Leistungen der GKV
gibt (z.B. Heilpraktiker) oder bei zusätzlichen, privatärztlichen
Leistungen (z.B. Zahnersatz).

In einer PKV musst Du nur 50 % abdecken, die anderen 50 % zahlt die
Beihilfe. Wenn die Beihilfe mal nicht alles übernimmt, kommt dann der
Baustein Beihilfeergänzung Deiner PKV ins Spiel. Ein guter Anwärtertarif
bei einer PKV kostet, je nach Alter und Leistungsumfang, 55 bis 100
Euro pro Monat, also deutlich weniger als in der GKV.

Natürlich gibt es für die PKV eine volle Gesundheitsprüfung und wenn
Du als angehenden BaW dort nicht aufgenommen werden kannst, bleibt Dir
nichts anderes übrig als die GKV.

Später dann, bei Ernennung zum BaP kannst Du erneut, wenn bisher
nicht passiert, in die PKV wechseln, dieses Mal, und nur dieses Mal,
sogar wenn Du schwerere gesundheitliche Einschränkungenn hast
(Stichwort: Öffnungsklausel).

Als PKV-versicherte Beamtin wird Dein Versicherungschutz immer, ohne
erneute Gesundheitsprüfung, an die Beihilfestufen (die können sich im
Laufe des Lebens ändern) angepasst.

Deine Kinder können dann später, in Anhängigkeit des
Versicherungsstatus und des Einkommens des Vaters, entweder privat oder
ggf. auch gesetzlich versichert werden. Beides hat Vor- und Nachteile.

Wenn Du in Richtung PKV tendierst, was m.E. ziemlich viel Sinn macht,
dann solltest Du Dich von einem unabhängigen Versicheurngsmakler mit
sehr guten Kenntnissen im Bereich Beamte und ÖD beraten lassen. Nicht
jeder private Krankenversicherer kann Beamte / ÖD gut und nicht jeder
bietet die notwendige Flexibilität den Versicherungsschutz im Laufe des
Lebens anzupassen. Auch bitte nicht nur auf den Beitrag als BaW gucken,
bei manchen Versicherern wird dort sehr stark subventioniert und als Bap
kommt dann das große Erwachen. Aber auch diese Zusammenhänge erläutert
Dir der besagte sich auskennendeVersicherungsmakler.

Weitere Versicherungen: Diensthaftpflicht (unbedingt), über Dienstunfähigkeitsversicherung infornieren und nachdenken.

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Kommentar von Gerrad26
19.02.2017, 20:19

Vielen Dank für die ausführliche Information.

Wäre es denn erstmal sinnvoll als Beamter auf Wiederruf in der GKV zu bleiben? Schließlich weiß man ja nie was die Zukunft mit sich bringt.

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Zunächst einmal musst du dich entscheiden ob du freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben willst oder in die, den meisten Fällen günstigere und leistungsstärkere private Krankenversicherung wechseln willst.

Das nächste was du benötigst ist eine sogenannte Dienstunfähigkeitsversicherung, eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung reicht für deine Belange nicht aus.

Eine Diensthaftpflicht Versicherung (am günstigsten in Verbindung mit einer Privathaftpflicht) macht Sinn dadurch unter Umständen dein Dienstherr in Regress nehmen kann.

Ob du eine Unfallversicherung benötigst, darüber kann man trefflich streiten, aber da diese normalerweise für relativ wenig Geld zu bekommen ist wären Infos darüber gut

Bei all den hier notwendigen Verträgen und Tarifen macht es nach meiner persönlichen Meinung überhaupt keinen Sinn sich jetzt einfach irgend einen Vertreter zu suchen und sich beraten zu lassen. Denn die Schwierigkeit besteht für dich darin den bestmöglichen Vertrag zu bekommen und dafür den kleinstmöglichen Beitrag zu zahlen. Das mag bei einer einzelnen Versicherungsgesellschaft für einen einzelnen Vertrag gelten, aber nicht für alle drei oder vier oder überhaupt die Verträge die du benötigst. Insofern solltest du dich an einen spezialisierten und unabhängigen Berater wenden der diesbezüglich jedwede Info geben kann. Er berät dich dann nicht nur vom Umfang des Vertrages, zeigt dir bei welcher Gesellschaft du welchen Vertrag am besten schließen solltest und begründete das auch, letztlich ist der auch jederzeit für dich da wenn es zu einem späteren Zeitpunkt einmal Probleme gibt. Also definitiv die bessere Lösung und auch weniger zeitaufwendig als wenn du nun 3, 4 oder auch 10 verschiedene Vertreter auf suchst oder zu dir nach Haus kommen lässt.

Wie schon an anderer Stelle wäre mein Tipp: https://info-beihilfe.de/krankenversicherung/ausbildungstarife/

Also viel Erfolg und gutes Gelingen beim neuen Beruf

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Eine Krankenversicherung kann nicht nur eine Empfehlung sein, sondern diese ist PFLICHT in Deutschland.

Du selbst kannst dir nur das Unternehmen aussuchen.

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Würde dir zum Thema Krankenversicherung auf jedenfall empfehlen dich bei einer gesetzlichen mal nach einer freiwilligen Versicherung zu erkundigen. Hat einige Vorteile gegenüber einer privaten.

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Kommentar von Gerrad26
19.02.2017, 21:53

Danke Kelsy sprichst du aus eigener Erfahrung?

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Kommentar von kevin1905
19.02.2017, 22:19

Bei einem Beamten soll die GKV Vorteile haben? Welche da wären?

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Kommentar von Apolon
20.02.2017, 10:37

@KelyOo,

die Vorteile einer GKV für einen Beamten zeigst du uns doch sicherlich noch an? - Oder kennst du sie nicht?

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Kommentar von KelsyOo
20.02.2017, 11:57

eben. Und du hast den Vorteil das du mit einer Versicherung direkt alle Leistungen abgedeckt hast und du nicht mehrerer Tarife zahlen musst. Außerdem Nacht die gkv keine gesubdheitsprüfubg und deine Beiträge bleiben immer stabil und steigen nicht an. Zudem kannst du später Familienangehörige zum Beispiel Kinder kostenlos mitversichern. In der privaten Krankenversicherung zahlt du extra für jeden Angehörigen. naja und der nächste Vorteil die gkv zahlt deine Arzt kosten direkt sodass du nicht immer erst in Vorkasse treffen musst.

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Kommentar von KelsyOo
20.02.2017, 15:40

dann hast du Familie und wirst alt und die Beiträge steigen und steigen. Und wenn du 60 bist ärgerst du dich das du nicht mehr in die gkv wechseln kannst xD

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