Welche Ursache könnte es haben, wenn ein Kind sein Spielzeug zerstört?

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6 Antworten

Neugier.

Je nach Alter und persönlicher Reife bzw. dem aktuellen Wissensstand kommt noch hinzu das man handelt "weil es im echten Leben ja auch klappt" oder "einfach so, ohne Grund".

Ich hab damals (Kindergartenalter) einer Puppe die Haare kurz geschnitten. Schließlich wuchsen meine Haare nach dem Schneiden doch auch wieder. Eine Barbie malte ich knallblau an (es war grade Karnevalszeit). Hinterher ging nur leider die Farbe nicht mehr richtig ab. Auch hier, ein kleiner Grund den man aus der Sicht eines Erwachsenen rückwirkend nicht wirklich nachvollziehen kann.

Meinem Lieblingsstofftier (Katze) schnitt ich die Tasthaare ab (müsste auch im späten Kindergartenalter gewesen sein). Ich glaube das machte ich einfach "nur so". Weil grade eine Schere in Reichweite war. Vielleicht waren sie mir aber auch einfach nur zu kratzig beim kuscheln.

Im Grundschulalter zündelte ich einmal in meinem Kinderzimmer (Tischtennisball, das Feuerzeug meiner Eltern aus der Zigarettendose in der Küche gemopst) während niemand sonst daheim war.
Warum, keine Ahnung. Es gab keinen besonderen Grund. Ich machte es einfach. Dafür bekam ich dann aber auch den Ärger meines Lebens. Rückwirkend betrachtet verlief zum Glück alles gut.

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Kommentar von Tragosso
19.11.2016, 01:01

Bei mir waren es überwiegend Finger/Pfotenspitzen, Krallen, Ohren, langes Fell, Schweife, Zähne wenn es ging....Im Nachhinein betrachtet alles was irgendwie abstehend war. Keine Ahnung warum mich das scheinbar störte. Dabei mochte ich das oft am liebsten an dem Tier.

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Naja ob die Meinung von Eltern sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Entwicklung von Säugetieren deckt mag mal dahin gestellt werden. 

Dass ich hier den Begriff Säugetiere verwende, hat natürlich seinen Grund. Denn zu zerstören findet sich in vergleichbarer Entwicklungsphase eben nicht nur bei Menschen. 

Gemeinsam haben wir den sogenannten Forscherdrang. Das vor allen Dingen am Herzen liegende Objekt möglichst genau untersuchen zu können z.B.. Dazu gehört dann eben auch, es hier und da auseinander nehmen zu wollen. Zerstörung muss in diesem Zusammenhang dann erst mal erlernt werden. 

Die Erkenntnis, dass Zerstörung erfolgte, kann erst durch das Ergebnis der Forschung festgestellt werden. 

Ein lebendes Wesen kann den Zerstörungsversuch abwehren. 

Als Kleinkind nehmen wir auch tote Gegenstände als lebende Wesen wahr. Hängt mit der Wahrnehmungsentwicklung zusammen. Deswegen sind und bleiben sie dennoch tot. Sie können also keine Abwehrreaktion leben. 

Jo. Erst das Ergebnis kann zur Erkenntnis führen. 

Und selbstverständlich wird zunächst Das erforscht, Was dem Herzen am nächsten ist. 

Schlechtes Gewissen im Erleben und Verständnis einer ausgewachsenen Person liegt nicht vor. Womit das kleine Kind nicht diskriminiert werden soll. ABER 

Scham und schlechtes Gewissen sind ankonditioniert. 

Zunächst wird nur der Schmerz und die Trauer über die Zerstörung gelebt. Erst das Verhalten der Umwelt fügt schlechtes Gewissen von außen hinzu. 

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Innerhalb der Wissenschaft gibt es genau zu diesem Thema schon länger eine weltweite und notwendige Diskussion. - Um mal auszuführen, dass es sich eben nicht nur um ein kindliches Phänomen handelt. 

Wissenschaftliche Arbeit ist auf Versuch und Irrtum begründet. So wie bei einem kleinen Kind. Denn Wissenschaft versucht neues Wissen zu schaffen, wagt sich in unbekannte Themenbereiche vor. So wie das eben noch unerfahrene Kind. 

Leider leben wir in einer Zeit, in welcher nicht nur sehr viele Laien sondern auch manche Wissenschaftler gerne davon ausgehen, Versuch und Irrtum ließen sich ausklammern. Eine für die gesamte Menschheit sehr schädliche Ansicht. 

Zur Zeit hat auf standart dot at ein Blog gestartet, welcher sich mit dieser Haltung auseinander setzt. Per PN kannst Du gerne von mir jene Seite auf facebook bekommen, die diese Veröffentlichungen anzeigt. Zwei Artikel sind schon mal draußen. Beide können Dir aus Erwachsenensicht aufzeigen, wie notwendig Irrtum als Erkenntnisgrundlage ist. 

Dass schlechtes Gewissen ankonditioniert ist kann ich Dir an einem Beispiel aufzeigen:

Sie hatte zu Weihnachten von Verwandtschaft einen modernen Puppenwagen geschenkt bekommen. Von anderer Verwandtschaft gab es zwölf kleine Nexerlein. Tatsächlich beschämen und belügen wir uns selbst mit der Tabuisierung des mit x statt g hier geschriebenen Wortes. Denn Anfang der 1960-iger Jahre war genau dieses Wort als Missbrauchsverballhornung in Westdeutschland groß in Mode. 

Nun passten ihre 12 Puppen nicht in den neuen Wagen. Sie auf beide Wagen zu verteilen, den alten und den neuen, fand sie abstoßend, unordentlich. Und dann kam noch das für sie abstoßende Verhalten eines Teils der anwesenden Verwandschaft ihr gegenüber hinzu. 

Sie holte sich die Erlaubnis, sich in ein anderes Zimmer mit ihren Geschenken zurück ziehen zu dürfen. 

Nach einigen Experimenten entschloss sie sich, die Puppen in ihre Einzelteile zu zerlegen, die Einzelteile dann geordnet im neuen Puppenwagen zu verstauen. Tatsächlich hatte sie festgestellt, dass diese Möglichkeit bestand. 

Als sie fertig war, ging sie voller Stolz auf ihre Leistung zurück zur Weihnachtsgesellschaft. Nur ein Arm passte nicht in den neuen Wagen. 

Sie wollte nun die Erwachsenenwelt fragen, ob sie eine bessere Idee hätten. 

Genau hier setzt Konditionierung ein, an dieser Stelle:

Ihr Vater war erst mal neugierig und hörte ihr offen zu. 

Vor allen Dingen die weibliche Verwandtschaft jammerte über die teuren Geschenke, faselte von böse sein, gehöre sich nicht und so fort. 

Allein der Vater ging mit seiner Tochter den Vorgang in Ruhe und vorurteilsfrei durch. Und fand tatsächlich keine bessere Lösung für das angestrebte und geäußerte Ziel: Ordnung in den Haufen Geschenke zu bekommen. 

Nur der Vater fragte nach, ob sich das Kind bewusst sei, dass nun die Puppen wohl kaum noch neu zusammen gesetzt werden könnten. Nur er bot ihr eine Entscheidungsfreiheit zu diesem Punkt an. Alle anderen hörten nicht auf einen Tabubruch zu unterstellen. 

Dank des Angebots des Vaters konnte das Kind eine eigene Entscheidung treffen. 

Und brauchte sich also auch nicht mit der langatmig aufgedrängten Schuld und Scham befassen. Es hatte experimentiert. Ihm wurde die Möglichkeit geschenkt, die Folgen des Experiments schlicht anzunehmen. 

Nein. Meine Schwester hat nie zu diesem Vorfall auch nur den Ansatz eines negativen Gefühls erlebt. Dafür experimentiert sie bis heute voller Lust. Oft mit tollen Ergebnissen. 

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Das würde ich als Forscherdrang ansehen. Manchmal verlieren sich Kinder in der Phantasie und in Gedanken. Dass sie die Dinge nicht mehr heil bekommen entgeht ihnen im Moment völlig.

Manchmal regeln sie auch etwas ungeschickt was sie stört. Meine Tochter hat mal an ihrem neuen Bettbezug die ganze Knopfleiste abgeschnitten. Keiner st auf den Grund gekommen warum sie das gemacht hat. Letzte Woche kamen wir wieder darauf und haben über die Geschichte gelacht. 

Die längst erwachsene Tochter ungerührt: "Die blöden Knöpfe haben mich immer gestört und ich kann sie heute noch nicht leiden an Bettbezügen".

Einmal schnitt sie ein Mäuschen aus dem  Pyjama, sie hat gerade zum Basteln eins gebraucht etc..

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Kinder sehen die Dinge mit anderen Augen. Sie zerstören nicht, sie spielen.

Dein schlechtes Gewissen hast Du vermutlich auch nur deswegen, weil Dir Erwachsene gesagt haben, daß Du was kaputt gemacht hast und das eben böse sei... 

Aber war es wirklich kaputt? Also aus Deiner kindlichen Perspektive?

Fragwürdig fände ich es nur, wären es keine Plüschtiere gewesen, die Du so malträtiert hast. ;)

Mein Sohn hatte mal 'ne Phase, in der er auf Unfallautos stand. Jedes neue Modellauto hat er dementsprechend optisch angepasst. o.O

Ich konnte ihn irgendwie gut verstehen. Man kann kaum fertige Unfallautos als Spielzeug finden. Abgesehen davon, daß selbermachen halt auch Spaß macht... Zumindest solange, bis man versehentlich was falsches plattkloppt. XD

Aber keine Sorge. Im Laufe des Erwachsenwerdens stellt sich bei den meisten Menschen ein Bewußtsein für Schaden und seine Folgen ein. Manche Menschen müssen halt erst erleben, was Verlust bedeutet, um es wirklich begreifen zu können.

warehouse14

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Ich würde das als normal bezeichnen, dass ein Kind sein Spielzeug "zerstört" (hört sich ein bisschen zu hart an aber ich weiß jetzt auch nicht wie man es beschreiben soll ;) )

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Es ist als "normal" anzusehen, wenn Kinder in bestimmten Entwicklungsphasen ihre Aggression gegen Spielzeuge richten.

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Kommentar von Tragosso
18.11.2016, 21:07

Trifft das auch zu, wenn man gar keine Wut verspürt?

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