Welche Unterschiede gibt es in der Erziehung eines Jungen und eines Mädchens?

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16 Antworten

Am besten darauf achten, dass du nicht in die Erziehungsfalle tappst.

Beides ist nämlich schlecht für den Umgang mit Kindern - egal, ob Junge oder Mädchen.

Ich finde es besser, sich um einen achtsamen (respektvollen) Umgang mit ihnen zu kümmern.

Das Gerede über "Kinder brauchen Grenzen" und "ohne Konsequenzen geht es nicht" würde ich überhören.
Kinder brauchen Eltern (und andere Erwachsene), die unter anderem

  • ihre eigenen Grenzen kennen und zeigen können
  • flexibel sind
  • Kreativität zeigen
  • nicht auf ihrer Machtposition beharren
  • denen kein Zacken aus der Krone fällt, wenn sie mal nicht ihren Willen bekommen

www.diephysikvonbeziehungen.wordpress.com

Vielen Dank, kiniro, für Deine Antwort!

Was ist die Erziehungsfalle, in die man nicht tappen soll? Wie verhindert man es, dorthinein zu tappen?

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@sophie1235

Die Erziehungsfalle sind zum einen andere Erwachsene (Eltern), die denken, es ginge ohne Zurechtweisungen des Kindes nicht und es in erster Linie doch "nur gut meinen".
Des weiteren sind sie verstärkt um die Zukunft sowie die Leistungen der Kinder besorgt, als zu sehen, dass es ihren Kindern jetzt gut geht.

Ich unterstelle ihnen keine Böswilligkeit - denke, dass sie es nicht anders kennen.
Sich somit keine Alternativen dazu vorstellen können.

Was ich (und viele andere Eltern, die ich teils persönlich, teils via I-Net kenne) lebe - ist eine Haltung, die unter dem Namen "unerzogen" bekannt ist.
Kein Konzept, keine Methode, kein Stil - einfach nur eine Haltung.
Diese kann (und ist) so individuell wie die Familien und deren Umfeld.

Es ist auch nicht mit laissez-faire zu vergleichen.

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Hey du!

Prinzipiell sollte man Jungs und Mädels "gleich" erziehen. Der wichtigste Punkt ist denke ich: man sollte jeden so nehmen wie er ist. Und das bedeutet zum einen die kleinen Individuen mit ihren charakterlichen Unterschieden anzunehmen, das bedeutet aber auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu akzeptieren. 

Wenn ich da also ein Mädchen stehen hab, das total gern mit Autos spielt, Haarspangen doof findet und sich am liebsten im Dreck wälzt ist das ebenso okay, wie wenn ein Bub sich gern verkleidet, die Nägel lackiert haben möchte und mit Puppen spielt. 

Gleiches gilt dann aber eben auch für ein Mädchen, das "sich hübsch macht" und für einen Bub, der nur Augen für seine Autos hat.

Es gibt in unserer Gesellschaft gewisse Normen und Werte. Die weichen zwar langsam auf, aber im Grunde sind noch viele Dinge vorhanden, die auch schon vor zweihundert Jahren (bzw. schon sehr viel länger) gegolten haben. Dass die Frau sich schön macht, dass der Mann der Beschützer der Familie ist, dass Frauen sich um die Kinder kümmern und der Mann für deren Unterhalt sorgt, etc.

Es ist ja bei den meisten Menschen auch so, dass es genau das ist, was einen anspricht, das "typisch männliche" oder das "typisch weibliche". Die meisten Frauen stehen auf den starken Kerl, die meisten Männer auf die beschützenswerte Dame. Das kommt nicht von ungefähr, das ist in uns verankert, jahrtausendealte Evolution machts möglich.

Nun werden also alle Menschen in dieses (oder ein anderes, zumeist aber dieses) Schema hineingeboren und die meisten fühlen sich auch ganz wohl damit. Es gibt Sicherheit, man weiß, was man zu tun hat. Enkulturation. Das ist deine Kultur, so funktioniert sie. Das gibt eine immense Sicherheit, zu wissen, wie man zu sein hat, was das Ziel wäre. Und da es den allermeisten so geht, ist es eben auch richtig sie gewissermaßen auch so zu erziehen. Das heißt nicht einem Mädchen die Autos zu verbieten oder einem Jungen die Puppen. Das heißt einfach nur, gut aufzupassen, hinzuhören, was gerade spannend ist für das Kind und warum. Das heißt aber auch "Oh toll, Maxi, du hast aber schöne rosa Fingernägel! Das gefällt mir gut!" und dann ganz beiläufig eine Unterhaltung anzufangen, warum er das hat. Wenn er fünf ältere Schwestern hat ist die Antwort schnell gefunden. Wenn die das alle haben, will Maxi das halt auch. Klar. Völlig zurecht. Maxi sollte aber dennoch wissen, dass das eigentlich nur Mädchen haben. Weil sonst steht Maxi spätestens in der Grundschule weinend Zuhause und versteht nicht, warum ihn alle auslachen, denn - jetzt mal ehrlich - rosa Fingernägel sind halt auch echt schön. ;)

Um einen Brückenschlag zur Frage zu finden: man sollte bei der Erziehung Unterschiede zwischen den Geschlechtern machen, da sie eben auch einfach unterschiedlich sind. Erziehung bedeutet, Menschen auf ein Leben in unserer Gesellschaft vorzubereiten. Und das tun wir, indem wir Menschen auf ihre Rolle in der Gesellschaft vorbereiten. 

Wenn sich dann jemand bewusst für eine andere Rolle entscheidet ist das - denke ich - für die meisten aufgeklärten Menschen kein Problem. Wenn ich dem Bub erklärt habe, dass der Nagellack schön ist, dass aber eigentlich meistens Mädchen und Frauen Nagellack tragen und er dann sagt, ist mir egal, gefällt mir trotzdem, dann habe ich in der Erziehung alles richtig gemacht. Dann habe ich ihn zu einem selbstdenkenden Individuum erzogen, das nicht nur seine eigenen Entscheidungen treffen kann sondern sogar in der Lage ist, sich über Konventionen hinwegzusetzen und die Konsequenzen kennt. Und das hat er dann hoffentlich auch von mir gelernt: dass das völlig okay ist. 

Jeder darf gern aus der Reihe tanzen. Aber man sollte die Reihe kennen und wissen, wo man hintanzt. Sonst kann man keine Entscheidung treffen.

Liebe Grüße!

Es gibt keine. Allerdings ist für ein Mädchen der väterliche Part für später sehr wichtig und für den Jungen der mütterliche Part der Eltern. Nicht dass der Andere nicht auch wichtig wäre - aber im Hinblick auf die Zukunft entscheidet das gegenteilige Geschlecht, wie sich das Kind diesbezüglich entwickelt.

Davon abgesehen glaube ich nicht an Erziehung. Weil Kinder so oder so mehr abschauen als zuhören.

Was, wenn ich dir sage, dass Erziehung auch bedeutet, ein Vorbild zu sein (und damit Stoff zum Abschauen zu bieten)!? ;)

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@KS1987

Kann ich nur sagen dass ich dachte ich hätte genau das geschrieben :P

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