Welche Theorien von Claude Lévi-Strauss waren eurer Meinung nach die umstrittensten?

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1 Antwort

Zu seiner Zeit herrschte in der Völkerkunde die Ansicht vor, dass das Denken der "primitiven", d.h. schriftlosen Völker primär triebhaft und unlogisch sei. Als Hauptvertreter dieser Sichtweise wären B.Malinowski und L. Lévy-Bruhl zu nennen.

In seinem wichtigen Werk "Das wilde Denken" postuliert Levi-Strauss dagegen, dass die in diesen Völkern etablierte Klassifikationssysteme als Ausgangselemente für wissenschaftliches Denken zu sehen seien und damit als die Grundlage menschlichen Denkens schlechthin. Die unbewusste Logik des menschlichen Geistes sei bei schriftlosen Völkern in einer reineren Form zu erkennen und zu analysieren als dies bei den bekannten Kulturvölkern möglich sei.

Diese Theorie stieß erwartungsgemäß bei vielen ethnologisch tätigen Wissenschaftlern auf Skepsis, und folglich denke ich, dass man genau dieses Konstrukt als sein umstrittenstes ansehen kann.

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