Welche techniken kennt ihr bei den Geothermiebohrungen?

2 Antworten

Das mit "immer nach unten" ist natürlich schon irgendwie richtig. Gibt beim Vortrag vor der Klasse sicherlich einen Lacher. Punkte vom Lehrer wird's dafür vermutlich nicht geben.

Mein Tipp: Grenze in Deinem Vortrag die tiefe Geothermie ab von der oberflächennahen Geothermie. Diese Unterscheidung macht sogar die jährliche Geotherm-Fachmesse in Offenburg. Die oberflächennahe Geoethermie, das ist das, was sich typischerweise im Bereich bis max. 200 m Tiefe abspielt. Wenn Du Dich nun mit Bohrtechniken (Spülbohrung, Hammerkopfbohrung usw. usw. usw.) beschäftigst, dann machst Du ein Riesen-Fass auf! Für Deinen Geothermievortrag empfehle ich, dass Du max. 4 Verfahren nennst:

  • Die weitgehend senkrecht gebohrte Erdwärmesonde, typisch 70 - 200 m tief
  • Der flach gegrabene /gebaggerte Flächenkollektor
  • Geothermie über Brunnenwassernutzung
  • Sonderbauformen wie sternförmige Schrägbohrungen ("Bohrspinne" bis max. Radius ca. 40 m oder Erdwärmekörbe

Und damit Du auch hier die Kurve kriegst, würde ich mich auf die ersten beiden konzentrieren, denn das sind in der Praxis die wichtigsten Bauformen. Wenn Du Deinen Lehrer glücklich machen willst, dann solltest Du erwähnen, dass die Details in der Norm VDI 4650 niedergeschrieben sind. Dort steht auch, wieviel Wärmeertrag man bei welchen Bodenverhältnissen erwarten darf.

Ich schlage folgende einfache Beispielrechnung vor: Eine Wärmepumpe im Neubau soll 10 kW thermische Leistung/Heizleistung haben. Typischerweise kommen davon 25 % der Energie aus der Steckdose (als Abwärme des Kompressors) und 75 % kommen kostenlos und umweltfreundlich aus Kollektor oder Sonde.

Heißt in diesem Beispiel: 7,5 kW = 7500 Watt muss die Geothermie bringen.

Bei durchschnittlichen Bodenverhältnissen kannst Du dann vorrechnen:

a) Erdwärmesonde:

1 Bohrmeter soll mit 30 Watt Wärmeentzug belastet werden

Rechnung: 7500 Watt / 30 (Watt/Bohrmeter) = 250 Bohrmeter

In der Praxis wird man dann vermutlich 2 mal 125 Meter tief bohren

b) Flächenkollektor

Wir unterstellen, dass er 25 Watt/Quadratmeter Kollektorfläche liefert

Rechnung: 7500 Watt / 25 (Watt/Quadratmeter) = 300 Quadratmeter

In der Praxis muss also ein Flächenkollektor auf einer Fläche von 300 Quadratmeter errichtet werden.

Wird a) oder b) zu kurz oder zu klein gebaut, dann steigt der Stromverbrauch und die ganze geothermische Einrichtung kann vereisen, was zu Schäden an umliegenden Gebäuden und Versorgungseinrichtungen (Wasserleitungen!) führen kann. Aus diesem Grund dürfen Flächenkollektoren vorsichtshalber auch nicht überbaut werden.

Wenn Du Dein Referat weiter in diese Richtung ausbauen möchtest, dann solltest Du mal nach "Leitfaden Geothermie" googeln. Vermutlich hat auch Dein Bundesland einen solchen Leitfaden veröffentlicht. Du wirst dort genügend Stoff für Dein Referat finden, z. B. auch zum Thema "Genehmigung von Erdwärmesonden".

Abschreiben solltest Du dort aber nicht wörtlich, denn Dein Lehrer kennt vermutlich den für Euch geltenden Leitfaden ...

Ich denke, jetzt hast Du erst mal was zum Schreiben .... ;-)

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Ist es aus dem Internet könntest du mir bitte dazu eine Quelle angeben

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@shjsjsjdjjd

Nein. Nix aus Internet. Das habe ich "Freihand" geschrieben, weil ich für meine Kunden Wärmepumpenheizungen und Geothermiebohrungen plane und auch solche Heizungen baue. ... und weil ich auch mal Schüler war und froh war, wenn mir geholfen wurde.

Wie bereits oben geschrieben, könntest Du aber diese und ähnliche Infos im Leitfaden Geothermie finden - und natürlich in der VDI4650. Weil das aber für Einsteiger alles nicht so einfach zu verstehen ist, habe ich Dir die beiden Berechnungsbeispiele für eine Sondenbohrung und einen Flächenkollektor aufgeschreiben. Meines Erachtens müsste das für ein Schulreferat völlig reichen. Dein Lehrer wird es vermutlich auch nicht besser wissen .... ;-)

Tipp: Auf meiner Internetseite (Adresse findest Du in meinem Gutefrage-Profil) findest Du noch mehr Infos und vor allem Bilder. Für Dein Referat kannst Du dich dort bedienen. Die Nutzung für Dein Referat erlaube ich Dir kostenlos.

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@Werner Huebner

Nachtrag: Hatte mich oben vertippt. Sorry. Die Geothermie ist in der VDI 4640 beschrieben. Kostet im Kauf ziemlich viel Geld. Sollte aber in gut sortierten technischen Bilbliotheken (FH, Uni ...) kostenlos zur Einsicht ausliegen. VDI 4650 beschäftigt sich mit der sogenannten Jahresarbeitszahl bei Wärmepumpen. VDI 4650 spielt nur dann eine Rolle, wenn Du ein Referat über Wärmepumpen und nicht über Geothermie machen willst

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Die Vertikalmethode: immer nach unten

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