Welche Strafe bekommt der Täter?

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8 Antworten

Hallo BrokenSoul21,

wenn nur eine geringe Menge Amphetamin bei Ihr im Blut gefunden wurde und sie keine Ausfallerscheinungen hatte, wurde ihr nicht die Fahrerlaubnis entzogen, sondern sie hat nur ein Fahrverbot bekommen.

Der Unterschied zwischen beiden ist:

  • Fahrverbot: Ein Fahrverbot ist zeitlich auf 1 bis 3 Monate begrenzt und nach Ablauf des Fahrverbotes darf man wieder fahren
  • Entzug der Fahrerlaubnis: Der Entzug der Fahrerlaubnis ist zeitlich nicht begrenzt. Wem die Fahrerlaubnis entzogen wird, bekommt eine Sperre von 6 Monaten bis zu 5 Jahren. Erst nach Ablauf der Sperrfrist kann eine neue Fahrerlaubnis beantragt werden.

Wer nur mit einer geringen Menge Amphetamin im Blut erwischt wird, begeht keine Straftat, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit die laut bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog wie folgt geahndet wird:

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Tatbestandsnummer: 424648

Tatvorwurf: Sie führten das Kraftfahrzeug unter Wirkung des berauschenden Mittels Amfetamin.

Ordnungswidrigkeit gem.: § 24a Abs. 2, 3, § 25 StVG; 242 BKat; § 4 Abs. 3 BKatV

Bußgeld: 500,00 Euro plus 28,50 Euro an Verwaltungsgebühren

Punkte: 2

Fahrverbot: 1 Monat

A - Verstoß

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Der Verstoß kann aber nur geahndet werden, wenn die Tat fahrlässig oder vorsätzlich begangen wurde. Da sich nun herausgestellt hat, dass sie nachweislich nicht von dem BTM im Getränk wusste, könnte man die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragen, da ihr weder vorsätzliches, noch fahrlässiges Handeln vorwerfbar ist.

Allerdings bis das Verfahren abgeschlossen ist, ist das Fahrverbot schon lange erledigt. Was bleibt, ist dass sie kein Bußgeld bezahlen muss, keine punkte und keinen Eintrag als A - verstoß (der sowieso nur relevant ist, wenn sie noch in der Probezeit ist) erhält.

Die Folgen für den Freund bei einer Selbstanzeige hingegen sind gravierend. Es wurden zwei Straftatbestände erfüllt:

  1. gefährliche Körperverletzung (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__224.html) Mindeststrafe 6 Monate bis zu 10 Jahren
  2. Verstoß gegen das  BTMG, bei dem gem. § 29 BTMG (http://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/__29.html) Absatz 1, Nummer 6 b, eine Geld oder Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren vorgesehen ist.

Wenn Deine Frage also da drauf abziehlt, ob es Sinn macht, dass sich der Freund selber anzeigt, würde ich persönlich sagen, dass es zwar ein feiner Zug von dem Freund ist zur Sache zu stehen,

aber ganz klar gesagt: Ihm droht eine Freiheitsstrafe von MINDESTENS 6 Monaten bis zu 10 Jahren. Eine Geldstrafe ist bei einer gefährlichen Körperverletzung nicht drin. Die Freiheitsstrafe kann, insofern sie unter 2 Jahren verhängt wurde zur Bewährung ausgesetzt werden, aber der freund ist damit vorbestraft.

Hier sollte sich die Freundin mal mit dem "Freund" zusammensetzen und überlegen, ob sie damit leben kann, dass sie 2 Punkte und einen Eintrag als A Verstoß leben kann. Am Fahrverbot wird sich wie gesagt nichts ändern, bis das Verfahren wieder neue aufgenommen wurde, ist das einmonatige Fahrverbot bereits erledigt. Das Bußgeld und die Verwaltungskosten, sowie die Kosten für die Blutentnahme  sollte logischerweise vom Freund übernommen werden.

Vom moralischen her natürlich sehr lobenswert, dass der Freund zu seinem Fehler steht. Aber die Folgen der Selbstanzeige sind wahrscheinlich so gravierend, dass es hier Sinn macht auf eine Selbstanzeige zu verzichten und von der offiziellen Seite her die Sache auf sich beruhen lassen und unter sich die Sache klären. Der Freund sollte Deine Freundin für das Fahrverbot, die 2 Punkte, das Bußgeld und den Eintrag als A Verstoß lieber unter der Hand ausreichend entschädigen und sich nicht sein Leben versauen.

Schöne Grüße
TheGrow

Sie wurde von der Polizei angehalten und fanden eine geringe menge Amphetamin in ihrem Blut.

Dazu muss aber erst Blut abgenommen werden ( ven. ) und der diese Untersuchung ist recht aufwendig und dauert. Das Blut darf nur von einem Arzt abgenommen werden. Die Polizei muss das alles also erstmal organisieren, schließlich fährt kein Mediziner im Polizeifahrzeug mit. 

Selbst dem Blut abnehmen muss sie nicht einfach so zustimmen, hierfür braucht es dann einen richterlichen Beschluss. Hierfür braucht es gute Gründe, einfach so geht hier nix. 

So lange ist der Wirkstoff im Blut nicht nachweisbar, denn anhand deiner Beschreibung gehe ich, wenn überhaupt, von eine sehr geringen Menge aus. 


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@user8787

Frage mich, was Du damit sagen willst????

Wenn ein Bußgeld verhängt wurde, wurde auch eine Blutentnahme durchgeführt und das selbstverständlich unter Beachtung des § 81a StPO

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Wenn man dem Täter die Tat nachweisen kann, steht eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung (§ 224 Abs. 1 Nr. 1 StGB) sowie Verabreichen von Betäubungsmitteln (§ 29 Abs. 1 Nr. 6 BtMG). Für die Körperverletzung ist eine Mindeststrafe von 6 Monaten (bis 15 Jahre) vorgesehen. Für das BtMG Delikt gibt es eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren.

Da die Taten durch eine Handlung vorgenommen wurden, richtet sich die Strafe nach dem Strafrahmen des höher bestraften Delikts gem. § 52 Abs. 2 StGB, hier also der Körperverletzung.

Eine genaue Strafe kann ich hier aber natürlich nicht voraussagen. Das hängt von vielen Umständen ab, wie z.B. Geständigkeit, Vorstrafen, Nachtatverhalten, etc. Jedoch halte ich es für unwahrscheinlich, dass das Verfahren eingestellt wird. Es wird zu einer Verurteilung und zu einer Freiheitsstrafe kommen. Diese wird aber wohl zur Bewährung ausgesetzt werden.

Wie lange würde ihr der Führerschein jetzt entzogen werden?
Eine Bekannte hatte sowas ähnliches. Eigentlich hätte sie den Führerschein komplett abgeben müssen mit MPU usw. Sie hätte auch eine Strafe zahlen müssen von über 700€. Es kam aber raus, dass ihr das beabsichtigt in Getränk gekippt wurde. Sie hat diese Person angezeigt. Die Strafe musste sie nicht mehr zahlen & den Führerschein musste sie "nur" für 2 Monate abgeben. Hat ihn aber ohne Probleme wieder bekommen.

Den Führerschein müsste sie eigentlich komplett abgeben. Wie viel sie zahlen muss kann ich gar nicht sagen. Klingt aufjedenfall schon mal positiv. Ich hoffe das sie ihren auch wieder bekommt. Was uns noch interessieren würde ist die Strafe die der Täter bekommt da er es besessen hat, gekauft hat und ihr ins Glas getan hat ?

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Naja er hat eine Anzeige am Hals wegen Körperverletzung, eine wegen Besitz illegaler Substanzen (Verdacht auf Handel) & noch was. Also man kann es nicht so genau sagen. Ist er vorbestraft oder ähnliches?
Es kommt halt auch auf den Richter an. Glaubt man kaum aber ist wirklich so. Dann kommt sicherlich noch eine psychologische Untersuchung & je nachdem was da raus kommt, wird dann die Strafe sein.

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Um ein Strafmaß abschätzen zu können müsste man nicht nur die Vorgeschichte des mutmaßlichen täters kennen, sondern auch genauere Einzelheiten des Geschehnisses.

Davon ist nämlich u. a. abhängig, ob überhaupt Anklage erhoben wird und wenn ja, wegen welcher Vergehen.

Das Problem wird sein, dass die Beweislage schwierig ist. Genausogut könnte Deine Freundin sich das ja nur ausgedacht haben, um ihren Führerschein zu behalten, und hat einvernehmlich das Zeug zu sich genommen. Der Täter wird bestimmt alles abstreiten. 

Da ist auf jeden Fall ein guter Anwalt erforderlich !

Der Täter wird bestimmt alles abstreiten.

Nachdem er Selbstanzeige erstattet hat?

Nun kam ein eigentlich guter "Kumpel" zu uns und hat uns gestanden das er das war. Er will sich nun selbst anzeigen.

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Verstoß gegen das BtMG, Nötigung, das Risiko, dass sie einen Unfall baut. Zeigt sie ihn an hat er auch noch ne Klage wegen Körperverletzung am Hals. Ob sie den Führerschein bekommt ist fraglich denn wenn ihr komisch war, hätte sie nicht fahren dürfen

Das heißt ? Bewährung ? Freiheitsstrafe ? 

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@BrokenSoul21

Seine erste Strafe dann wird es Bewährung. Aber da die beabsichtigte Körperverletzung dabei ist könnte härter ausfallen. Kommt immer auf den Richter an.

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@Wuestenamazone

Seine erste Strafe dann wird es Bewährung

Mit so einer Aussage währe ich vorsichtig.

Wer einem BTM ins Glas schüttet, begeht eine gefährliche Körperverletzung bei der bereits die Mindeststrafe 6 Monate bis zu 10 Jahren beträgt. Natürlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Richte nur eine Strafe verhängt die zur Bewährung ausgesetzt wird, aber verhängt der Richter eine Freiheitsstrafe von über 2 Jahren, kann diese nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden.

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Für die Körperverletzung ist in diesem Fall gem. §§ 224, 230 StGB kein Strafantrag erforderlich, da es sich um eine gefährliche Körperverletzung handelt.

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Sie soll eine Anzeige machen bei der Polizei, dass sie ein "Opfer" ist, dann geht alles seinen Lauf.

Sie hatte ja schon erwähnt das wir was trinken wahren und hat auch ohne zu zögern den Test gemacht. Die Frage ist ja ob sich, da es ja einen Täter gibt, irgendwas ändert an ihrer Strafe ..

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Man sollte das Glas immer ausschütten nachdem man es für eine Zeit nicht gesehen hat. Man ging auf das WC oder son

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