Welche Steuern/Verdienstgrenzen als Freiberufler im Nebenberug?

4 Antworten

Wenn ich das richtig verstehe, muss ich ab dem ersten Euro Umsatz auch 19% Umsatzsteuer verdienen?

Nur wenn du zur Regelbesteuerung optierst oder aufgrund deiner voraussichtlichen Umsätze nicht als Kleinunternehmer firmieren darfst (§ 19 Abs. 1 und 2 UStG).

Ab wann wird die Einkommenssteuer fällig?

Bis 410,- € Gewinn pro Jahr ist das ganze steuerfrei. Von 411 bis 820,- € erfolgt ein Härteausgleich, ab 820,- € volle Zurechnung (u.a. § 46 Abs. 2, Nr. 1 EStG).

Gilt hier auch der Freibetrag von 450€?

Nope. Das ist die Geringfügigkeitsgrenze der Sozialversicherung (§ 8 SGB IV). Die Nebentätigkeit tangiert aber die Sozialversicherung erstmal gar nicht (Wann doch siehe unten).

Was ist, wenn mein Einkommen im Nebenjob dieses übersteigt?

Dann kann es sein, dass der Lohnsteuerabzug der Hauptätigkeit nicht ausreicht die Einkommensteuerschuld zu decken. Bei der Festsetzung im Rahmen der verpfichtend abzugebenden Einkommensteuererklärung darfst du dann nachzahlen (u.a. § 32a EStG).

Ggf. werden auch quartalsweise Vorauszahlungen festgesetzt für das Folgejahr (§§ 37 ff EStG).

Aber freu dich. Stell dir vor du verdienst in deiner Nebentätigkeit 300.000,- € im Jahr. Bäm dann hättest du auf einmal einen Steuersatz von 45% zzgl Soli. Kannst aber nach 3 Jahren Korrekturlesen in Rente gehen.

Wie viel darf ich generell dazu verdienen?

So viel du willst. Nur sobald du im Nebenjob mehr verdienst als im Hauptjob, solltest du mit der Krankenkasse Kontakt aufnehmen, dann ändert sich der Status nämlich und auch deine Beitragssituation (vgl. u.a. § 240 SGB V).

und die Umsätze mit der EInkommenssteuer anzeige?

Umsätze haben in der Einkommensteuererklärung nichts zu suchen (außer in der EÜR wo du diesen deine Ausgaben gegenüberstellst um dem Gewinn zu ermitteln). Der Gewinn ist für die Einkommensteuer relevant, nicht der Umsatz.

Umsatzsteuer:

Machst Du das Korrekturlesen für Unternehmen? Wenn ja ist e ja kein Problem, Du schlägst die 19 % auf den vereinbarten Preis auf, denn die Auftraggeber können den Betrag als Vorsteuer abziehen.

Einkommensteuer:

Dein Gewinn (Betriebseinnahmen - Betriebsausgaben) wird in die Einkommensteuererklärung über die Anlage "S" eingehen. Es wird zu Deinen Einkünften aus der nichtselbständigen Arebit zugeschlagen und wäre nur steuerfrei, wenn es höchstens 410,- Euro im Jahr wären.

Danke, das ist verständlich. Sagen wir, meine Gewinne bewegen sich irgendwo zwischen 100 €-600€ monatlich. Sehe ich richtig, dass dann nur die Einkommenssteuer fällig wird? Und es reicht, meine Einnahmen aus der selbständigen Nebentätigkeit in der jährlichen Steuererklärung anzugeben? 

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@ratatouille138

Und es reicht, meine Einnahmen aus der selbständigen Nebentätigkeit in der jährlichen Steuererklärung anzugeben? 

Jetzt hast du´s.

Allerdings solltest du die Abzüge bereits während des Jahres grob kalkulieren und die entsprechenden Beträge zur Seite legen, damit du nicht am Ende vor einer fetten Nachzahlung stehst und schimpfst.

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Machst Du das Korrekturlesen für Unternehmen? Wenn ja ist e ja kein Problem, Du schlägst die 19 % auf den vereinbarten Preis auf, denn die Auftraggeber können den Betrag als Vorsteuer abziehen.

Wenn er als Kleinunternehmer (und das wird er im Nebengewerbe vmtl. sein) umsatzsteuerbefreit ist, macht das nur Sinn, wenn er selbst auch entsprechende Ausgaben hat, die vorsteuerabzugsfähig sind. Das wird er in seinem Betätigungsfeld kaum haben, da überwiegt der Vorteil, ohne die USt. billiger sein zu können als die Konkurrenz.

Wichtig: Wenn man Umsatzsteuer ausweist und abführt, muss man das dauerhaft tun. Einmal mit, einmal ohne, das geht nicht.

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@Jerne79

> Das wird er in seinem Betätigungsfeld kaum haben,

Wieso nicht? Computer und Telefon wird er sicher haben.

> der Vorteil, ohne die USt. billiger sein zu können als die Konkurrenz.

Hä? Wenn er seine Leistung an ein Unternehmen erbringt (diese Voraussetzung hatte bereits wfwbinder genannt), sind 100 € ohne USt-Ausweis keinen Deut billiger als 119 € mit ausgewiesener USt.

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@TomRichter

Ob die Auftraggeber USt. abführen können, wissen wir hier gar nicht. Wer keine USt. ausweisen muss, ist für den Auftraggeber, der keine Firma ist, nunmal billiger.

Wenn der Fragesteller mit vielen privaten Aufträgen rechnet oder mit Auftraggebern, die seine Leistung nicht steuerlich absetzen können, gewinnt er vmtl. mehr, wenn er billiger anbieten kann als wenn er die paar Kröten MWSt. für einen PC wiederkriegt.

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@Jerne79

 Ob die Auftraggeber USt. abführen können, wissen wir hier gar nicht. Wer keine USt. ausweisen muss, ist für den Auftraggeber, der keine Firma ist, nunmal billiger.

Deshalb habe ich ja extra darauf hingewiesen, um das vom Frager zu erfahren.

 Machst Du das Korrekturlesen für Unternehmen? 

Das ist bei der Beratung von Gründern (und das mache ich häufig) erstmal eine der wichtigsten Fragen, weil es eben wichtig ist.

Gerade diese Woche hatten wir Jemanden, der "gehört hatte" das Kleinunternehmer gut ist. Abgesehen davon das er dann zwar einen Teil der Rechnungen als Kleinunternehmer schrieb und von anderen Auftraggebern darauf hingewiesen wurde er müsse "steuerfrei gem. § 13 b UStG, Versteuerung durch Leistungsempfänger schreiben" stellte sich raus, das sein Vorsteuerabzug höher war als die Umsatzsteuer auf die Leistungen die er als Kleinunternehmer abgerechnet wurden.

Das sind die Fälle der täglichen Beratungspraxis. Daher ist es wichtig, dass sich jeder vorher Gedanken über die Kundenstruktur macht und es kurz mit einem Sachkundigen (StB) bespricht.

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Nein, da wirfst du jetzt einiges durcheinander.

Auch bei einem Nebengewerbe greift die Kleinunternehmerregelung, d.h. bis zu einer Grenze von 17.500 Euro im Jahr (bezogen auf den Umsatz des Kleinunternehmens!) unterliegst du nicht der Umsatzsteuerpflicht. Du könntest darauf optieren, aber nachdem du wohl kaum hohe Ausgaben haben wirst, macht das bei dir wohl keinen Sinn.

Zur Einkommensteuer: http://www.kleingewerbe.de/steuerpflichten.htm#gewinnermittlung_einkommensteuer

Nachdem du dir mit all den Begriffen offenbar ziemlich hart tust, wäre es sicher sinnvoll, sich im Vorfeld mal mit einem Steuerberater zusammenzusetzen, bevor du dich in Teufels Küche bringst.

Einkommensteuerfrei sind deine Einnahmen nur bis zu 410 €/Jahr.

Lohnsteuer niedriger als Einkommenssteuer? Was mache ich falsch?

Soweit ich weiss sind ja Einkommenssteuer und Lohnsteuer fast das gleicht (Lohnsteuer ist eine Untersteuer der Einkommenssteuer). Nun bin ich freiberuflich tätig und muss folglich auch Einkommenssteuer bezahlen. Um zu ermitteln wieviel das ungefähr bei mir sein wird, habe ich mal einen Online Einkommenssteuerrechner bemüht.

Ergebnis (Beispiel)

Umsatz als Freiberufler zB. 40000 €

Zu zahlende Einkommenssteuer: 9007,00€

Solizusachlag: 495,38€

Ergibt eine Gesamtbelastung von: 9.502,38€

Jetzt hab ich das Gleiche mal mit einem normalen Erwerbstätigen in einer Festanstellung durchgerechnet. Ich würde erwarten, dass die Steuerlast die gleiche ist:

Brutto-Jahre-Einkünfte: 40000€

Lohnsteuer: 6804,00€

Solizuschlag: 374,22€

Gesamtbelastung: 7178,22€

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