Welche Spreche wird in Luxemburg gesprochen?

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6 Antworten

Lëtzebuergesch gehört zu den (deutschen) moselfränkischen Dialekten, und ist vom Hochdeutschen noch stärker abweichend als andere moselfränkische Dialekte (diese umfassen die Eifel, das Moselgebiet, das nördliche und westliche Saarland, im Norden den Westerwald und das Gebiet südlich von Siegen, in Rheinland-Pfalz z.B. Idar-Oberstein).

https://de.wikipedia.org/wiki/Moselfr%C3%A4nkische\_Dialekte

Ich selber bin in dem dunkelblauen Gebiet (östliches Moselfränkisch) aufgewachsen. Zum Teil verstehe ich den luxemburgischen Dialekt, aber es gibt auch Unterschiede zur östlichen Variante.

Typisch sind "dat" "wat" "et" statt das/was/es, sowie manche langen Vokale, z.B. "dron" "won" "son" (mit langem offenen "o" gesprochen) statt "tragen"/"wagen"/"sagen". Oder "mer géif" (wir würden).

Oft wird ein "e" eingeschoben z.B. durch > durech, Volk > Vollek, fünf > fünnef, usw. Statt hochdeutsch "Trier" sagt man "Tréier".

Französische Lehnwörter sind häufig.

Genus sind verschieden, bei uns hieß es "der gute Butter" (maskulin statt feminin) aber "dat Fraaminsch lo" (wörtl. "das Frauenmensch dort", neutrale Wörter für Frauen sind üblich, auch z.B. "et Marianne"). "Die Bach".

Hochdeutsche Diphthonge sind oft Monophthonge im Moselfränkischen. Frau > Fraa, Heimat > Heemecht, Geist > Geescht, kaufen > kaafe

Umgekehrt können Monophthonge zu Diphthongen werden
ich > eisch, du > dau, mich > meisch usw.



Wemma em Summer morriens de Viejelscher päifen hiert, gäht et eäm scho vill bessa o ma gëtt mondta wie de nopisch Kaatz.

ma gëtt (ma gëft) = man wird
nopisch = ein Adjektiv, das im Hochdeutschen wenig gebräuchlich ist, man könnte "nachbarlich" übersetzen, also gemeint ist die Katze des Nachbarn.
Der obige Satz war aus Wikipedia.

Bei uns hat man gerne gesagt:

Luu mo lo, wie der lee lo leit.
(Schau mal dort, wie der dort drüben liegt) 

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In Luxemburg wird Französisch, Deutsch und Luxemburgisch gesprochen.

Luxemburgisch ist sehr eng mit dem Deutschen verwandt, manche sind auch der Meinung es handelt sich dabei nur um einen Dialekt.

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Hier wird "Luxemburgisch" gesprochen:

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Kommentar von OlliBjoern
02.11.2016, 19:19

hien ass schlemm gemoschtert = er ist schlimm "gemustert"
gemeint ist "er ist schlecht angezogen"

moschtert = Senf, (frz. la moutarde)

daat pickt mech kee Meter (das geht mir am A... vorbei)

d'Zalot schwätzt mat mir = der Salat schwätzt mit mir
gemeint ist wohl, dass man am Gerede des anderen nicht interessiert ist

leck dach ee mech an der Täsch ! (verdammt) (kürzer geht auch einfach "merde" frz.)

ech soen dir gläich wat e Pont Kiischten kascht = ich sage dir gleich, was ein Pfund Kirschen kostet
gemeint ist wohl eine Androhung einer Standpauke wie z.B. "ich sage dir gleich, was Sache ist!"

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Kommentar von OlliBjoern
02.11.2016, 20:14

Hieselter = ein Baum (eine Art Birke)

ech hätt dech besser hannert D'Heck geheit  
du wies bestemmt en gudden Hieselter ginn

ich hätte dich besser hinter die Hecke gepflanzt,
du wärst bestimmt eine gute Birke geworden

(ich nehme an, hier macht sich jemand über die Nichtsnutzigkeit eines anderen lustig)

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Lëtzebuergsch oder Luxemburgisch meinst du wohl.
Schalt mal über Internet RTL Radio Luxemburg ein dann hörst du es, hört sich witzig an, wie ein holländer der Schwyzerdütsch spricht.

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