welche sprache sprachen die trojaner(illionaner)...?-> alt-griechisch(attisches)?!

1 Antwort

Die Benutzung der altgriechischen Sprache kann ausgeschlossen werden. In der altgriechischen Dichtung (die Ilias von Homer ist dazu der älteste erhaltene Text) sind wörtliche Reden der Trojaner in altgriechischer Sprache enthalten, was aber nichts über ihre tatsächliche Sprache aussagt.

Die Trojaner waren keine Griechen. Möglicherweise konnten einige von ihnen mykenisches Griechisch sprechen, eine noch ältere Art der griechischen Sprache als Altgriechisch. In Keilschrifttexten aus dem 15. - 13. Jahrhundert v. Chr. wird ein Land/Staat/Volk Achijawa erwähnt, das zum Teil konfliktreiche Beziehungen zu asiatischen Staaten hatte. Dies kann möglicherweise mit der Bezeichnung Achaia und Achaier gleichgesetzt werden und damit sind mykenische Griechen gemeint.

Für ein sicheres Wissen fehlen ausreichend Zeugnisse in Form von Texten. 1995 ist bei Ausgrabungen ein Siegel gefunden worden, dessen Schriftzeichen in luwischer Sprache sind. Diese wurde nachweisbar in der Zeit im Süden und zum Teil im Westen von Kleinasien (heutiges Anatolien) benutzt. Dies reicht aber nicht aus, um Luwisch als Sprache der Trojaner ausreichend zu belegen. Troja wäre dann nach den bisherigen Funden eine von dem übrigen Verbreitungsgebiet völlig abgeschnittene Sprachinsel gewesen. Wahrscheinlicher ist eine Deutung als Beleg für enge Kontakte zwischen Trojanern und Luwiern.

Zu der Zeit hatte in dem Großraum Kleinasien das Großreich der Hethiter die Vorherrschaft. Hethitisch gehört wie das eng mit ihm verwandte Luwisch zum anatolischen Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie. Vermutlich gehörte die Sprache der Trojaner zu demselben Zweig und war der hethitischen und luwischen Sprache nahe verwandt.

In einem Buch kann dazu und über andere Fragen zu Troja etwas auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung nachgelesen werden:

Manfred O. Korfmann (Hrsg.): Troia. Archäologie eines Siedlungshügels und seiner Landschaft. Mainz am Rhein : Zabern, 2006. IX, 419 Seiten. ISBN 978-3-8053-3509-6

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Kann den Ausführungen nur beipflichten, sehr gut dokumentiert.

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