welche sind die Arbeitsschritte eines Wissenschaftlers von der Beobachtung zur Theorie?

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1 Antwort

1. zuerst hat der Wissenschaftler einen Untersuchungsgegenstand, das heißt eine Frage im Kopf über irgendeine Sache, zB "verursacht rauchen lungenkrebs?"
2. diese formuliert er als Hypothese um: Rauchen verursacht Lungenkrebs". dafür hat er natürlich bereits davor einige Argumente im Kopf, die DAFÜR sprechen. beispielsweise sagt er, dass das absetzen von Schadstoffen in der Lunge zur Krankheit führt.

3. a) jetzt kann der Wissenschaftler anhand einer Studie seine Hypothese untersuchen. es gibt allerdings verschiedene Studientypen. manche sind für gewisse untersuchungsgegenstände besser geeignet als andere.
der Wissenschaftler sucht sich die optimale aus, zB die fallkontrollstudie. bei diesem studientyp hat man eine Gruppe von Personen vorgegeben, die bereits bereits Lungenkrebs hat
und eine die  nicht an Lungenkrebs erkrankt ist.
wir haben also quasi das Ergebnis ( Lungenkrebs) und wollen nun herausfinden, ob rauchen die Ursache ist.
Man befragt dafür diese beiden Gruppen nach ihrem Rauchverhalten (wie oft, wie viel sie in ihrer Vergangenheit geraucht haben). Bevor man das macht, stellt man natürlich gewisse Kriterien auf (Alter, Geschlecht, Wohnort...), um sicherzugehen, dass die beiden Gruppen auch miteinander vergleichbar sind. es bringt ja nichts, eine Gruppe von Menschen zu befragen, die unter ganz anderen Lebensbedingungen leben, als die andere Gruppe. Dann wäre die warscheiblickeit, dass das Ergebnis der Studie verfälscht ist, sehr groß.

Allerdings muss man natürlich beachten, dass es bei einer Studie auch andere Einflussfaktoren (=Confounder, also fehlschlüsse) geben kann, die die Krankheit verursacht haben können. Zum Beispiel Abgase in der Luft. diese müssen ebenfalls ausgeschlossen werden.

3. b) nach der Befragung kommt die Auswertung. Nehmen wir unser vereinfachtes Beispiel:
die Lungenkrebsgruppe und die gesunde Gruppe bestehen jeweils aus 50 Personen. also insgesamt 100.
48 Personen der gesunden Gruppe haben nie oder selten geraucht. Aus der Lungenkrebsgruppe haben allerdings 50 ein starkes raucherverhalten in der Vergangenheit gehabt.

es scheint also ein Zusammenhang zwischen rauchen und Lungenkrebs zu bestehen. aus diesen Ergebnissen lässt sich nun ein relatives Risiko berechnen. Dieses besagt wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, an einem Risikofaktor zu erkranken.
ebenfalls lässt sich die Odds Ratio berechnen. Diese sagt etwas über die Höhe der Chance für ein Individium aus, an einer Krankheit zu erkranken.

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natürlich ist nicht jede Hypothese mit dieser Art der Studie überprüfbar. Es kommt immer auf die Fragestellung drauf an. Für jede Fragestellung gibt es quasi eine angepasste, oder am besten geeignetste Studie. wenn du mehr darüber wissen willst, dann melde dich.

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