Welche Schule muss mein Kind unterrichten?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hallo,

im Falle der Sekundarschule besteht grundsätzlich Schulwahl-Freiheit (auch für die Schulen).

Bei einem Kind, das die Grundschule besucht, ist grundsätzlich die Schule des Wohnortes (Lebensmittelpunkt) zuständig und muss die Beschulung leisten. Von diesem Prinzip kann aus triftigem Grund abgewichen werden - sog. "Gestattungsantrag".

Wenn z.B. in Deinem Fall durch den Sorgerechtsstreit das Kind bei einem Schulwechsel aus seinem gewohnten Umfeld gerissen würde und der Besuch der bisherigen Schule zumutbar ist (also: nicht gegeben bei z.B. übermäßig langem Anfahrtsweg).

Im Fall, dass die zuständige Schule die Abgabe der Schülerin verweigert oder die aufnehmende (bisherige) Schule die Aufnahme verweigert, wird der Antrag angelehnt. Wenn aber das staatliche Schulamt sich der von Dir vorgetragenen Begründung anschließt, kann das Schulamt die bisherige Schule anweisen, die Schülerin dennoch aufzunehmen.

Lasse Dich ggf. anwaltlich beraten - zum einen, um die richtigen Formulierungen gegenüber Schulamt und Jugendamt zu finden, zum anderen um dem Verdacht des Wortbruchs zu entgehen.

Deine Einlassung, den Besuch der alten Schule zu gewhrleisten, war vermutlich so gemeint, das der nun vermutlich deutlich längere Schulweg von Ihnen überbrückt und auch die Aufrechterhaltung der dortigen Sozialkontakte ihres Kindes sicher gestellt würden.

Natürlich hast Du keinen Einfluss auf schul-verwaltungs-rechtliche Entscheidungen. Und wenn das Schulamt Dir vorgibt, dass Dein Kind auf eine andere Schule wechseln muss, dann schmerzt das zwar, liegt aber nicht an Dir.

Das Jugendamt darf sich nicht gegen das (Schul-)Gesetz stellen. Es muss das Kindeswohl im Blick haben.

Eine schulische Absenz ist immer kindeswohlgefährdend. Jemand, der willentlich das eigene Kind vom Besuch der Schule fernhält, gefährdet das Kindeswohl - das gilt für die Mutter des Kindes genauso wie für das Amt.

Wenn das Jugendamt eine Gefährdung des Kindeswohls durch den Schulwechsel sehen sollte, dann unterstützt das Ihre Argumentation gegenüber dem Schulamt.

Alles Gute!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich nehme an, Du möchtest, dass Dein Kind in die alte Schule geht? Dann mach einen Termin mit dem/der Rektor/in und besprich das genau so. Es ist nämlich meines Wissens nicht so, dass automatisch jedes Kind, das umzieht, auch die Grundschule wechseln muss. Viele Kinder bleiben in ihrer alten Schule. 

Nimm alle Gerichtsunterlagen mit, die mit der Schule zu tun haben. Falls die Rektor/in irgendwelche Probleme sieht oder macht, gibt es meistens Anträge, die man stellen kann, also in Eurem Fall auf Beibehaltung des alten Schulplatzes (das kann oft formlos geschehen, dafür gibt es nicht immer Formulare).

Entscheidend ist nicht immer nur das Recht - entscheidend ist auch der Wille, eine gute Lösung für das Kind zu finden. Und daran sollte die Rektorin doch auch ein Interesse haben, oder? Falls nicht, gibt es bestimmt eine Schulsozialarbeiterin oder eine Vertrauenslehrerin, die zu dem Gespräch dazu kommen könnte.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JungerVater88
26.10.2016, 16:38

Ich will das Beste für die Kleine. Die Rektorin hat mich gefragt, wo ich wohne. Nachdem sie sich überzeugt hat, dass ich die Kleine jeden Morgen über 35 km in die Schule fahren muss, hat diese mir schon mündlich gesagt, dass sie das Kindeswohl gefährdet sieht, wenn ich das so mache und mir schon mündlich eine Absage erteilt.

0

Du hast das Aufenthaltsbestimmungsrecht und somit kann das Jugendamt Dir da auch nicht reinreden, allerdings sieht es wohl so aus, dass man Deiner Tochter mehrmalige Schulwechsel ersparen möchte. Was auch durchaus sinnvoll erscheint. Wann wird denn abschließend geklärt, bei wem Euer Kind wohnen wird? Das Jugendamt kann und wird Deiner Tochter sicherlich auch einen Schulbesuch nicht verwehren und ihr hättet vielleicht das Kind besser in seiner alten Heimatstadt angemeldet gelassen, aber Ihr werdet Euch sicherlich gerade nicht so sonderlich gut verstehen.

Wie alt ist das Kind eigentlich? Es wirft ein schlechtes Licht auf Dich, wenn Du zugesichert hast, dass Du gewährleisten kannst, dass Dein Kind in der alten Heimat weiterhin beschult werden kann und dann auch noch ohne jegliche Grundlage oder Rechtsverständnis.

Du solltest den Rektor der gewünschten Schule anrufen und von der Problematik erzählen. Es kann eben sein, dass sie nur noch wenige Wochen (eben bis endgültig entschieden wurde) dort am Unterricht teilnimmt oder vielleicht nahtlos weiterhin dort untergebracht werden muss.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JungerVater88
26.10.2016, 16:36

Die Kleine wird demnächst Sieben.

Nach meinen eigenen Erfahrungen (wir hatten schonmal ein Gutachten, das sagte es sei egal, wo das Kind lebt) kann ich sagen, dass es mindestens ein Jahr, wenn nicht sogar länger dauert, bis das Gutachten fertig ist.

Man hätte ja auch gewährleisten können, dass das Kind in der alten Schule bleibt. Leider hat die Mutter bei der alten Schule gemeldet, dass das Kind in einen anderen Kreis gezogen ist.

Mit der Rektorin der alten Schule habe ich auch schon gesprochen und ihr geschildert, wie lange die Kleine unterwegs wäre. Dauraufhin war für die Rektorin klar, dass sie den Antrag ablehnt, weil sie das Kindeswohl gefährdet sieht.

0

Das ist eindeutig eine Frage, die du einem Rechtsanwalt stellen solltest. Der müsste deiner Tochter aus diesem Problem heraus helfen können.

Offensichtlich haben alle Parteien eine hartnäckige, einseitige Auffassung (zum Schaden des Kindes).  

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?