Welche Schlafmittel helfen besser?

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8 Antworten

Grundsätzlich gibt es 4 verschiedene schlafanstossende Substanzgruppen:

  • Antidepressiva. Bei der älteren Generation von Antidepressiva, den sogenannten Tri- und Tetrazyklika gibt es diverse Präparate, welche schlafanstossend Wirken. Eines der bekanntesten Medikamente dieser Gruppe ist z.B. Mirtazapin (http://deprimed.de/mirtazapin/). Diese Medikamente wirken weniger effektiv  und haben mehr Nebenwirkungen als Substanzen anderer Wirkstoffklassen, haben jedoch einige Vorteile. Sie machen nicht abhängig und es ergibt sich auch kaum eine Toleranzentwicklung. Toleranzentwicklung heisst, dass man immer eine höhere Dosis braucht bzw. das Medikament mit der Zeit seine Wirkung verliert.
  • Neuroleptika: Oft werden bei Schlafstörungen auch Neuroleptika verschrieben. Diese machen wie Antidepressiva nicht abhängig und es ergibt sich auch keine Toleranzentwicklung. Eines der bekanntesten Medikamente aus dieser Gruppe ist Quetiapin (http://deprimed.de/quetiapin/). Die Nebenwirkungen sind meist stark ausgeprägt. Je nach Medikament variert die Effektivität. Es gibt auch Neuroleptika, welche einem völlig weghauen (z.B. Levomepromazin), dass Problem sind jedoch die Nebenwirkungen und dass man am nächsten Tag noch völlig benebelt ist.
  • Benzodiazepine: Je nach Präparat sind Benzodiazepine hoch effektiv. Es gibt dabei weniger schlaffördernde Medikamente wie z.B. Alprazolam und schlaferzwingende Medikamente wie z.B. Midazolam. In der Mitte liegt in etwa Lorazepam, das meist verschriebene Benzodiazepin. Benzodiazepine können also je nach Medikament hoch effektiv sein, jedoch sind sie aufgrund ihres Abhängigkeitspotenzials und der Toleranzentwicklung (man braucht also immer mehr davon, dass es noch wirkt) nicht für eine Dauermedikation geeignet. Nebenwirkungen sind bei Benzodiazepinen im Vergleich zu anderen Medikamentengruppen eher weniger ein Problem. Hier mehr zu Benzodiazepinen und den folgenden Z-Drugs: http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/
  • Z-Drugs: Z-Drugs sind die klassischen Schlafmittel. Bekannte Vertreter davon sind z.B. Zolpidem oder Zopiclon. Diese Medikamente wirken in geringen Dosen schlafanstossend, in hohen Dosen schlaferzwingend. Das Problem ist jedoch das gleiche wie bei den Benzodiazepinen. Sie sind hoch effektiv machen jedoch nach längerem und regelmässigem Gebrauch abhängig (nach ca. 4-8 Wochen). Zudem ergibt sich eine Toleranzentwicklung.

Zurück zu deiner Frage:

Benzodiazepine sind je nach Präparat einiges effektiver als sedierende Antidepressiva, zumindest zu Beginn der Einnahme.

Werden sie jedoch häufig und regelmässig genommen verlieren sie ihre Wirkung und machen stark körperlich wie psychisch abhängig. Auf gut deutsch: Für sporadischen Gebrauch Benzodiazepine oder Z-Drugs, für längerfristigen Gebrauch Antidepressiva oder Neuroleptika.

Das Problem ist Antidepressiva haben enorme Nebenwirkungen bei langen Gebrauch wie extreme Gewichtzunahme oder sie machen wenn man sie nicht eingenommen hat einen Menschen noch depressiver

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@WastedYout

Das mit der Gewichtszunahme ist richtig. Auch Neuroleptika führen zu einer Gewichtszunahme. Bei Benzodiazepinen und Z-Drugs ist dies nicht der Fall. Dafür machen sie abhängig und verlieren mit der Zeit ihre Wirkung.

Dass du noch depressiver wirst wenn du Antidepressiva absetzt hat vielleicht auch damit zu tun, dass die Antidepressiva dir eigentlich helfen (gegen Depressionen) und du einen Rückfall hast.

Es ist ein Teufelskreis. Medikamente welche effektiv sind, nicht zu einer Gewichtszunahme führen und nicht abhänig machen gibt es nicht.

Ich rate dir dringend ab Benzodiazepine und Z-Drugs regelmässig zu konsumieren. Der Entzug ist die Hölle. Das grösste Problem ist jedoch der Wirkungsverlust nach einigen Wochen/Monaten.

Sorry für die schlechten News, hoffe konnte dennoch weiterhelfen...

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@WastedYout

Bei ADHS kannst du keine Antidepressiva nehmen! Die sowie so ein schlimmste ,,gift ,, von allen Psychopharmaka sind! 

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Ne hast sogar mit die beste Antwort gegeben aber ich würde sagen das beste Schlafmittel langfristig gesehen ist Cannabis

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Kann aber das können Antidepressiva genauso

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@WastedYout

Meine Depressionen und Angstzustände wurden durch kiffen massiv bewirtschaftet, aber das ist meine persönliche Erfahrung. Du musst selbst entscheiden was bei dir am besten ist. Auf jeden Fall viel Glück un viel Kraft ;-)

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Es kann sein das du ne Sativa Sorte geraucht hast da ist das meistens so wenn man Depressionen hat und danke

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Auch wenn ich keine Ahnung habe wie du auf das Thema gekommen bist aber viele ADHSler bekommen Antidepressiva

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@WastedYout

ADHS und Antidepressiva sind kein Widerspruch. Viele ADHS'ler bekommen Antidepressiva, da Menschn mit einem ADHS anfälliger auf andere psychischen Erkrankungen wie z.B. Depressionen sind.

Meistens wird als einfaches AD Duloxetin eingesetzt, da es neben der Wiederaufnahme von Serotonin auch jene von Noradrenalin hemmt. Duloxetin ist jedoch kein sedierendes AD...

Das mit der Gefahr einer Psychose stimmt allerdings. Doch ich denke, dass WastedYout selber mit seinem Arzt bestimmen sollte was richtig für ihn ist...

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Ne Psychose kann man auch von Antidepressiva bekommen und da ist das Risiko noch höher

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@WastedYout

Auch wenn ich dadurch jetzt ev mein Sternchen (hilfreichste Antwort) versaue:

Da muss ich dir leider wiedersprechen. Antidepressiva sind nicht dafür bekannt, dass sie psychosen auslösen. THC hingegen schon.

Konkret: Eine sehr seltene Nebenwirkung vor allem von älteren, also tri- und tetrazyklischen Antidepressiva sind psychotische Zustände wie z.B. Halluzinationen. Bei den neueren Medikamenten ist dies kein Problem mehr (augs. Escitalopram sehr selten). Selten heisst bei 0.001-0.01% der Studenteilnehmer/innen.

THC hingegen ist bekannt dafür, dass es durch seine Wirkung an den Cannaboidrezeptoren Psychosen auslösen kann. Dies deckt sich auch mit meinen Erfahrungen in der Klinik.

Aber ich will dich auf keinen Fall bevormunden, du musst selbst entscheiden was richtig für dich ist...

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Vergleich mal jemanden der lange Zeit täglich mit Antidepressiva ruhig gestellt wurde und jemanden der eine Psychose von Cannabis hat danach wirst du dich fragen wieso Antidepressiva erlaubt sind

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Ich kenne/ kannte 2 Personen aus meinen bekannten Kreis die an Antidepressiva zerbrochen sind: Der eine wurde davon schizophren und brachte sich um und die andere Person hat gegen Schizophrenie welche bekommen und ist jetzt stark übergewichtig, zerbrochen, die Schizophrenie ist noch schlimmer geworden und hat jetzt extreme Suizidgedanken. Dagegen ist eine Cannabispsychose lachhaft.

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@WastedYout

wie gesagt, ich will dich nicht bevormunden. du musst für dich selbst entscheiden was hilft... meine erfahrungen sind andere, dass muss aber nicht zwingend heissen, dass sie mit deinen übereinstimmen müssen.

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Benzodiazepine wirken um EINIGES besser. Schneller, zuverlässiger, effektiver, angenehmer. Ebenso die Z-Drugs.

ABER machen extrem schnell abhängig und die Toleranz ist ein echtes Problem.

Antidepressiva sind zwar teils schlafanstoßend, haben aber mehr Nebenwirkungen, machen maximal etwas matschig-müde, haben oft overhang und sind kaum vernünftig auf Bedarf einzusetzen.

Machen dafür nicht abhängig und sind zur langfristigen Behandlung gut geeignet.

Sehr zu empfehlen ist Trimipramin (trizykl AD), da es als einziges Schlafmittel NICHT die Schlafphasen stört (Benzos stören sie auch!) und es nicht abhängig macht, keine Toleranz entwickelt und die Nebenwirkungen gering sind sowie der overhang nach 2 Wochen abklingt.

Die Wirkung (Outcome) wird teils sogar mit dem von Benzodiazepinen verglichen, auch wenn es natürlich nicht so "zack und weg" wirkt.

kann Von Trimipramin Nur abraten! das Zeug macht matsch aus deinem Hirn! habs selber lange genug genommen.! hatt nachwirkungen von Wochen!

Wenns was Gefährlicheres gibt als BENZOS dann sind das Antidepressiva!

Man kann ja auch sterben wenn man eine Banane isst.....

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Also ich nehme sedirende Anti-Depressiva und komme sehr gut damit klar.

Bei Benzo.s hast du oft das Problem, dass du schnell abhängig wirst und immer mehr brauchst.

Diese sind also eigentlich nicht für eine längere Behandlung geeignet.

Allerdings ist es schwierig dir überhaupt etwas zu empfehlen, da hier niemand weiß, welche Probleme du genau hast.
Solche Fragen solltest du am besten mit deinem Arzt besprechen. Das

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