Welche Rolle spielen Anlage (genetische) - und Umweltfaktoren bei Erziehung?

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8 Antworten

Bei unserer psyche spielt die Genetik eher eine untergeordnete Rolle, die Umweltfaktoren (dazu zählt auch Erziehung, Umfeld usw) eine sehr hohe.

Wie Shoernalle schon geschrieben hat, besteht allerdings die Gefahr, dass genetische Faktoren auch die Erziehung negativ beeinflussnen können.

Gut, ein ganz krasses Beispiel wäre eine schwere neurologische Erkrankung oder ein Defekt - da domiert das trotzdem die Umweltfaktoren. Aber wenn man von einigermaßen "normalen" Rahmenbedingungen redet, dann gilt das oben ;)

kayo1548 04.11.2011, 15:19

Achso - natürlich spielen auch bei der Entstehung von psychischen Störungen genetische Faktoren eine Rolle, ebenso wie bei gewissen Grundtendenzen.

Aber die Umwelteinflüsse haben ingesamt betrafchtet eineng rößeren Einfluss

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Da der Mensch (laut Arnold Gehlen) ein unspezialisiertes Mengelwesen ist, ist dieser sehr stark auf die Umwelt und die Kultur angewiesen. Beim Menschen sind viele Entwicklungseinflüsse NICHT vorgeburtlich, sondern eingebettet in einer soziokulturellen Umgebung. Der Mensch ist also somit in besonderer Weiße offen für Umwelteinflüsse und angewiesen auf soziale Kontakte. Falls du Fragen hast kannst dich bei mir melden :P

na das ist relativ einfach.

  1. anlage: wenn ein kind zum beispiel erblich bedingt eine krankheit hat, dann wird dieses kind (automatisch) ja irgendwie anders erzogen bzw in die gesellschaft integriert.

  2. umwelt: bestes beispiel : die strengsten eltern der welt. die umwelt und umgebung bestimmt, wie ein kind lebt und somit auch wie es erzpgen wird.

Umweltfaktoren spielen eine emense Rolle.

Ich wäre ganz sicher nicht der Mensch, der ich heute bin, wenn ich statt in der deutschen Mittelschicht, in einer gutbürgerlichen Gegend zum Beispiel in einem afrikanischen Slum aufgewachsen wäre.

Natürlich bin ich meinen Eltern in vielen Dingen sehr ähnlich, allerdings denke ich, dass das schlichtweg daher kommt, dass sie mein engstes Umfeld gebildet haben während aller wichtigen Entwicklungsstufen.

Die Gene, die sie mir vererbten, spielen sicher auch eine Rolle, aber wahrscheinlich eine verhältnismäßig Kleine im Vergleich zu den Prägungen meines Umfeldes (dazu gehören ja nicht nur Menschen, sondern auch die Kultur, der Lebensstandard des Ortes an dem man aufwächst, die Schule die man besucht, etc)

ahoi1 05.11.2011, 13:13

Das habe ich mich schon oft gefragt: was aus mir geworden wäre, wenn ich in einem traurigen Slum groß geworden wäre;

und was passierte, wenn man ein Baby, zugehörig zu einem Urwaldstamm, sofort nach der Geburt z.B. nach Europa bringt und es dort aufwachsen würde.

Aber das sind Experimente, die man besser nur theoretisch durchgehen sollte - diese wie auch die ursprüngliche Frage finde schon seit Jahren total spannend.

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Kayahi 05.11.2011, 14:00
@ahoi1

Naja, es gibt ja Kinder aus Afrika, Asien, etc die schon als Säugling adoptiert worden sind und dadurch aus ärmsten Verhältnissen geholt wurden.

Diese Kinder wachsen dann oft in gutsituierten Familien in Amerika, oder Europa auf, ohne jemals Kontakt zu ihrer ethnischen Heimat zu haben.

Vielleicht gibt es da ja entsprechende Statistiken zu...

Kinder ausschließlich zu diesem Zwecke aus ihren Familien zu reissen, wäre aber tatsächlich mehr als grausam.

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Vorab: gegen einige Evolutionstheorien wehre ich mich ganz entschieden (Buch: "Warum Frauen nicht einparken können und Männer..." o.ä.)

Wenn du mit "Umweltfaktoren" die "Erziehung" meinst:

Ich ärgere mich jedesmal, besonders zu Weihnachten, wenn die Werbeindustrie den kleinen Mädchen (und deren Eltern) "erzählt", dass sie mit der xy-Barbiepuppe ("Ihr Kleidchen leuchtet im Dunkeln") besonders viel Spaß haben wird.

Ich glaube, das hat in den letzten Jahren auch schon etwas nachgelassen. Aber die Jungs kriegen immer noch schneller einen Satzbaukasten, und später wundert man sich, warum das Mädchen ein erheblich schlechteres räumliches Sehvermögen hat als ein Junge.

Leider wundern sich nur wenige darüber und sagen eher milde lächelnd "Typisch Mädchen, Puppe und Rosa"; und wenn kleine Jungs mit Dreck werfen lächelt Oma auch verständnisvoll und flüstert "Jungs sind eben Jungs". Ich glaube nicht, dass das alles in den Kindern genetisch fest verankert ist.

Ich bekam auch mal eine Puppe. Das einzige, was ich damit anstellen konnte, war, sie im Puppenwagen "auszufahren" (1x und dann nie wieder übrigens); das Schönste war, sie zu frisieren. Das Vergnügen war leider nur von kurzer Dauer, denn irgendwann verpasste ich ihr eine schicke Kurzhaarfrisur, die konnte ich dann nicht weiter verändern...

Ich habe lieber Kaninchenställe gebaut, aus alten Kisten und defekten Fahrradreifen, mit Hammer und Nagel! Ach das war schön...

ub00t 04.11.2011, 19:15
Vorab: gegen einige Evolutionstheorien wehre ich mich ganz entschieden

Na soviel Evolutionstheorien gibts dann auch wieder nicht, mir fallen - außer religösen Unglaubhaftigkeiten - ZWEI ein, die eine von Ch. Darwin und die des Franzosen Jean-Baptiste de Lamarck.

Parkende Frauen gabs damals auch nicht, aber was solls, wir machen Geschichte passend!

Kauft nem Mädl Bauklötze, wahrscheinlich werden als Ergebnis dieselben gestaunt werden! Kinder wollen - bewußt oder unter - doch immer so sein, wie die anfangs vergötterten Eltern! Daher das eigenartige Rollenverhalten, das sich aber eh grad in Auflösung befindet!

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ahoi1 04.11.2011, 20:00
@ub00t

Eine Evolutionstheorie können viele Menschen entwickeln, fragt sich nur, wie bekannt der- o. diejenige in der Öffentlichkeit und in Fachkreisen ist und welches Ansehen seine/ihre Theorie gewinnt.

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Kayahi 05.11.2011, 10:39
@ahoi1

ub00t mir fällt da noch ein Mann ein, der vor nicht allzu langer Zeit behauptete, dass die Intelligenz und das Wesen eines Menschen maßgeblich durch seine Gene geprägt würden und dass diese Gene von "Land" zu "Land" verschieden wären. (leicht entschärfte Darstellung der These)

Herr Sarrazin ist zwar kaum ernst zu nehmen, trotzdem fand sein Buch großen Anklang...

Und natürlich hast du Recht, wenn du sagst, dass Kinder ihren Eltern nacheifern, trotzdem werden sie auch, zu einem nicht unerheblichen Anteil, durch ihr Umfeld geprägt und da trifft das Beispiel von Ahoi (Barbie-Werbung) eben doch zu.

Man kann als Elternteil lediglich einen Teil zur Entwicklung der Persönlichkeit seines Kindes beitragen, man wird sie aber niemals bestimmen können.

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50/50. dazu gibts ellenlange sachen dafür reicht die seite hier gar nicht aus. aber um es kurz zu machen ist es 50/50. achso ja sie spielen die wichtigste rolle überhaupt.

Ist Dir aufgefallen, dass Du die Frage auch anders stellen könntest - zB in Deutsch? Wohl kaum, guck mal: 1 ist deine (von mir verbesserte) Frage:

  1. Welche Rolle spielen gen. Anlagen und Umweltfaktoren bei Erziehung?
  2. Welche Rolle spielen Erziehung und Umweltfaktoren bei der Genetik?
  3. Welche Rolle spielen gen. Anlagen und Erziehung bei Umweltfaktoren?
  4. Spielen die überhaupt ne Rolle?

Sich auf Erbanlagen ist - ist, zumindest mal in meinen Augen (und ausgenommen bei erblichem Haarausfall) feige.

Wahrscheinlich - und natürlich rein subjektiv - spielt Erziehung ne Hauptrolle, aber wer bin ich schon (außer staatl. geprüfter Langstrecken-Amokläufer in der Disziplin rostige Messer mit ner Klinge über 27 cm)

Kayahi 05.11.2011, 10:44
  1. Welche Rollen spielen genetische Anlagen und Umweltfaktoren bei der Erziehung?

  2. Spielen sie überhaupt eine Rolle.

"Sich auf Erbanlagen ist - ist, zumindest mal in meinen Augen (und ausgenommen bei erblichem Haarausfall) feige." Bitte wie meinen?

Wer Klugscheißen möchte, sollte gut gefrühstückt haben.

Schönes Wochenende!

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