Welche Rolle hat im Mittelalter der Glaube gespielt?

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7 Antworten

Der Glaube war im Mittelalter das wichtigste - und nicht erst da, sondern auch schon bei den germanischen Völkern...

Im Mittelalter verlangte die Kirche von den Menschen, dass sie Geld bezahlten "Ablassbriefe", unter dem Vorwand, dass sie sonst nicht ins Paradies zu Gott dürften. Besonders von den Armen nahm die Kirche damals hohe Summen entgegen. Die Menschen sparten, verzichteten auf Essen, weil sie das Geld lieber der Kirche zur Verfügung stellen wollten, um nach ihrem Tod ins versprochene Paradies zu gehen. Sie glaubten den Priestern! Manche, die sich geweigert haben, diesen Solt zu bezahlen, oder einfach finanziell nicht in der Lage waren - wurden entweder verhaftet oder der Hexerei angeklagt, weil sie ja anscheinend nicht an Gott glaubten...

Das war übrigens einer der wichtigsten Punkte, warum Martin Luther mit seiner Reformation so viel Erfolg hatte.

Die Katholische Kirche hatte damals viel zu viel Macht, mehr Macht als ein König oder Kaiser. Der Papst hat letztlich alles entschieden... Einige Könige haben sich zwar dagegen aufgelehnt, sind von der Kirche exkommuniziert worden, aber meistens kurz ihrem Tod wieder vor dem Papst auf die Knie gefallen. Denn niemand wollte sterben, ohne, dass er die Sicherheit bekam, in den Himmel zu kommen.

Das tägliche Leben war auf den Glauben ausgerichtet. Morgengebet, Dank an Gott für alle Speisen und die natürlichen Speisen (Obst, Gemüse, Jagderfolg, Sonne, Regen, etc.) Alle Gesetze richteten sich nach den 10 Geboten, alle Feste kamen von der Kirche, alles Leben  (Geburt, Tod )wurde von dem Glauben bestimmt. Eben alles.

hi,

Njt4254,

das leben im MA wurde in allen Berichen durch den Glauben/ die Kirche beeinflußt.

Christliche Werte wurden propagiert, an denen sich das Leben orientieren sollte: Gottesfurcht, Demut, Nächstenliebe usw.

Für ungebildete Menschen, also das "einfache Volk", wie Bauern usw., gab es oft keine Möglichkeit, in der Bibel zu lesen. Die Alphabetisierungsrate war niedrig. Hatten sie die Möglichkeit z.B. in Klöstern die Bibel zu lesen, bot sie ihnen Trost und positive Zukunftshoffnung.

Daher mußten sie sich größtenteils  auf das verlassen, was ihnen in den Gottesdiensten erzählt wurde, bot ihnen aber auf der anderen Seite einen eindeutigen moralischen Maßstab für ihr Leben, zur Aufrechterhaltung von Familien, für die Erziehung der Kinder und dem Umgang mit der Obrigkeit.usw.

Es gab einige unbiblische Lehren, z.B. die Höllenlehre, die man als Druckmittel benutzte. Der sog. "Ablaßhandel" blühte, man verkaufte Ablaßbriefe , in denen die Seelen vom Fegefeuer und der Hölle "frei gesprochen" wurden.

Menschen durften das bestehende Religionssystem nicht anzweifeln, dann wurden sie bestraft , gefoltert und auch verbrannt. Beispiel:" Hexenverfolgung."

Um 1000 u.Z.wurde Heinrich IV der Kirche unterworfen (Gang nach Canossa/ Wormser Konkordat). Damit lag die vollständige Macht bei der Kirche und damit waren auch die Rechte der Adligen, in Kirchenämter zu gelangen, sehr eingeschränkt.

Durch die Kreuzzüge (ca.1095) , hauptsächlich auch gegen die Muslime, wurde die Macht gefestigt.

Im späten MA gab es Seuchen wie die Pest.

Das Papsttum geriet in eine starke Krise , so daß sich durch die Reformatoren und Andersdenkende andere Strukturen entwickeln konnten.

Nun konnten durch Übersetzungen weltweit die biblischen Schriften auch von den Menschen in ihren eigenen Sprachen gelesen werden (Beispiel: Luther /Wyclif)

Diese beschriebene Entwicklung hatte Jesus in Matthäus 24 schon  seinen Jüngern vorausgesagt.

Wirklich aufrichtige Christen würden verfolgt und sogar umgebracht werden.



Eine sehr aufschlussreiche Antwort. Danke dafür ...

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Der Glaube konnte damals über Leben oder Tod entscheiden.

Definitiv war hatte damals die Kirche mehr Macht und die Trennung zwischen Kirche und Staat war noch nicht so extrem.

der hat einer sehr großer rolle gespielt, bersonders "in der pfaffengasse"

also am rhein!

Es gibt Leute, die haben in dieser Sache längst vor mir und viel besser, als ich das könnte, den einen oder anderen klugen Satz abgelassen.

Einer davon ist dieser:

"Nichts charakterisiert die Wirklichkeit des christlichen Abendlandes prägnanter als die Tatsache, dass bei Gotteslästerung den Menschen im Mittelalter die Zunge herausgeschnitten wurde".

(Joachim Kahl, dt. Theologe und Philosoph, *1941)

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