Welche Religion ist moralisch am besten?

Das Ergebnis basiert auf 33 Abstimmungen

Atheismus 61%
Christentum 27%
Islam 3%
Sikhismus 3%
Buddhismus 3%
Zeugen Jehovas 3%
Hinduismus 0%

13 Antworten

Christentum

Der christliche Glaube ist etwas Wunderbares. Man sollte allerdings verstehen, worum es geht.

Oftmals sind die Anhänger (ja, auch Christen) zu sehr in der Religion selbst verhaftet (Schriftgelehrte, Pharisäer), als zu verstehen, was Jesu Botschaft für uns heute ist. Aber dafür sind wir auch Menschen mit Fehlern...

Und früher war es problematisch, weil die Menschen selbst nicht Bibel lesen konnten. Sie mussten darauf vertrauen, was die Kirchenoberen vorgebetet haben.

Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Jeder kann eine Bibel haben und die Aussagen und Lehren prüfen, die Gruppen, Strömungen oder einzelne Leute so von sich geben.

Der christliche Glaube wird heutzutage gern abgetan als antiquiert. Aber das ist er nicht, denn der Mensch ändert sich in 2.000 Jahren nicht. Ja, wir fliegen heute zum Mars und haben Mikrowellen, MRTs und Pay-TV. Aber der Mensch selbst ist immer noch derselbe. Er sucht nach Antworten. Er sucht nach Werten. Er sucht nach einem Sinn. Und wenn man sich die Probleme und Affären der Menschen heute so anschaut, z.B. in Fernsehserien, dann kann man schnell feststellen, dass das alles schon in der Bibel zu finden war: Liebe, Hass, Eifersucht, Missgunst, der verzweifelte Versuch, von einer Sucht wegzukommen oder besser zu werden. Das alles liest man schon in der Bibel.

Ich bin froh, dass ich Jesus gefunden habe (oder er mich?) und jederzeit einfach zu ihm kommen darf. Ich bin dankbar für diese Freiheit.

Dass Atheismus unter Religion auftaucht, finde ich übrigens ziemlich passend. Denn auch unter ihnen lauern Pharisäer, die meinen, die einzig gültige Wahrheit gefunden zu haben. Und die vor allem auch gern versuchen, Christen und anderen Gläubigen die Wissenschaft "wegzunehmen" und für sich selbst in Anspruch zu nehmen, was natürlich Quatsch ist, schaut man sich an, wie viele Erfinder und Wissenschaftler gläubig waren und sind.

Atheismus

Das lässt sich so nicht sagen. Ein gewisser moralischer Anker kann nicht schaden, da man sonst mit einem schwachen Charakter in Egoismus und Gewissenlosigkeit abdriften kann. Auf der anderen Seite raubt eine für absolut gehaltene, anderen aufoktroyierte Moral diesen Freiheit und Lebensfreude, etwa wenn es um Abtreibungsrechte oder gleichgeschlechtliche Liebe geht.

Gegen gleichgeschlechtliche Liebe habe ich nichts. Das ist eben eine von vielen Neigungen, wie sie vermutlich jeder von uns hat.

Aber gegen Abtreibung spreche ich mich sehr aus. Da geht es nicht um die eigene Lebensfreude, sondern darum, Leben zu vernichten. Beim Kükenshreddern wird ein Aufriss gemacht, beim Absaugen von Föten hingegen nicht?

Man darf nicht vergessen, dass der Anteil der medizinisch oder kriminologisch indizierten Abtreibungen verschwindend gering ist. Der große Rest ist... ja was? Panik? Kurzschluss? Ausweglosigkeit? Keine Optionen sichtbar?

Dann sollte man sich aber vielleicht auch vorher Gedanken machen, was beim Sex so alles passieren kann. Da wäre doch eine gewisse Moralvorstellung, wie sie zum Beispiel das Christliche Bild anbietet, gar nicht so übel, oder?

Und noch eine Rückfrage: Muss man Christ sein, um gegen Abtreibung zu sein? Oder anders gefragt: Ist jeder Abtreibungsgegner automatisch ein radikaler Christ?

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@danhof

Genauso dient es ausschließlich der persönlichen Lebensfreude, Kinder ungefragt in die Welt zu setzen. Treibt man nicht gerade fünf Minuten vor der Geburt ab, empfindet das Ungeborene keinen Schmerz.

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@Schemenreiter

Und was ist 10 Minuten vorher?

Drei Tage?

Zwei Monate?

Kannst du das mit Gewissheit sagen?

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@danhof

Ich bin kein Mediziner, aber es ist doch hinlänglich bekannt, dass es Zeiträume gibt, in denen noch kein Schmerzempfinden vorhanden ist. Dieser von manchen zum Prinzip erhobene Lebensschutz geht an der Realität vorbei. Wir werden alle einmal sterben. Deshalb ist das Ableben per se nicht schlimm. Allerdings ist es sehr traurig, schockierend und mitunter schmerzhaft, wenn man mitten aus dem Leben gerissen wird. Das ist aber ja bei einem Ungeborenen nicht der Fall. Es ist noch gar nicht auf der Welt. Mit der Abtreibung überspringt es quasi das Leben, was von ihm gar nicht als schlimm wahrgenommen werden kann, da es das Leben nicht kennt.

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@Schemenreiter

"Wir sterben alle einmal" ist für mich kein überzeugendes Argument, wenn es darum geht, FÜR ANDERE zu bestimmen, dass dieser Zeitpunkt dann eben mal vorverlegt wird.

Ich bin auch kein Mediziner, aber was man so liest, deutet darauf hin, dass Ungeborene tatsächlich ab der Hälfte der Schwangerschaft Schmerzen empfinden können.

Deshalb ist es ganz gut, dass Abtreibungen nicht legal und easy mal eben gemacht werden können.

https://www.welt.de/gesundheit/article140798874/Schon-Ungeborene-koennen-Schmerz-empfinden.html

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@danhof

Man sollte niemals das Lebensende eines Menschen bestimmen. Bei einer Abtreibung kommen aber die Rechte der werdenden Mutter hinzu. So muss zwischen zwei Rechtsgütern abgewogen werden. Welches mehr wiegt, steht in der Tat jedem frei für sich zu beurteilen, so allerdings auch der Mutter. Abgesehen davon würde ein eigentlich ungewolltes Kind eher keinen guten Start ins Leben haben. Entweder mangels Liebe oder der zu erwartenden Lebensumstände wegen. Eine Abtreibung geschieht ja nicht zum Spaß.

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@Schemenreiter

Da stimme ich zu.

Aber wie du schon sagst: Es sind ZWEI "Rechtsgüter", die da involviert sind.

Und es gibt ja auch noch die Möglichkeit, das Kind zur Adoption freizugeben. Da freuen sich dann die Paare, die keine Kinder kriegen können.

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@danhof

Dann müsste die Mutter dennoch erst einmal das Kind austragen. Und allein die Geburt selbst ist bekanntlich mit Schmerzen verbunden. Und wie eingangs von mir ausgeführt, sehe ich und ich denke auch die Wissenschaft ein Ungeborenes bis zu einer gewissen Wochenzahl noch nicht als dieses zweite Rechtsgut an. Es kann weder Leben noch Schmerzen wahrnehmen, somit sind weder Leben noch Unversehrtheit zu schützen.

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Atheismus

Atheismus umfasst ein Sehr weites Spektrum, aber an sich die Vertretbarste, nur Pastafarianismus ist vermutlich auf einem gleichen Level

Christentum

Ich finde das schwierig zu sagen. Ich glaube nicht, dass die Moral stark von der Religion abhängt, denn trotz allem entwickelt jeder seine eigenen Vorstellungen. Ich habe Christ gewählt, weil ich selbst einer bin und große Erfahrungen mit der Nächstenliebe gemacht habe. Aber das gibt natürlich auch in anderen Religionen oder im Atheismus

Es fehlt noch die Möglichkeit: keine und das Judentum

Ich würde eine von diesen beiden Möglichkeiten wählen.

Die Religionen können so viele moralischen Vorgaben geben wie sie wollen, erfüllen müssen sie die Menschen.

Wenn es nur darum ginge, dann wär es, mit dem Leitspruch von Jesus "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" das Christentum, aber eben...

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