Welche religiöse Einstellung/Situation herrschte in der Antike? (Religion, Geschichte)

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10 Antworten

Ds kann man so pauschal nicht beantworten. Die Antike dauerte Jahrhunderte und es gab in verschiedenen Ländern viele ganz unterschiedliche Religionen.

Sogar in der Vorantike wurde schon Kritik an der jeweiligen Religionsausübung, am Glauben und seiner Praxis geübt. In den polytheistischen Kulturen dieser Zeit, wie z. B. Ägypten, wurde aber keiner zur Religionsausübung gezwungen, so wie man sich das heute vorstellen mag. Es war eher so wie im Hinduismus, nämlich, daß man seine bevorzugten Götter auswählte und verehrte - oder auch nicht. Texte aus dem 18. Jahrhundert vor Christus (Ägypten) belegen, daß auch zu dieser Zeit Menschen mit den allgemeingültigen Vorstellungen über die Götterwelt und das Jenseits nichts anzufangen wußten und daß sie mit wachem Geist beobachteten, wer wie Schindluder mit dem Glauben der Menschen trieb. Aus der Vorantike und der Antike haben wir nur sehr wenige schriftliche Zeugnisse und die liegen zumeist noch bloß in Zitaten vor. Deshalb ist es schwierig, geeignete Belege zu finden. Daß es sie dennoch gibt, zeigt, daß Religionskritik geübt wurde, daß sie nicht sehr selten war und daß sie ganz offensichtlich nicht bestraft wurde. Im weitesten Sinne - und wenn wir wieder nach Ägypten schauen - kann sogar die religiöse Revolution eines Echnaton als Religionskritik gedeutet werden. Daß ihr massiver Widerstand entgegengesetzt wurde, liegt nicht am Vorhandensein einer Art "Religionspolizei" oder "Inquisition", sondern daran, daß sie unter ein paar mächtigen Institutionen ausgetragen wurde, nämlich Priesterschaft und Königshaus. Gruß, q.

Die Philosophen kritisierten den Polytheismus und die antropomorphen Göttergestalten. Besondern übel stieß ihnen auf, dass die Götter menschliche Affekte besaßen. Dabei wurde vor allem der Ehebrecher Zeus und die ewig zornige Juno kritisiert. Dies führte in der Homerauslegung in der Zeit des Hellenismus dazu, dass die Geschichten allegorisch ausgelegt wurden.

Die griechischen Philosophen vertraten dagegen die Vorstellung der Wirkung eines göttlichen Prinzips, sei es das Feuer, der Äther oder andere Dinge.

kommt drauf an wo: die Germanen beteten die Bäume an auf denen sie saßen ;) die Römer haten ja divese Olymp Götter zur Auswahl und auf ein paar mehr oder weniger kam es da nicht an. Die Schriftgläubigen (also Juden, Christen und Moslems) ließen nur den einen Gott gelten. Allerdings waren diese Glaubensrichtungen ja nicht von Anfang an Staatsreligion und somit schon immer Kritik ausgesetzt. Religionen sind etwas lebendiges. Sie verändern sich mit der Zeit und gehen mit den Menschen und wenn sie das nicht schaffen, gehen sie unter.

In der Antike gab es Götter für fast alles (Zeus: Blitz und Donner; Hades: Unterwelt; Poseidon: Meer; Aphrodite: Liebe ... )

Götter waren für die Menschen die Erklärung für alles, was sie nicht verstanden haben, und sie wollten es auch nicht versuchen zu verstehen, weil darin schon Götterlästerung lag.

Nehmen wir mal hier Hippokrates den Begründer der Medizin; er began Menschen zu heilen, weil er der Überzeugung war, das nicht die Götter über den Zustand Krank oder Gesund entscheiden, sonder dies zum Leben dazu gehört und keine Strafe ist. So etwas gab es in allen wissenschaftlichen Bereichen (ob nun die Erde rund ist, ob Menschen fliegen sollten, ob Blitz und donner nicht doch ein natürlicher Effekt ist usw.)

Deshalb kritisieren Philosophen (was in der Antike Forscher, Naturwissenschaftler, Gelehrte, Entdecken ... waren) die Religion als veraltet und als Vlockade für den Fortschritt (übrigens auch im Mittelalter); und die Meisten waren waren nicht Begeistert vom Fortschritt und fürchteten den Zorn der Götter.

Hallo - was meinst du mit

dass schon Philosophen begannen die Religion zu kritisieren?

Philosophen waren und sind Seite an Seite mit den Naturwissenschaflern diejenigen, die sich Gedanken über "Gott und Welt" machen, unabhängig von Religion. Religion ist lediglich ein von Priestern oder Zeremonienmeistern festgelegtes Konstrukt, wie die Zuhörer sich eine fiktive Situation vorzustellen haben. Fiktiv deshalb, weil es keinen Beleg für eine Existenz irgend eines Gottes oder Götter gibt.

In der Antike gab es kaum einen Unterschied zwischen Naturwissenschaft, Philosophie und "Religion". Die Götter waren gemäß ihrer Vorfahren für Teile der Natur und des menschlichen Lebens zuständig. Keine und keiner war allmächtig und viele vermischten sich mit den Menschen, wie es in den älteren Epochen "normal" war. Ein allmächtiger Gott kam - vermutlich nach dem Vorbild des ägyptischen Aton um 1400 BC - erst mit dem judäischen JHWH auf. Seine "Geschichte" wurde im 6. JH BC verfasst.

JHWH war natürllch nie der einzige Gott und so ist es kein Wunder, dass in der Antike mit ihrer Vielfalt an Gottheiten und Mythen kritische Äußerungen gegenüber einer monotheistische Lehre aufkam. Schließlich behaupteten die Juden und später die Christen und nach ihnen die Moslems, dass nur ihr Gott existiere.

Stell dir das doch mal vor - da kennst du einen oder zwei oder drei Götter: Vater, Sohn und hl. Geist - und da kommt irgend ein Hansel daher, schlägt sich auf die Brust und sagt: "Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben!"

Würdest du dir da nicht an die Stirn tippen??

Kaimosi 18.12.2012, 22:07

Schließlich behaupteten die Juden und später die Christen und nach ihnen die Moslems, dass nur ihr Gott existiere.

Wo steht das???

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Kaimosi 18.12.2012, 23:55
@Kaimosi

Es steht übrigens nirgendwo so!

Nächstes Mal bitte recherchieren...

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BlackDracula 19.12.2012, 08:28
@Kaimosi

ja deshalb haben sie auch nur ganze völker deswegen ausgerottet....

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BlackDracula 19.12.2012, 14:24
@Kaimosi

ich meine die kreuzzüge, den dreißgjährigen krieg, die genozide in südamerika etc

überall wurden kriege geführt, um den eigenen "wahren" glauben zu etablieren, während die gegnerischen "dämonischen" religionen vernichtet wurden.

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Kaimosi 19.12.2012, 15:21
@BlackDracula

Wo wurden da Völker ausgerottet?

Überall wurden Kriege geführt um Einzelne oder Staaten reicher zu machen...

Das ist jetzt Dein immenses Fachwissen, dann schaue lieber History-Channel...:-)

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BlackDracula 19.12.2012, 21:58
@Kaimosi

natürlich gab es mehrere gründe, aber die einfachen soldaten und bauern wurden durch die religion motiviert.

und von den genoziden an den indianern hast du doch schonmal gehört oder kam das noch nicht bei history?

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Kaimosi 20.12.2012, 17:57
@BlackDracula

Wo wurden da Völker ausgerottet?

Du musst Dich daran gewöhnen, dass man Fragen zwar übergehen, aber die Absicht der Frage nicht ignorieren kann...:-)

Aber trotzdem gleich die nächste Frage:

Welche 'Indianer'?

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Zwischenton 20.12.2012, 18:12
@Kaimosi

Er meint die indigene Bevölkerung LAMs- im Volksmund auch "Indianer" genannt. Sie wurden während der spanischen Invasion aus verschiedenen Gründen stark dezimiert, die Conquista hatte aber neben der allgemeinen Gier auch die Missionswut zum Gegenstand.

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Kaimosi 21.12.2012, 23:57
@Zwischenton

Gestorben sind die meisten aber an Influenza...ausgerottet ist maßlos übertrieben...

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Kaimosi 19.12.2012, 00:31

Philosophen waren und sind Seite an Seite mit den Naturwissenschaflern diejenigen, die sich Gedanken über "Gott und Welt" machen, unabhängig von Religion. Religion ist lediglich ein von Priestern oder Zeremonienmeistern festgelegtes Konstrukt, wie die Zuhörer sich eine fiktive Situation vorzustellen haben. Fiktiv deshalb, weil es keinen Beleg für eine Existenz irgend eines Gottes oder Götter gibt.

Der einzige Teil der wirklich mit der Frage zu tun hat, aber wo ist da die Antwort.

Das mit Christen und Moslems ist irrelevant, auch weil Du auf die immensen Auseinandersetzungen z.B, bei der Trinität, überhaupt nicht eingehst...

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wenn das wetter mies war, war halt der wettergott schuld.

wenn der nachbar aggressiv wurde, der kriegsgott.

und wenn ganze landstriche durch ein erdbeben kapott gingen, der erdbebengott.

fazit:

die damalige religiöse situation zielte darauf ab, für jedes mißgeschick jeweils einen gott verantwortlich zu machen. das hatte vorteile. so konnte man immer noch an andere götter glauben. wenn heute etwas schlimmes passiert, dann war es DER gott. und dessen wege sind dann unergründlich. so ein blödsinn glaubt kein mensch.

:-))

Nur kurz, weil ich weiterführendes Lesen nicht unterbinden möchte...

Die Griechen sind da sehr bezeichnend, sie eroberten in der Zeit der Expansion diverse Landstriche und Inseln in Ihrem näheren Umfeld, später kam ein gewisser Alexander auf die Idee die gesamte bekannte Welt zu erobern...

Sie führten auf Ihren Schiffen immer einen Priester mit, nahmen das Land in Ihren Besitz, errichteten einen Schrein, um sich anschließend die Frauen der Eingeborenen zu schnappen, wer sich wehrte wurde erschlagen, was nach der Wahl der Ehefrauen übrig blieb, kam in die Sklaverei.

Wer Gott oder die Bräuche in Frage stellte, musste zum Adel oder Wissenselite gehören, wer kein Bürger war, hielt sich gefälligst an die Bräuche, sonst war Schluss mit lustig.

Das Christentum griff in Griechenland sehr schnell um sich, weil es die Standesordnung außer Kraft setzte und auch nicht unterschied, ob einer korrektes griechisch sprach, bzw. die griechische Lebensart vertrat. Wer das nicht tat war eben kein Bürger oder ein Barbar...

Kaimosi 19.12.2012, 00:41

Videos sind vielleicht eh besser:

http://www.youtube.com/watch?v=ot2huCjVa7A

eine sehr gelungene Sendung meines geliebten History-Channel, den habe ich gesehen und kann Ihn empfehlen, was sicher nicht für alle 'Produkte' dieses Senders gilt...

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Das war von Volk zu Volk verschieden.

du beschäftigst dich mit relgion und hast keine ahnung von den polytheistischen religionen???

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