Welche Regierungsform ist eurer Meinung nach die effizienteste und beste?

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Das Ergebnis basiert auf 8 Abstimmungen

Parlamentarische Demokratie 25%
Parlamentarische Demokratie mit direkten Volkabstimmungen 25%
Kommunistischer Rätestaat 12%
Militärdiktatur 12%
Konstitutionelle Monarchie mit König/Kaiser als Regierungschef 12%
Präsidentielle Demokratie 12%
Absolute Monarchie 0%

13 Antworten

Präsidentielle Demokratie

Jede Form von Demokratie setzt Interesse, Bildung und soziales Empfinden von der Masse der Bevölkerung voraus. Da bin ich im Moment eher pessimistisch. 

Eine Monarchie, vielleicht auch noch von Gottes Gnaden, ist für mich aber indiskutabel.


Parlamentarische Demokratie

Churchill sagte mal, dass die Demokratie die schlechteste aller Regierungsformen sei, aber die Einzige, die funktioniert.

Im Moment ist die Stimmung viel zu populistisch für Volksabstimmungen. Ich hätte Angst vor dem, was dabei rauskommt.

Auf lokaler Ebene wären Volksabstimmungen aber eine sicher gute und auch leicht zu organisierende Sache.

Mir ist eine Demokratie mit Fehlern lieber als ein Diktator, der sich für allwissend und unbesiegbar hält und Kritik brutal unterdrückt. Auch das Militär (das ich eh für überflüssige Geldverschwendung halte) hat in der Politik nichts verloren.

Parlamentarische Demokratie mit direkten Volkabstimmungen

Ich denke, dass es für uns alle am Besten ist, wenn wir in einer Demokratie leben. In einigen Bereichen und Teilthemen würde ich mir jedoch direkte Volksabstimmungen wünschen.

Seit 2400 Jahren im Gespräch: Platons Staatstheorie - sein ideeller Staat ist der gerechte Ständestaat - von Demokratie hielt er nicht viel.

NathanDerWeisse 23.03.2017, 14:10

Für bisher ungeschaffene Staaten aus philosophischen Gedankenspielen kann ich ja noch eine zweite Umfrage erschaffen!

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Parlamentarische Demokratie mit direkten Volkabstimmungen

Es stimmt nicht, dass eine Diktatur Probleme schnell löste. Das ist eine gängige, aber falsche Vorstellung. Hitler schob Entscheidungen oft auf die lange Bank. Seine Unterführer Himmler, Goebbels, Göring etc konkurrierten, intrigierten und verzögerten. Weil es keine Pressefreiheit und keine freie öffentliche Meinung gab, kam es zu sehr viel Schlamperei und Ineffizienz.

Elemente direkter Demokratie können die Kluft zwischen politischer Kaste und Volk verkleinern. 

NathanDerWeisse 23.03.2017, 14:24

Deswegen habe ich "Probleme" auch in Anführungsstriche gesetzt. Es waren nämlich nicht die wirklichen Probleme, die man effizient bekämpfte, sondern eher die vermeintlichen Feinde. 

Vielleicht hätte ich das ein wenig deutlicher schreiben sollen, damit keine Missverständnisse entstehen. Natürlich war das dritte Reich korrupt und in sich nicht halb so stabil, wie es oft dargestellt wurde, aber man fand immer irgend etwas, um von den wahren Problemen abzulenken.

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Wir leben in einer selbstgewählten Diktatur und in keiner Demokratie. Ich bin der Meinung wie es in der Schweiz geht ist es am besten weil da gibt es bei mehr oder weniger wichtigen Entscheidungen noch Volksabstimmungen.

Parlamentarische Demokratie

Die Bundesrepublik repräsentiert die mit Abstand besten Lebensverhältnisse, die in Deutschland je geherrscht haben.

Echte direkte Demokratien gab es in der Antike. Gleichzeitig waren das auch Sklavenhaltergesellschaften...

Ich halte direkte Demokratie für Unfug und sehe darin nur die Gefahr, dass wechselnde Mehrheiten der Minderheit ohne Not und ohne Problemlösungsinhalt ihren Willen gegen verfassungsmäßig garantierte Rechte aufzwingen will.

NathanDerWeisse 23.03.2017, 14:46

Wenn die Anzahl der Volksabstimmungen effizient geregelt werden können und in Volksabstimmungen keine Grundrechte außer Kraft gesetzt werden dürfen, so finde ich es das wesentlich besser, als diese widerlichen Personenkulte, die man in der BRD pflegt. Viele Politiker sind extrem populistisch und wollen sich nur beliebt machen, um weiter zu regieren, während sie hintenrum mit Lobbyisten herumflunkern. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass das Volk mächtig genug bleiben muss, damit das Parlament Respekt vor seinen Wählern hat und sie nicht alle vier Jahre ausnutzt, um erneut gewählt zu werden. Das ist dann keine Demokratie, sondern eine Flunker-Republik. 

Nicht falsch verstehen. Ich finde es gut, wenn das Parlament die meiste Macht hat, aber ich finde es nicht gut, dass in den letzten Jahrzehnten immer mehr hinter verschlossenen Türen entschieden wurde.

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atzef 23.03.2017, 15:09
@NathanDerWeisse

Direkte Demokratie bringt keinerlei partizipative Fortschritte, sondern lediglich eine Beschränkung des Möglichkeitsraums durch die Regelungswut letztlich einer eher kleinen Minderheit, die dann die faktische Mehrheit gängelt.

Unreflektierte Lobbyismuskritik verkennt den schnöden Umstand, dass ja gerade Interessenvertretung inhaltlich die Demokratie charakterisiert.

Gerade in den letzten jahren wiederum, namentlich unter den Bedingungen des Internet, ist die Beeinflussung der Politik durch einseitige Lobbyarbeit eigentlich viel schwieriger geworden, weil sie viel leichter transparent zu machen ist. Insofern hat sich da eher viel verbessert als du substanzlos an Verschlechterung behauptest.

Die deprimierende Realität des Volksabstimmungsunwesens in der Schweiz führt vor, dass dort teilweise nur ein Drittel der Wähler überhaupt an Volksabstimmungen teilnehmen. Volksabstimmungen haben insofern eine deprimierende demokratische Legitimität.

Im Übrigen macht eine moderne Demokratie auch nicht so sehr die Zahl der Wahlmöglichkeiten aus, sondern die Verwirklichung und Garantierung individueller Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.

In unserer konsensorientierten und auf Kompromisse ausgelegten repräsentativen Demokratie werden widerstreitende Interessen zur Zufriedenheit aller in en Gesetzgebungsverfahren kleingearbeitet.

Volksabstimmungen verhindern hingegen Kompromisse und sorgen lediglich dafür, dass eine Seite sich vollkommen durchsetzt und die andere komplett in die Röhre guckt. An deiner Stelle würde ich dabei nicht wirklich davon ausgehen, immer auf der Siegerseite zu stehen...:-)

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NathanDerWeisse 23.03.2017, 16:37
@atzef

Das stimmt wiederum nicht. Zwar stimme ich dir zu, dass Demokratie nicht nur aus politischer Partizipation besteht, sondern vor allem aus der Freiheit des Einzelnen, doch ich finde nicht, dass in einer repräsentativen Demokratie die Mehrheit des Volkes vertreten wird.

In Baden-Württemberg haben CDU und Grünen miteinander koaliert, obwohl sie grundsätzlich völlig verschiedene Wahlversprechen von sich gaben. Koalitionen entwickeln sich oft temporär (bis zum Ende der Legislaturperiode) zu einer Riesenpartei, die etwas völlig anderes tut, als sie ursprünglich versprach. Somit sind in BaWü nur noch die Stimmen der SPD, der AfD und der FDP etwas Wert, da diese sich nicht in ideologisch verschiedene Suppen mischten. 

Ähnlich ist es mit der GroKo. Wenn es egal wird, ob man SPD oder CDU wählt, weil am Ende kaum einer kontrolliert, ob sie ihre Versprechen auch einhalten, dann wird die ganze Wahl verdreht. 

Wenn in der Schweiz zwei Drittel der Leute nicht wählen geht, dann ist das sie Schuld der Nichtwähler. Mit Nichtwählern darf man dann auch kein Mitleid haben. Es darf nicht am Wähler hängen bleiben, ob eine andere Person zu Faul ist, ihren Hintern zu bewegen. 

Und noch etwas: Unsere Demokratie ist nicht auf Konsens ausgelegt, sondern auf Ideologie und Populismus. Zusätzlich kommt noch, dass immer mehr demokratische Rechte und Souveränität an ein Riesenparlament in Brüssel abgegeben werden, das wirklich keine Ahnung mehr hat, was dem Wähler versprochen wurde. 

Es ist mir auch nicht wichtig, dass ich immer auf der Gewinnerseite stehe. Es geht darum, dass ich die Chance hatte, mitzubestimmen, und nicht nur das ich mein Entscheidungsrecht an einen unkontrollierbaren Repräsentanten verschenke. 

Von Personenwahlen halte ich übrigens überhaupt nichts! Das schafft nur Personenkulte. Das Parlament soll Regierung und Präsident wählen und die Gesetze ausarbeiten, mit Kompromissen und allem drum und dran. Das Volk soll jedoch auch auf Bundesebene ein Veto-Recht in Gesetzesfragen besitzen, damit eine ideologisch versiffte Parteiherrschaft verhindert wird. 

Einige Politiker wollen einfach nicht verschwinden und herrschen viel zu lange. In der Schweiz kommen und gehen die Politiker. Ein Präsident ist ein Jahr im Amt. Man hat Respekt vor dem Volke und versucht, es so zu repräsentieren, wie man es vor der Wahl versprach, da man nicht zulassen möchte, dass ein durch Kompromisse ausgearbeitetes Gesetz durch ein einseitiges Basta-Gesetz ersetzt wird. Das ganze bekommt eine positive Eigendynamik, wie ich bisher erfahren habe. 

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atzef 23.03.2017, 18:38
@NathanDerWeisse

Hast du denn außer deiner Empfindung auch noch Argumente dafür, warum ausgerechnet in einer repräsentativen Demokratie die Mehrheit des Volkes politisch nicht vertreten wird, wenn doch eben genau diese Mehrheit wählen geht?

Umgekehrt - das zeigt z.B. die Schweizer Erfahrung - gehen zu den Volksabstimmungen öfter auch mal nur ein Drittel der Wahlberechtigten...

Dein Anspielungen auf BW kann ich nicht nachvollziehen. Deren Landespolitik kenne ich einfach nicht. Insbesondere kenne ich da keine "Wahlversprechen". Jedenfalls bleibt es den Baden-Württembergern ja freigestellt, bei der nächsten Wahl anders zu entscheiden.

Die GroKo hat ansonsten welche "Versprechungen" gebrochen? Zumindest viele sozialdemokratische Vorhaben wie z.B. der Mindestlohn oder die Doppelstaatsbürgerschaft wurden doch umgesetzt, die Christdemokraten haben keine Steuererhöhungen und ausgeglichene haushalte versprochen - und eingehalten. Da musst du deine steile These erstmal konkret unterfüttern!

Der Durchschnitt interessiert sich nun mal nicht so intensiv für Politik. Warum sollte man das denen zum Nachteil geraten lassen, indem man einer Minderheit die Möglichkeit einräumt, über jeden Pipifax direkt abstimmen und der Allgemeinheit Vorschriften machen lassen zu dürfen?

Nicht zur Wahl zu gehen ist keine "Schuld", sondern das gute Recht jedermanns.

Unsere Demokratie ist nicht auf Ideologie und Populismus ausgerichtet. Diese Begrifflichkeiten sind zwar negativ konnotiert. Aber was sollen sie im Hinblick auf den Wesenskern unserer Demokratie bitteschön aussagen?

Da musst du mir erstmal zeigen, wie du diese Begriffe definierst und was die dann über die Wesentlichkeit unserer repräsentativen Demokratie im Unterschied zu einer direkten überhaupt aussagen sollen... Lösen sich z.B. Ideologie und Populismus in einer direkten Demokratie quasi automatisch in Nichts auf...?

Unser politisches System ist sehr wohl auf Konsens ausgerichtet. Der Zwang zu Konsens ergibt sich zum einen aus dem Umstand, dass wir bis auf eine einzige AUsnahme bundesweit noch nie eine absolute Mehrheit einer Partei hatten und zum anderen aus der konkurrierenden Gesetzgebung von Bund und Ländern.

Welche demokratischen Rechte konkret wurden denn an Brüssel abgegeben? Kannst du drei benennen? Und was genau meinst du mit Abgabe von Souveränität? Wo siehst du da ein Problem? Das wir nicht mehr unsere eigene, "nationale" DIN-Norm haben, sondern die jetzt mit anderen "teilen müssen"? Oder Vorschriften zur Vermeidung von Umweltverschmutzung jetzt nicht mehr nur national gelten, sondern eben europaweit...?

Das Volk hat doch auch so die Möglichkeit, alle 4 Jahre Regierungen abzuwählen, wenn sie mit ihrer ehemaligen Wahlentscheidung unzufrieden sind.

Dein ganzes Konstrukt von einer Dichotomie zwischen einem unifom imaginierten "Volk" und ebensolch einer Politik ist doch Kokolores. Weder gibt es "das Volk" noch "die Politik". Das ist doch selber ein ideologisch versifftes Zerrbild...:-)

Politiker "herrschen" so lange, solange sie gewählt werden. Warum sollten die vorher freiwillig verschwinden?

Das politische System der Schweiz kenne ich im Detail nicht. Deine Betrachtung liest sich allerdings schon arg nach einem Werbeprosekt, die geflissentlich existierende Probleme übergeht...:-)

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Kommunistischer Rätestaat

Ein kommunistischer Rätestaat wäre wohl das Beste!

Militärdiktatur

Ihr werdet mich hassen, aber ich wünsche mir eine tugendhafte Diktatur des Militärs.

Die Anarchie...

Also so etwas, wie wir ungefähr auf GF haben - jeder hilft dem anderen. Es besteht keinerlei Herarchie. Fast :)

Inwieweit dies im wirklichen Leben umsetzbar ist, bleibt eine andere Frage. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Vielleicht wird die Anarchie ja irgendwann mal in ferner Zukunft möglich werden. Dazu passt der GONG-Song:

"Floating Anarchy"

Du verwechselt Staatsform mit Regierungsform!

NathanDerWeisse 23.03.2017, 14:14

Nein, das habe ich in meiner Einleitung haargenau getrennt.

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Realistisch: präsidiale technokratische Meritokratie.

Keine der Antworten.

Ich finde die beste Regierungsform wäre eine Aristokratie. Also eine Herrschaft der besten und befähigsten. Das heißt NICHT Herrschaft der reichen und geizigen, das wäre eine Oligarchie und auch nicht Herrschaft des "Adels". Sondern Herrschaft der befähigsten Wissenschaftler auf ihren Teilgebieten.

Diimiitrii 23.03.2017, 14:59

Übrigens leben wir nicht in einer Demokratie, sondern in einer Ochlokratie.

Die Leute gehen nicht für das Allgemeinwohl wählen, sondern aus Eigeninteresse und wählen Politiker, die sich nicht für uns einsetzen, sondern für die Lobbys die das meiste Geld haben.

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