Welche probleme ergeben sich bei revolutionären umwälzungen im gegensatz zu gesellschaftlichen veränderungen auf dem reformweg?

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3 Antworten

Eine Revolution ist doch eine Umwälzung, die die grundlegenden Machtverhältnisse verändert. Eine Reform ist eine Anpassung an sich verändernde Umstände zum Erhalt der Machtverhältnisse.

Vielleicht hilft dir das ein wenig beim Nachdenken. Du kannst auch darüber nachdenken, wer Interesse an einer Revolution und wer Interesse an Reformen hat. Wer verliert, wer gewinnt?

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Kommentar von pandaboy6543210
05.05.2016, 21:14

das einzige was mir dazu einfällt ist das revolutionen meist vom volk aus gehen, während reformen von oben eingeleitet werden....

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Bei revolutionären Umwälzungen ist so gut wie immer Gewalt im Spiel. Das kann zu weitgehender Zerstörung der Infrastruktur und zu Flüchtlingselend führen, die Gewalt kennt dann kaum noch Grenzen (siehe Syrien).

Geldvermögen kann sich über Nacht in Luft auflösen, ebenso wie Renten- und Versicherungsansprüche. Die psychischen Schäden können derart krass sein, dass viele im Suizid enden und ein Wiederaufbau mit der traumatisierten Bevölkerung nur schwer möglich sein wird, denn der Hass wird bleiben.

Wenn z.B. in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich weiter so auseinanderklafft (Mietenproblematik !) wie in den letzten Jahren, kann es bald schon wieder so weit sein. Wie empfindlich die Wähler auch kurzfristig reagieren können, zeigt sich derzeit sehr deutlich an der Flüchtlingsproblematik.

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Beide Ausdrücke sind nicht sehr präzise. Revolution besagt lediglich einen Umsturz von Gewalt begleitet. Über die Ursachen wie über die Ergebnisse sagt das Wort gar nichts. Inzwischen ist das Wort wie viele in Politik und Werbung verballhornt, wo es dann die Revolution auf der Wäscheleine gibt. Genau übersetzt heißt der Begriff "Rückwälzung" - was z.B. für das alte Rom gilt, wo der Umsturz des Sulla und dann die abermalige Verschwörung des Catilina der Versuch waren, die alte Aristokratenherrschaft wiederherzustellen.

Reform ist ja auch mit dem "re" bestückt und bedeutet ein wieder in Form bringen, ohne dass dabei gesagt wird, wer es in welcher Intention tut. So hat sich die englische Demokratie etwas weniger blutrünstig und umstürztlerisch durchgesetzt wie die fanzösische, wobei die französische Revolution letztlich in Napoleon geendet ist und die ehemals Befreiten als Soldaten den höchsten Blutzoll gezahlt haben. Reform bedeutet, dass tiefgreifendere Veränderungen etwas kontrollierter vor sich gehen. Genau genommen war die Machtergreifung Hitlers auch eine Reform, die es der NSDAP erlaubte, ohne Gewalt per Wahl grundlegende Veränderungen im demokratisch gedachten Staatsgebilde hin zur Diktatur vorzunehmen. Das wurde vom irregeführten Volk mitgetragen!

Revolution dagegen ist ein eruptiver Ausbruch von Hass und Gewalt, dessen Ausgang in der Regel nicht vorhersagbar ist. Meist ist sie sehr zerstörerisch und bewirkt nicht selten, siehe der Bauernaufstand im 16. JH, Verarmung und Verelendung derer, die sich befreien wollten. Schaut man sich die Ergebnisse historischer Umsturzversuche genauer an, verschwindet der Glorienschein, der dem Begriff übergestülpt wird.

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Kommentar von Ruehrstab
06.05.2016, 13:46

Ich habe in meinem Leben mindestens eine friedliche Revolution erlebt. Ein Volk erhob sich und beseitigte friedlich seine Regierung. Die hat übrigens auch nicht, wie sonst üblich, alles mit sich selbst in den Abgrund zu reißen versucht. Es war ... vorbildlich. Leider haben diese Revolutionäre es versäumt, ihre Macht besser zu festigen. So dachten die nicht. Was sie besonders sympathisch macht. Wer weiß, was daraus geworden wäre ... Aber vielleicht auch zwei kooperierende deutsche Staaten?

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