Welche Probezeit im Arbeitsrecht ist gewichtiger, gesetzliche oder vertragliche?

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5 Antworten

Die Probezeit hat nichts mit der Kündigungsmöglichkeit zu tun - innerhalb der Probezeit kann lediglich mit einer kürzeren Kündigungsfrist gekündigt werden.

Generell tritt das Kündigungsschutzgesetz erst nach 6 Monaten ein - auch wenn die Probezeit 3 Monate beträgt, kann bis zum Ablauf der ersten 6 Monate gekündigt werden ohne das es eines besonderen Grundes bedarf; nach den 3 Monaten Probezeit dann aber nur mit der regulären Kündigungsfrist.

Leider ist vielen ArbN der Unterschied zwischen Probezeit und Wartezeit bis zum Eintritt des Kündigungsschutzgesetzes nicht klar - meist spielt das keine Rolle, da auch die Probezeit oft 6 Monate beträgt.

Es herrscht freies Vertragsrecht. Nur wenn kein schriftlicher Vertrag vorliegt, gilt im Zweifelsfall die gesetzliche Frist.

Die Bedingungen dürfen nur eine Seite nicht benachteiligen.

Danke Hans, für deine Antwort.

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es gibt im arbeitsrecht keine "gesetzliche" probezeit, sondern nur die wartezeit bis zum beginn des gesetzlichen kündigungsschutzes, der nach 6 monaten einsetzt. daher wird diese frist gerne als vertragliche probezeit benutzt, in der es aber verkürzte kündigungsfristen gibt. man kann auch arbeitsverträge ohne probezeit abschließen, hat aber wie bei dir eben in den ersten 6 monaten keinen kündigungsschutz. der BR hat leider recht.

Ich danke dir für deine Antwort. 
Wundert mich natürlich dennoch weshalb der Arbeitgeber dann überhaupt eine Probezeit in den AV aufgenommen hat, wenn diese ohnehin nicht binden ist. :-)

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Du musst unterscheiden zwischen der Probezeit und der Wartezeit. Die Probezeit regelt die verkürzte Kündigungsfrist während der Zeit der Erprobung. Dies sind regelmäßig die ersten 6 Monate des Arbeitsverhältnisses, manchmal weniger.

Der Zeitraum der ersten 6 Monate des Arbeitsverhältnisses ist auch gleichzeitig die sogenannte Wartefrist. Während der 1. 6 Monate des Arbeitsverhältnisses benötigt der Arbeitgeber für eine Kündigung keinen Grund.

Wurde bei dir eine Probezeit für die ersten 3 Monate des Arbeitsweltnetzes vereinbart, so greift während dieser Zeit eine verkürzte Kündigungsfrist. Danach gilt im Zweifel die gesetzliche Grundkündigungsfrist (oder eventuell die Frist aus einem Tarifvertrag, wenn ein solcher anwendbar ist).

In dem 4., 5. und 6. Monat, also außerhalb der vereinbarten Probezeit aber noch innerhalb der Wartezeit kann der Arbeitgeber dennoch ohne Grund kündigen, muss jedoch die vereinbarte Kündigungsfrist einhalten. Wurde eine 3-monatige Probezeit vereinbart und erfolgt die Kündigung danach gilt jedenfalls eine andere Frist als die Probezeitkündigungsfrist. Findet sich keine andere Regelung ist dies die gesetzliche Grundkündigungsfrist. Kompliziert, aber eigentlich doch einfach.

Vertragliche Probezeit

Danke, für deine Antwort.

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