Welche politische Richtung hatte die SED (DDR-Partei)?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Ich würde Dir gerne etwas darüber erzählen, denn ich kenne diese Partei sehr genau. Nur fürchte ich, wird Deine Frage die nächsten 12 Stunden auf diesem Forum nicht überleben. "Leicht ergooglebar" nennt sich dass dann in der Löschbegründung. Und dann habe ich wieder einmal alles in den Sand geschrieben.

Mit kurzen Worten: Sie war eigentlich die politische Nachfolgerin der Kommunistischen Partei Deutschlands. So konnte sie sich aber am Anfang nicht nennen, weil sie aus der Zwangsvereinigung der ostelbischen Sozialdemokratie mit den ostelbischen Kommunisten hervorging. Der Name "Sozialistische...) war eine Konzession an die überrollten Sozialdemokraten und anfangs verkündete man ja auch auf den Parteitagen den Aufbau des Sozialismus in der DDR. Zielsetzung aber war ganz klar eine kommunistische Gesellschaftsordnung.

Es gab in Westberlin übrigens die kleinere Ablegerin, die SEW, welche im Kern dieselben Ziele verfolgte, aber im politischen Tagesgeschäft der Inselstadt nie eine nennenswerte Rolle spielte.

Nur fürchte ich, wird Deine Frage die nächsten 12 Stunden auf diesem Forum nicht überleben. "Leicht ergooglebar" nennt sich dass dann in der Löschbegründung. Und dann habe ich wieder einmal alles in den Sand geschrieben.

Dennoch Dank für deine Antwort!

3

Das mit der Löschmanie in GF ist mir auch schon aufgefallen:

Jede Pubertätsfrage "Wie soll ich sie ansprechen" wird stehen gelassen, aber wenn man eine halbe Stunde sich die Mühe macht jemandem zu antworten, stellt man kurz darauf fest, dass die Frage "entfernt" wurde. Toll!

7
@Alberich21

Ich freue mich, dass die Frage die von mir befürchteten zwölf Stunden "überlebt" hat. Hätte ich bessere hellseherische Fähigkeiten, dann hätte unter meinem Namen ein etwas ausführlicherer Beitrag gestanden. Aber PeVau hat bereits ganze Arbeit geleistet.

3

Vielen Dank für's Sternchen, wenngleich ich persönlich für PeVau optiert hätte ;-). Da müsste ich mich verstecken! Trotzdem - mit sozialistischem Gruß! (Nee, nee, keinen Schreck bekommen: Letzteres war jetzt 'n Scherz mit 'nem ultralangen Bart...)

Dein Bajun

0

Bajun - ich staune immer wieder, wenn ich Deine Antworten lese!

Zwangsvereinigung der ostelbischen Sozialdemokratie mit den ostelbischen Kommunisten >

Bist Du der Meinung, dass man mit Zwang irgendwas Substantielles erreichen konnte??? Wer hat sie denn "gezwungen"??

0
@StornoKing

Sei nicht sauer, wenn ich DIESE Frage nicht ernst nehmen kann!

Wer sie gezwungen hat? Erst einmal: ICH DEFINITIV NICHT! Also was soll die an mich gerichtete Frage, ob ich der Meinung bin, das man damit etwas Substantielles erreichen kann? Natürlich kann man das nicht! Aber wie gesagt, ICH habe sie ja auch nicht gezwungen!

Zweitens: Du hast absolut recht: Mit Zwang kann man auf Dauer nichts Substantielles erreichen. Deshalb die SED auch 1989 grandios und mit im wahrsten Sinne des Wortes fliegenden Fahnen gescheitert ist, trotz dem ZWANG, den die MAUER ausgeübt hat. Aber nein, das war ja der antifaschistische Schutzwall, der den bösen Feind am Eindringen hindern sollte. Deshalb ja auch die Männer und Frauen erschossen und nach Bautzen gebracht wurden, die von Ost nach West (sic!!!) rüberwollten. Oder ist das auch nur Propaganda des Klassenfeindes? Hätte ich mein Pass beim VPKA abholen können? Willst Du mir das erzählen ja? Bin ich jetzt ein bißchen dämlich, dass mir das 25 Jahre lang entgangen ist?

Drittens: Um Deine Frage beantwortet zu bekommen, wendest Du Dich am Besten an die Politbüros der ZKs der KPdSU und der SED und wenn das noch nicht reicht, fragst Du ein paar alte Ost-SPD Genossen, was ihnen blühte, wenn sie der Zwangsvereinigung nicht zustimmten. Frag die Genossen der SPD, die in Sachsenhausen, Buchenwald, Bautzen und Görden einfuhren - nach dem Krieg - gepeinigt von den Kommunisten, die vorher gemeinsam mit der SA am Breitscheidplatz in die Straßenbahn gestiegen sind um zusammen ein SPD-Stammlokal am Nolli aufzumischen. Dieselben Typen wie Zicken-Walter, der mit Goebbels GEMEINSAM auf der Bühne gegenüber von Borsig im Wedding stand, um die Arbeiter zu agitieren, die zum Feierabend aus dem Werk kamen. Von den Kommunisten, die hinterher die Sonderlager übernahmen, in denen sie noch kurze Zeit vorher selbst gesessen hatten, nachdem ihre braunen Schlägerkameraden im SPD-Verprügeln ihnen nach dem 30. Januar die Freundschaft aufgekündigt hatten.

Ich weiß nicht, warum ich Dir als Historiker das erzähle. Eigentlich bin ich zu schlau und zu erfahren, um mit ideologisch "gefestigten" Leuten zu diskutieren. Ich weiß sehr genau, was die Kommunisten alles im Namen ihrer Ideologie zurechtgelogen und betrogen und verheimlicht und verbogen haben. ICH BIN BEI IHNEN AUFGEWACHSEN UND HABE BEI IHNEN GELERNT!!! Viel Gutes, das gebe ich zu. Aber ihr ideologischen Klassenkämpfer verkauft Euch mal schön alleine für dumm! Mit mir nicht mehr und mit 17 Millionen anderen gedienten DDR-Bürgern auch nicht mehr! Eure Quittung habt ihr bekommen. Und mit was? MIT RECHT! Aber es hat bei euch Ultras anscheinend nichts gebracht. Immer sind die untergehenden, vesumpfenden Klassenfeinde schuld - ihr nie! Ihr in alle Ewigkeit nicht!

0

Die SED verstand sich selbst als kommunistische Partei neuen Typs, deren Ziel der Aufbau des Sozialismus auf dem Weg zum Kommunismus war. Das kann man schon links einordnen. Die Vergesellschaftung der Hauptproduktionsmittel, die Brechung des bürgerlichen Bildungsmonopols, die Frauen- und Familienpolitik u. a. würde man auch heute als links bezeichnen.

Allerdings muss man auch in Betracht ziehen, dass stalinistische Verwerfungen und mangelnde Demokratie (auch mangelnde sozialistische Demokratie) nicht unbedingt mit heutigen linken Vorstellungen übereinstimmen. Von konservativen Positionen vieler Mitglieder mal ganz zu schweigen, die zwar in der großen Politik für die Weltrevolution privat aber kleinbürgerliche Spießer waren. Das gibt es aber auch heute noch bei Linken.

Insgesamt kann man die SED schon als linke Partei einstufen, wobei man ihre stalinistische Prägung beachten muss.

die sed redete zu keiner zeit sondern von sozialismus. das ist schon ein unterschied.

0
@larrykinghere

Hm. Dann waren dieser Ulbricht mit'm Bart und der Honni also nicht von der SED? Das waren die Vorsitzenden der kommunistischen Bonner CDU?

Oder sind die vielen Aufnahmen von denen wie "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf" (Honecker) alle manipuliert?

3
@PeVau

Super Beitrag von PeVau! Sachkenntnis, nüchtern vorgetragen, unanfechtbar!

6
@derdorfbengel

dorfbengel - was hat diese Frage mit der Antwort von PeVau zu tun? Wo steht da was von "kommunistischer Bonner CDU"?

1

dem namen nach war sie eine sozialistische partei........... dem handeln nach wohl weniger

Da arteten sie eher den Bolschewisten nach....

0

Die SED war eine kommunistische Partei, die den Aufbau des Sozialismus in ihrem Parteiprogramm verankert hatte (als Vorstufe zum Kommunismau). Die SED war Mitglied der Kommunistischen Internationale.

Mitte natürlich...

Die Bezeichnung der politischen Richtung geht auf die Sitzordnung der Parlamente zurück, die erste Nennung dieser Orientierung von der Sicht des Rednerpultes betraf die Julirevolution von 1830, danach wurde es zu einer Tradition parlamentarischer Demokratien...

Da sie SED die Mitte in der Volks- und Länderkammer besetzte, muss sie im Sinne der politischen Richtung innerhalb der DDR als Mitte bezeichnet werden, nach der ersten freien Volkskammerwahl 1990, besetze die PDS übrigens abermals die Mitte des Parlamentes.

"1792 wurde eine neuen Verfassung beschlossen, die die Prinzipien der Revolution in Gesetze fasste. Im darauffolgenden Jahr wählte sich Frankreich eine Gesetzgebende Versammlung. In dieser Zeit entstanden auch die Begriffe „rechts“ und „links“ für die politischen Richtungen. Namensgebend war dabei die Sitzverteilung der einzelnen politischen Gruppierungen in der Nationalversammlung. Ganz rechts saßen die Monarchisten, die für eine konstitutionelle Monarchie eintraten. Die republikanischen Jakobiner wollten mit ihnen nichts zu tun haben und nahmen die Plätze ganz links ein. In der Mitte saßen die gemäßigten Girondisten, deren Name sich von der Provinz ableitete, aus der die meisten ihrer Mitglieder stammten."

Quelle(n): 123recht.net/article.asp?a=90…

Die SED war aus Tradition "Die Linke" und hatte sicher nie vor, wegen veränderter Sitzordnungen ihr Anliegen zu ändern. Da die SED im Sinne der Tradition die Positionen der ersten in der Nationalversammlung links sitzenden politischen Gruppierung vertrat, war auch sie links, auch wenn sie in der Mitte saß, ob das deiner Meinung, die DDR sei keine Demokratie gewesen, entspricht oder nicht. Das war doch deine subtile Aussage, indem du dich bei der SED ausschließlich auf die Sitzordnung bezogst. Dem Fragesteller, bei dem es sich wahrscheinlich um einen Schüler handelt, tust du damit keinen Gefallen.

0
@Huckebein

Links saß zu Beginn die Opposition, die gab es doch in der Ein-Parteien-Diktatur gar nicht....

Und ein 'Linker' hat für mein Verständnis ein wenig mehr proletarischen Appeal, davon kann man ja bei der SED nicht ausgehen, die Uniformen der Pioniere, das Anstellen und viele andere Dinge waren spießiger als in der Bundesrepublik...

0
@Kaimosi

Was hat das Anstellen vor Geschäften mit einer politischen Richtung zu tun? Höchstens mit der Unfähigkeit des herrschenden Systems die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Übrigens war das keine Schlangen, sondern," sozialistische Einkaufsbrigaden".

0
@elektrofuzzi49

Nur Beispiele, wären die, die sich anstellen müssen streitbare Proletarier, wären die Verantwortlichen in der Diktatur des Proletariats schnell Geschichte gewesen...:-)

Ich kann doch nur Links sein, wenn ich mich gegen die bestehende Ordnung richte, die DDR war doch bereits seit Ihrer Gründung ein 'sozialistischer Staat', linker wäre dann z.B. eine Partei gewesen, die für eine kommunistische Gesellschaftsordnung eingetreten wäre, die findet sich aber weder im Parlament noch in den anderen - eh gleichgeschalteten - Organisationen.

0

Die grundlegende politische Ausrichtung war links.

Google offline?

Wie der Name schon sagt: Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Einheitspartei_Deutschlands

Manchmal denke ich man sollte die Seite von "Ratgeber Community" zu "Poste zu jeder Frage einen Wikipedia Link" umbenennen

2
@Luchia

Bei den meisten Fragen hier, reicht nun mal ein Wiki-Link. ;) Wenn du etwas spezielleres wissen möchtest, solltest du das auch so schreiben.

0
@Inheritance

Hier hätte aber auch ein einfaches "Ja" oder "Nein" gereicht. Erscheint mir schneller und leichter als extra den Wikipedia-Link zu posten und hätte zusätzlich noch die Frage beantwortet. Also erst überlegen dann kritisieren ;)

1

Was möchtest Du wissen?