Welche Pflichten hat man als Lehrer(in)?

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5 Antworten

Hey du!

Ich nehme jetzt einfach mal an, dass du noch minderjährig bist. In dem Fall giltst du vor dem Gesetz als "Kind". 

Rein rechtlich könnte also eine "Kindeswohlgefährdung" vorliegen. Das heißt nichts anderes, als dass dein körperliches und seelisches Wohl gefährdet ist, also dass man befürchtet, dass es dir nicht gut geht in der aktuellen Situation. Genauer, dass man befürchtet, dass die Situation wie sie ist, dich in deiner Entwicklung beeinträchtigt. Dass man Angst haben muss, dass du nicht genug zu Essen bekommst, dass du keine sauberen Klamotten mehr hast, dass es Zuhause sehr dreckig ist. Oder dass du psychisch darunter leidest. Dass du also noch in vielen Jahren daran zurückdenken wirst und dir das Probleme macht.

Lehrer, Erzieher im Kindergarten und noch einige andere haben einen sogenannten "Schutzauftrag". Sie müssen also dafür sorgen, dass Kindern und Jugendlichen geholfen wird, wenn die Eltern ihren Pflichten nicht nachkommen (können).

Geregelt ist das im Sozialgesetzbuch VIII unter Paragraph 8a. (Google "sgb viii 8a").

Wenn du also deiner Lehrerin von deinem Problem erzählst, ist sie grundsätzlich verpflichtet, etwas zu unternehmen. Das ist aber nichts Schlimmes und kann dir sogar helfen! Wichtig ist nur, dass ihr darüber redet. 

Als Jugendlicher musst du in alle Schritte einbezogen werden. Und wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Lehrerin jetzt hinter deinem Rücken etwas unternimmt, kannst du sie auch einfach gleich in dem Gespräch darauf ansprechen: "Ich weiß, Sie müssen jetzt reagieren, ich wüsste einfach nur gern von jedem Schritt, den Sie unternehmen.". Und dann wirst du einbezogen. Dann wird sie dir erzählen, was sie als nächstes macht. 

Ich hoffe, du bringst trotzdem den Mut auf, mit ihr zu sprechen! Ich halte das für eine sehr gute Idee! Natürlich hätte ich dich auch anlügen und dir erzählen können, dass alles mit Sicherheit unter euch bleibt. Einfach nur weil ich wirklich will, dass du mit ihr sprichst. Aber das halte ich für den falschen Weg. Du musst wissen, auf was du dich einlässt. Bitte sprich trotzdem mit ihr!

Und wenn du ihr zeigst, dass du dir vorher schon Gedanken gemacht hast und dass du so grob auch die Gesetzeslage kennst, wird sie verstehen, dass sie dich in den Prozess einbinden kann.

Alles, alles Gute!

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Wenn du die Lehrerin bittest, den Inhalt des Gesprächs für sich zu behalten, wird sie das tun. Nur, wenn du etwas berichtest, voraus sie schließen kann, dass du gefährdet bist, muss sie eingreifen - wenn zum Beispiel eine Straftat vorliegen würde (Missbrauch, Misshandlung u.ä.).

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Es gibt Dinge, da muss die Lehrerin aktiv werden, aber das kann man schlecht verallgemeinern. Eine Möglichkeit wäre, sie selber zu fragen, ob das Gespräch absolut vertraulich bleiben kann.

Eine zweite Möglichkeit: Wenn Ihr einen Relilehrer habt, der Pfarrer im Schuldienst ist, kannst Du ihn auch zu absoluter Vertraulichkeit verpflichten; von seinem Amt als Pfarrer her ist er zur Verschwiegenheit verpflichtet. Der Pfarerr sogar bei Vorliegen schwerer Straftaten.

Ich bin selber Lehrer und würde Verschwiegenheit zusichern, allerdings, wenn das Gespräch es erfordert, deutlich machen, was ich nicht erfahren darf, ohne etwas tun zu müssen. Aber im konkreten Fall ist es immer besser, darüber zu reden und gemeinsam eine Lösung zu finden, wie man mit dem Problem umgehen will.

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solange es "nur" ist, dass deine mutter säuft, sie dich aber weder seelisch noch körperlich misshandelt, du nicht den ganzen haushalt führen musst und ähnliches, wird da nix passieren.

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Ich würde so etwas nicht dem Lehrer(in) 👨‍🏫 👩‍🏫 anvertrauen.

Eine Pflicht ist es, Streit zu schlichten.

Eine andere Pflicht ist es, einzuschätzen ob das Wohlbefinden des Kindes gefährdet ist. Sollt der Lehrer(in) erfahren das die Mutter eine Alkoholiker ist und deine Noten sinken, dann wird sie es dem Jugendamt mitteilen.

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